espresso Magazin im April 2024

Ausgabejahr 24 | 04 - 2024 Kostenlos zum Mitnehmen WIR SIND BUNT VIELFALT STATT EINFALT - MENSCHEN AUS DER REGION SETZEN EIN STATEMENT

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9 Liebe Leserinnen und Leser, eines meiner Herzensthemen bereichert diese Ausgabe: Wir sind bunt - Vielfalt statt Einfalt. Wir stehen für Toleranz und Gleichheit aller Menschen und lassen in dieser Ausgabe die unterschiedlichsten Leute aus der Region zu Wort kommen. Wir möchten Denkanstöße liefern und Verständnis schaffen für ein friedliches Miteinander. Jeder soll so sein, wie er es eben möchte, solange er niemandem etwas tut. Denn so zu sein, wie man sein möchte oder sich fühlt, bedeutet individuelle Freiheit. Und es freut mich, dass auch Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf ein paar Worte an die Bürgerinnen und Bürger im Namen der Stadt richtet und sich dabei mit Regenbogenflagge zeigt. Dass wir dringend aufhören müssen in Schubladen zu denken, zeigt uns der "bunte" Richter Michael Fein alias Michael von Benkel. Dass Kinder mit Downsyndrom gleichermaßen liebenswert sind, beweist uns Vroni und es sind noch ein paar andere interessante Persönlichkeiten in unserer Serie vertreten. Viel Vergnügen beim Schmökern in unserer neuen Ausgabe! Ihre Chefredakteurin Stefanie Herker SABINE KACZYNSKI EVELIN RAFFALT MEDIENBERATERIN 0841/ 9812401 - 40 / MOBIL: 0172/8533599 raffalt@espresso-mediengruppe.in SEBASTIAN BIRKL SONJA MELZER marketing teamespresso editorial Foto: Melanie Dodson FIORELLA FERRARA MEDIENBERATERIN MOBIL: 0176/64028713 fiorella.ferrara@espresso-mediengruppe.de

10 Ein Kommentar von Nadine Praun, Lehrerin und Co-Vorsitzende der JUSOS in Ingolstadt sowie Stellvertretende Vorsitzende der SPD Ingolstadt Genauso schön wie die Explosion der Farben im Frühling ist eine bunte Gesellschaft: Sie zeigt nicht nur, wie vielfältig wir als Menschheit sind, sie zeigt außerdem, dass sich in ihr jedes Individuum frei entfalten und so sein espresso Wir sind bunt espresso COVERSTORY kann, wie es will. Dieses Ziel einer diversen Gesellschaft ist für mich auch deshalb erstrebenswert, weil sie eine direkte Ableitung zentraler Grundsätze und Werte unseres Grundgesetzes und letztlich die Erfüllung von Menschenrechten ist. Deshalb sehe ich es als meine Pflicht als politische Person und als Sozialdemokratin an, mich in meinem politischen Wirken für eben diese Diversität und für die Menschen, die sich noch nicht frei in unserer Gesellschaft entfalten und bewegen können, einzusetzen. Für alle politisch Verantwortlichen ist es aus meiner Sicht Pflicht, Unrecht zu beseitigen, wo es vorherrscht, und sich für die Interessen von Menschen einzusetzen, deren Stimme noch nicht genug gehört wurde oder schlicht nicht laut genug ist. Leider ist es noch nicht so, dass wir in dieser idealen Gesellschaft, wie ich sie am Anfang beschrieben habe, leben. Zu viele Menschen akzeptieren nicht, dass andere lediglich eins wollen: So sein dürfen, wie sie nun einmal sind. Zu oft werden Menschen aus verschiedensten Gründen Steine in den Weg gelegt oder sie werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Daraus leite ich ab, dass ich mich persönlich, aber auch wir alle als Privatpersonen, nicht nur zu Diversität äußern dürfen, sondern dass ich täglich aktiv hinsehen und einschreiten muss. Es reicht nicht gegen Rassismus zu sein, sondern ich muss aktiv Antirassist*in sein. Es reicht nicht, gegen Ableismus zu sein. Ich muss aktiv für Menschen mit Behinderung eintreten und die Gesellschaft für diese öffnen und zugänglich machen, nicht umgekehrt. Und es reicht nicht gegen Homophobie und Transfeindlichkeit zu sein. Ich muss aktiv für Menschen einstehen, wenn sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert, ausgegrenzt oder angegriffen werden. Wenn wir alle das zu einer Leitschnur unseres Handelns machen, können wir auf den Fortschritten der letzten Jahrzehnte aufbauen und der Gesellschaft, in der wir leben wollen, näherkommen. "Wir sind bunt - Vielfalt statt Einfalt" ist unser Thema in dieser Ausgabe der espresso. Wir möchten Denkanstöße für ein friedliches Zusammenleben und mehr Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen liefern - mit Sichtweisen und Statements von Menschen aus der Region. Titelstar: Nadine Praun, Lehrerin und Stellvertretende Vorsitzende der SPD Ingolstadt / Foto: Stefanie Herker

11 Die elfjährige Vroni reitet gerne, singt, tanzt und malt in ihrer Freizeit, wie andere Mädchen in ihrem Alter auch. Auch wenn Vroni laut ihrer Mama "ganz schön stur" sein kann, was charakteristisch dem Downsyndrom zugeschrieben wird, sollten wir doch immer daran denken, dass jeder Mensch einzigartig ist - Down-Syndrom hin oder her. Alles ist möglich! VIELFALT STATT EINFALT Vroni mit ihrem Pferd Smartie Das Mädchen wohnt auf einem Bauernhof in der Nähe von Schrobenhausen - mit Pferden, Hasen, Katzen, einem Hund "und einer Giraffe", scherzt sie. Foto: Stefanie Herker

espresso 12 Frieden bunt in Emily Schmid, 38, Mama aus Vohburg "Bunt" bedeutet für mich kulturelle und biologische Vielfalt. Ich stamme von den Philippinen und habe in Hongkong gelebt und gearbeitet. In diesen Jahren habe ich viele Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund kennengelernt und aus diesen Erfahrungen viel gelernt. Unter meinen Vorfahren waren Spanier, mein Ehemann ist Deutscher, und unsere Kinder vereinen all diese Kulturen. Vielfalt ist mir wichtig, weil sie mir hilft, unterschiedliche Hintergründe und Traditionen wertzuschätzen. Gerade durch die Vielfalt der Kulturen und Traditionen erhält man nicht nur Einblicke in diese, sondern auch andere Sichtweisen auf verschiedenste Lebensbereiche, so können wir Ideen austauschen und zusammenarbeiten, für eine bessere Zukunft in Frieden und Freiheit. Fotos: Stefanie Herker leben

13 espresso MIT STRAHLENDEN AUGEN Medine Campobasso, 35, arbeitet als Marktleiterin im EDEKA C&C Großmarkt "Ich sehe die Welt mit strahlenden Augen, denn jeder Mensch ist einzigartig und sorgt damit für Vielfalt in unserer Gesellschaft. Ich bin in Deutschland geboren, aber meine Eltern stammen aus der Türkei. So bin ich mit beiden Kulturen aufgewachsen. Mein Mann stammt aus Italien, unser gemeinsames Kind darf alle drei Kulturen kennenlernen und spricht mittlerweile drei Sprachen. Wir sollten nie vergessen: jeder Mensch ist gleich viel wert - egal welcher Religion er angehört oder woher er kommt.

espresso 14 Herr von Benkel, wovon lebt eine Gesellschaft? Die Gesellschaft, auch die deutsche, lebt vom Austausch. Migration gibt es nicht erst seit Kurzem. Migration hat es immer gegeben. Genetisch sind wir alle Mischwesen aus allen möglichen Gedenken der Erde. Auch der Austausch von Wissen dient allen. Es gibt keine deutsche Mathematik oder gar arische Biologie. Die Völker der Welt haben alle zum Weltwissen beigetragen. Bringt Migration mehr Vor- oder Nachteile? Selbstverständlich bringt Migration auch Probleme mit sich. Aber Probleme, die lösbar sind und gelöst werden müssen. Schon weil die Vorteile der Migration bei weitem überwiegen. Es ist eine Binsenweisheit, dass Deutschland Migranten braucht, schon um unseren Wohlstand aufrechtzuerhalten. Alle Branchen suchen händeringend nach Arbeitskräften; mit Deutschen allein werden wir das nicht in den Griff bekommen. Wir müssen Menschen von außerhalb aufnehmen, damit sie als Teil unserer Gesellschaft am Erhalt unserer Infrastruktur und unseres Wirtschaftssystems mitarbeiten. Sie können gelehrt werden, Deutsch zu sprechen und eine Ausbildung zu machen. Das ist eine Chance und kein Verlustgeschäft. Schon jetzt bringen die Migranten, die seit 2015 in unser Land gekommen sind, mehr ein als sie kosten. Menschen sollten zwar nicht unter Kostengesichtspunkten gesehen werden, aber auch dem Argument, was uns Migration kostet, kann man schlicht entgegenhalten: Weniger als sie einbringt. Kann man sich eine Kultur in Deutschland ohne fremde Einflüsse überhaupt vorstellen? Deutschland ist nicht das geworden, was wir sind, weil wir alleine auf uns gestellt, ohne Hilfe von Außen, alles hier erbaut hätten. Dabei haben schon seit Urzeiten Migranten beigetragen und sind Teil unserer DNA geworden. Kultur in Deutschland wäre ohne fremde Einflüsse schlicht nicht denkbar, gerade hier gibt es keine Grenzen. Abgesehen davon, werden wir in Deutschland die großen Probleme unserer Zeit nicht alleine lösen können. Die EU mit all ihren unterschiedlichen Mitgliedern ist bereits stärker als Deutschland es alleine wäre, auch und gerade zum Vorteil Deutschlands. Gerade durch die neuen Medien sind weit entfernte Länder auch subjektiv näher gerückt, auch aus deren Sicht. Denn man sollte nicht vergessen: Auch aus Deutschland migrieren Menschen in fremde Heimaten. Es ist ein Geben und Nehmen. Michael von Benkel ist Künstler, Buchautor und Musiker. In seinem anderen Leben ist er der Richter Michael Fein. Wir haben ihn in seinem Büro im Amtsgericht in Ingolstadt getroffen. Als Mischwesen. Rockend. In Robe. Mit Gitarre. Auf einem Sideboard. Foto: Stefanie Herker

13 Anzeige espresso ..Nationen sind in der MTV-Jugend-Fußballmannschaft unter Trainer Karl Ettinger vereint. Mit von der Partie sind Kinder, deren Wurzeln in Syrien, Kroatien, Italien, Brasilien, Rumänien, Bosnien, der Türkei, Polen, Russland, Deutschland, Lettland, Afghanistan oder Spanien liegen. "Beim Fußball ist es egal, wo du herkommst, jeder hat seinen Platz und kann einbringen, was er besonders gut kann. Mir gefällt die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder miteinander umgehen. Das war zu meiner Zeit als Kind noch anders", stellt Karl Ettinger fest. 13 Foto: Stefanie Herker

BigCl!t – an diesem Künstlernamen entfachte sich über Monate hinweg die immer gleiche Diskussion. Vor allem in Sozialen Medien. Irgendwie lustig: Weil der Name als Aufreger allein nicht besonders gut funktioniert, übersetzt man ihn in der digitalen Scharfmacherei zusätzlich immer schön ins Deutsche: Große Klitoris. Jetzt wird der Skandal für den durchschnittlichen Facebook-Nutzer schon greifbarer. Und ja: Es irritiert auf den ersten Blick natürlich, wenn in einer Kinderbuchlesung jemand mit dem Künstlernamen BigCl!t angekündigt wird. Das sieht auch Alice Moe so, die sich für ihre Rolle als Drag King eben jenen Künstlernamen gegeben hat. „Ich kann nachvollziehen, dass man, wenn man den Namen zum ersten Mal hört und die Bilder von mir dazu sieht, denkt: Um Gottes Willen“, sagt sie in einem ZEIT-Interview. Nun ist es so: Alice Moe liest nicht nur Kindern vor, sie hat als Künstlerin auch ein Programm im Angebot, das sich speziell an Erwachsene richtet. Auch davon existieren Fotos im Internet. In Sozialen Medien wird beides gerne vermischt, um zu zeigen: Das können wir unseren Kindern nicht zumuten! Nur: Alice Moe kann unterscheiden. Welche Show ist für Erwachsene, welche für Kinder? Die eine Show ist freizügig, die andere nicht. Eine Differenzierung, die vielen der Diskutanten nicht gelingt – oder gelingen will. Alice Moe hat Soziale Arbeit studiert und arbeitet als Sozialarbeiterin in einem Jugendzentrum in Linz. Es war also nicht verwunderlich, dass da am 04. März in der Fronte 79 niemand im großen Klitoriskostüm auf die Bühne trat und sich auch nicht vor den Kindern als BigCl!t vorstellte, sondern als: „Eric. Prinz Eric.“ Die „Drag-Lesung für Familien“ fand im Rahmen des Ingolstädter Fem*Festivals statt. Die vorgelesenen Kinderbücher vermitteln im Grunde die gleiche Botschaft: Du bist gut, so wie du bist. Auch dann, wenn du nicht in die Rolle passt, die die Gesellschaft dir vorgibt. An der Seite von Drag King Eric BigCl!t las Drag Queen Vicky Voyage. Das Ganze war am Ende so harmlos, dass selbst die Freien Wähler - die vor der Lesung in einer Pressemitteilung dagegen gewettert hatten - nach der Lesung zu folgendem Urteil kamen: "absolut in Ordnung". Mit dem in der Diskussion immer wieder ins Feld geführten Kampfbegriff der "Frühsexualisierung" hatte die Lesung also nichts zu tun, aber vielleicht sollte man einmal die Perspektive wechseln. Macht es das Leben eines Kindes besser, wenn es nichts von Homo- oder Transsexualität weiß? Wenn es sich fragt: Was stimmt nicht mit mir? Wenn es nicht versteht, warum es sich „im falschen Körper“ fühlt? Oder ein Leben lang das Gefühl hat, sich vor den Eltern, der Gesellschaft, verstecken zu müssen? Lob hat das Kulturamt verdient: trotz sicherlich enormen Drucks knickten die Verantwortlichen zu keiner Zeit ein. | Kommentar & Foto: Sebastian Birkl Eric. Prinz Eric 16

2 Oberbürgermeister Christian Scharpf: »Ingolstadt ist eine bunte, vielfältige und lebensfrohe Stadt. Hier leben Menschen verschiedener Nationalitäten, Kulturen, Hautfarben, Religionen und Lebensweisen. Alle leben gleichberechtigt und friedlich zusammen, alle haben hier ihren Platz!« Er zeigt Flagge Foto: Sebastian Birkl, Ort: Treppenhaus im Alten Rathaus

espresso „Gottist anders, als du denkst“ 'Wow, so fühlt sich wahrscheinlich der Himmel an' - ein Gefühl, das Laura Poirot als Jugendliche in Freizeitaktivitäten der Evangelischen Kirche erlebt. Sie ist begeistert von der Gemeinschaft, Kirche wird bald darauf ihre Heimat. Aufgewachsen ist die mittlerweile 30-Jährige in der Nähe von Würzburg. Für ihre Ausbildung zur Gemeindepäda- gogin geht sie erst nach Wuppertal, dann nach Frankreich zum Arbeiten, trifft dort ihre große Liebe und entscheidet sich, für ihr Theologiestudium in Paris zu bleiben. Dort lernt sie auch die drei alten Sprachen: Latein, Hebräisch, Griechisch. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrem Mann (von ihm hat sie ihren französischen Nachnamen) in der Region. In Neuburg war Laura Poirot Vikarin, seit Anfang März ist sie Pfarrerin in der evangelischen Kirche St. Markus in Ingolstadt. Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Beerdigungen. Religionsunterricht an Schulen, Konfirmanden- und Jugendarbeit. Seelsorge. Laura Poirots Arbeitsgebiet ist umfassend. In der Corona-Zeit macht sie sich unter dem Namen "Kreideglanz Firlefanz" auf Instagram einen Namen: Mit Kreide malt sie aufmunternde Sprüche auf die Straßen. Schön findet sie, dass Kirche für alle offen ist - unabhängig von Rasse, Geschlecht oder sexueller Orientierung. ...antwortet Laura Poirot spontan, als wir sie das Wort "Gott" mit der ersten Assoziation ergänzen lassen. 18 Foto: Sebastian Birkl

19 espresso Jung, weiblich, im Dienste des Herrn. Pfarrerin Laura Poirot im Gespräch. EIN WUNSCH FÜR SIE PERSÖNLICH Shalom - das hebräische Wort für einen ganzheitlichen Frieden. Das heißt nicht, dass alles immer super gut laufen muss, aber dass man zu seinem eigenen inneren Frieden findet. FÜR DIE WELT Dass die Menschen in einer Welt, die oft von Leistungsdruck geprägt ist, spüren, dass sie okay sind, so wie sie sind. Frau Poirot, wann war Ihnen klar, dass Sie Pfarrerin werden möchten? Bereits mit 14 oder 15. Mir hat die Gemeinschaft in der Kirche einfach so gut gefallen, v.a. durch die vielen Jugendangebote. Die Kirche war daher recht bald ein Stück Heimat für mich. Mir hat es auch viel Spaß gemacht, im Gottesdienst vorne zu stehen und mitzuhelfen. Ich hatte zudem früh eine seelsorgerische Ader, Menschen haben sich mir bereits in der Schule gerne anvertraut. Gab es einen speziellen Moment, der Sie in Ihrem eingeschlagenen Weg bestätigt hat? Meine Ordination Anfang März war so ein Tag - einer der schönsten meines Lebens! Menschen, die mich sehr geprägt haben, wie mein Religionslehrer oder mein früherer Pfarrer, waren dabei. Das hat mir sehr viel gegeben und ich glaube, dass ich da richtig gestrahlt habe. Aber auch das Tauffest in Neuburg oder das Kreideprojekt "Lichtmoment im Ostend" waren solche Momente. Vor nicht allzu langer Zeit haben Sie geheiratet. Das bringt uns unweigerlich zu einer ungewöhnlichen Aktion der evangelischen Kirche: "Einfach heiraten". Den kirchlichen Segen kann man sich hier quasi "to go" abholen. Ich war bereits am 23.03.2023 in Neuburg ein Teil davon und habe dort Pärchen getraut - es war echt schön! Es hat ja schon ein bisschen was von Las Vegas, aber ich glaube, in der heutigen Zeit streben viele nach Minimalismus. Bei "einfach heiraten" gibt es kein großes Tamtam und ein riesiges Fest, das bis auf die Minute geplant ist. Es geht erstmal nur um uns, das finde ich das Schöne daran. Wir empfingen die Paare beim Café am Theater und haben sie in der Schlosskapelle – dem ältesten evangelischen Kirchraum der Welt – getraut. Innerhalb von 20 Minuten! Dieses Jahr bin ich in Ingolstadt auch wieder dabei. "Einfach heiraten" findet heuer am 24.4. in der Ingolstädter Matthäuskirche statt. Infos & Timeslots unter: ingolstadt-evangelisch.de/ einfach-heiraten. Übrigens auch für gleichgeschlechtliche Paare. Welche Ideen würden Sie gerne in Ingolstadt einbringen? Aktuell mache ich digital mit etwa 30 Leuten einen spirituellen Biografiekurs, der sich an Menschen richtet, die spirituell auf Sinnsuche sind, sich aber von der Kirche nicht mehr abgeholt fühlen. Das würde ich im Sommer gerne in der Innenstadt anbieten. Zudem würde ich hier in der St. Markus Kirche gerne ab und zu eine 'Wohnzimmerkirche' abhalten - mit cooler Atmosphäre, einem gemeinsamen Abendessen und Texten aus dem Leben. Zudem möchte ich viel Zeit in die Jugendarbeit investieren. Haben Sie eine Lieblingsstelle in der Bibel? Ja, meinen Taufspruch. Jesaja 43.1: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Dieses „Fürchte dich nicht“ kommt oft in der Bibel vor. Ich habe - zumindest ab und zu - die Tendenz, ein ängstlicher Mensch zu sein. Ich finde es schön, diese Zusage zu haben: Ich brauche mich erstmal nicht zu fürchten. Gott kennt mich und er wollte mich schon, bevor ich auf der Welt war. Treten Sie eigentlich in einen innerer Dialog mit Gott oder wie definieren Sie Gott für sich? Ich bete zu Gott. Ich glaube aber, dass ich Gott auch in anderen Dingen erlebe. Ich erlebe ihn in anderen Personen, da wird er sichtbar. Oder in Gefühlen, die aufkommen. Oder in der Natur. Gott zeigt sich auf unterschiedliche Arten für mich. Welchen Ratschlag haben Sie für junge Frauen, die den gleichen Weg wie Sie einschlagen möchten? Einen Ratschlag, den mir der Regionalbischof gegeben hat: Als Frau darf man tough sein, selbstbewusst den eigenen Weg gehen und sich nicht unterkriegen lassen. Der Tipp gilt natürlich nicht nur für Pfarrerinnen, sondern für alle Frauen, egal in welcher Lebenslage. Die Sonne scheint und die Girlande tanzt im Wind. Die Kleinen springen durch den Garten und die Großen unterhalten sich an den Tischen. Ich schaue mich um und blicke in leuchtende Augen. Es sieht so aus, als würden sich alle schon ewig kennen. Dabei wären sie sich in ihrem Alltag nie begegnet. Diese Szene habe ich letztes Jahr wirklich erlebt. Wir organisierten ein Tauffest mit 17 Täuflingen. Mitten im Pfarrgarten feierten wir ein großes Fest. Ich war mir sicher: "So muss sich der Himmel anfühlen." Denn an diesem Tag war es egal, woher man kommt. Es war egal, wie gut man deutsch spricht, welchen Beruf oder welchen Bildungsabschluss man hat. Es war egal, ob man Frauen, Männer oder Sternchen liebt. An diesem Fest erlebte ich in der bunten Vielfalt eine große Gemeinschaft. Das Tauffest ist für mich zum Vorbild geworden. Was auch immer ich als Pfarrerin für Menschen anbiete, will ich, dass sie spüren, sie sind willkommen. Und vielleicht sagen sie ja hinterher: “So muss sich der Himmel anfühlen.” WAS BEDEUTET VIELFALT AUS SICHT EINER EVANGELISCHEN PFARRERIN? Mehr von Laura Poirot als Kreidekünstlerin auf Instagram @kreideglanz_firlefanz kreideglanz_firlefanz Gefällt 239 Personen Kommentare ansehen

20 ‚Wir müssen wachsam sein‘ Das Bündnis-Logo zeigt das Ingolstädter Wappentier. Die farbigen, organischen Linien rund um den Panter symbolisieren unterschiedlichste Vereine, Verbände, Organisationen, Parteien und Einzelpersonen im demokratischen Spektrum, die sich zusammentun im Einsatz für Demokratie, Vielfalt und Toleranz. Und die den Panther, die Stadt, die Stadtgesellschaft, das gute Miteinander schützen. Die Farben, die ineinander übergehen, symbolisieren die vielen Aspekte einer Stadtgesellschaft. Gestaltet wurde das Logo vom Ingolstädter Grafiker Marcel Ferreira. Herr Scharpf, warum war es Ihnen wichtig, dieses Bündnis ins Leben zu rufen? Der Ursprung liegt in der aktuellen Entwicklung. Rechte Netzwerke und die AfD driften immer weiter in die rechtsextreme Ecke ab und gefährden letztlich unsere Demokratie. Sie vertreten antidemokratische, rassistische und auch antisemitische Positionen. Der Gipfel war die Diskussion um Remigration und Deportation. Das weckt Erinner- ungen an die schlimmsten Zeiten unserer Geschichte und wohin uns das geführt hat – in die schlimmste Katastrophe unseres Landes, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Was ist das Ziel des Bündnisses? Die schweigende Mehrheit spürt, dass sie jetzt aufstehen, sich bekennen und unsere Werte verteidigen muss. Initiativen wie 'Ingolstadt ist bunt' haben sich dabei besonders verdient gemacht. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement ist extrem wertvoll und wichtig. Mit dem neuen Bündnis wollen wir dieses Engagement verstärken und so noch mehr Unterstützer gewinnen. Wir wollen uns breit aufstellen – in der Unternehmerschaft, bei den Verbänden, bei den Vereinen und Organisationen. Es hat sich nun ein Bündniskern gebildet, bestehend aus Audi AG und Audi Betriebsrat, THI, KU Eichstätt-Ingolstadt, katholischer und evangelischer Kirche, dem Stadtjugendring, dem DGB und dem städtischen Migrationsrat. Schlussendlich soll die gesamte Stadtgesellschaft eingebunden sein. Wie wird das neue Bündnis in Erscheinung treten? Als ersten Schritt werden wir uns am 22. April zu einer Auftaktveranstaltung im Foyer des Stadttheaters treffen, um dort einen Ingolstädter Appell zu verabschieden. Es ist eine Art Bekenntnis, ein Manifest: Unsere Demokratie muss verteidigt werden, unsere Werte, unser Rechtsstaat, unsere Freiheit. Anschließend wird das Bündnis anlassbezogen agieren. Eine aktuelle Bertelsmannstudie zeichnet ein dunkles Bild. Autokratien sind auf dem Vormarsch, Demokratien auf dem absteigenden Ast. Wodurch sehen Sie aktuell unsere Demokratie gefährdet? Das sind mehrere Punkte. Ein Problemfeld ist, dass immer weniger Menschen bereit sind, sich politisch zu engagieren. Die Leute sind zwar politisch interessiert und würden sich auch einbringen, aber die etablierten Parteien haben nicht mehr die Anziehungskraft wie früher. Das hängt auch mit der Qualität des politischen Personals zusammen, das aufgeboten wird. Die Zersplitterung des Parteiensystems und die zunehmende Bürokratisierung spielen ebenfalls eine Rolle. Es ist ein Problem, wenn die Menschen das Gefühl haben, es ginge nichts mehr voran oder sie den Politikern nicht zutrauen, die vorhandenen Probleme zu lösen. Das führt dazu, dass einfache Botschaften von Rechts- oder auch Linkspopulisten auf fruchtbaren Boden stoßen. Amerika ist das beste Beispiel, hier wird nur noch populistisch agiert. Im Worstcase werden dann autokratische Systeme attraktiv. Gibt Ihnen auch etwas Hoffnung, dass sich dieser Trend umkehrt? Ja. In Ingolstadt war die Demo am 27. Januar auf dem Paradeplatz das Zeichen der Hoffnung schlechthin. Mit über 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es wahrscheinlich die größte Demonstration, die jemals in Ingolstadt stattgefunden hat – zumindest kann sich niemand an eine größere erinnern. Da merkt man: Die Leute wollen gar keinen anderen Staat. Aber wir müssen aufpassen und wachsam sein und reflektieren, dass unsere Grundrechte und Errungenschaften keine Selbstverständlichkeit sind. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, körperliche Unversertheit: das stand auch schon in der Weimarer Republik in der Verfassung, nur war diese schnell ausgehebelt, weil der Rückhalt der Bevölkerung fehlte. Das ist heute anders, das ist das Positive. Es steckt eine wahnsinnige Kraft in unserer Geselschaft, unsere Demokratie ist sehr stark. Auf Initiative von Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Scharpf entsteht ein neues Bündnis für Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Vereine, Unternehmen, Hochschulen, Kirchen, Gewerkschaften, Jugend- und Wohlfahrtsverbände sowie demokratische Parteien sollen ein Teil davon werden. Ingolstädter Vereine, Unternehmen und Organisationen sind eingeladen, sich diesem übergreifenden Bündnis anzuschließen. Fragen koordiniert das Büro des Oberbürgermeisters. espresso Foto: Birkl

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Anzeige espresso 15 LET'S GET MARRIED Mr. & Mrs. Jakob Wie habt ihr beide euch kennengelernt? Jessica: In einem damaligen Club in Neuburg, eigentlich mehr auf dem Weg nach Hause. Johann hat mich danach angeschrieben und kurze Zeit später haben wir uns dann das erste Mal getroffen. Seid ihr Soulmates oder Gegensätze? Johann: Wir verstehen uns ohne Worte und uns verbinden auf jeden Fall mehr Gemeinsamkeiten als ein paar wenige Gegensätze :-) Was treibt IHN auf die Palme? Johann: Wenn sie mal wieder trödelt obwohl wir los müssen oder beim Kochen die Küche verwüstet. Was treibt SIE auf die Palme? Jessica: Wenn er seine Sachen überall herumliegen lässt oder vor mir ins Bett geht und dann schnarcht :-) Was liebt er besonders an IHR? Johann: Dass sie mich bei allem unterstützt, ihre fürsorgliche Art und ihr Lachen. Was liebt sie besonders an IHM? Jessica: Dass er so ein aufrichtiger und guter Mensch ist, der mir Sicherheit gibt und mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern will. Wie war der Antrag? Jessica: Wir waren in einem sehr schönen Resort auf der griechischen Insel Kos und haben dort einen romantischen und entspannten Urlaub verbracht. Am 15.08.2020 bei Sonnenuntergang am Strand hat er mich dann ohne großes Drumherum, nur mit einer Flasche Sekt bewaffnet, gefragt, ob ich ihn heiraten will. DIE BRAUT Jessica Jakob (29) Gebürtig aus: Neuburg an der Donau Wohnort: Neuburg an der Donau Beruf: Beschäftigte öffentlicher Dienst im Schulbereich DER BRÄUTIGAM Johann Jakob (32) Gebürtig aus: Neuburg an der Donau Wohnort: Neuburg an der Donau Beruf: Bauleiter Sauerstraße 7b, 85053 Ingolstadt TERMINVEREINBARUNG UNTER Tel. 0841/23 23 61 12 und 0151/14 93 62 02 bellezzaflowers@gmail.com Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr 9:30-12:30 und 13:15-17:30, Do 9:30-12:30 und 13:15-18, Sa 9-14 www.bellezza-flower.de DER MODERNE BLUMENLADEN IN INGOLSTADTS INNENSTADT INDIVIDUELLE FLORALE DEKORATION MIT KOMPETENTEM TEAM

espresso Anzeige 28 Kleid: Herzzauber, Lenting Anzug: Brenner, Neuburg Blumendeko: Bellezza, Ingolstadt Styling: Kunst am Kopf, Cornelia König Traurednerin: Simone Böhmländer Fotos: Laura Minucci NÄHZENTRUM HAIMERL GMBH | ERIAGSTR. 32 | INGOLSTADT | A9 AUSFAHRT SÜD | TEL. 0841 - 94 03 15 | Mo-Fr 9-13h u. 14-18h Sa 10-16h Infos zu Events und Terminen auf www.naehzentrum-haimerl.de Nähmaschinen / Stoffe / Knöpfe Kurzwaren / Nähzubehör / Reißverschlüsse / Schnittmuster JUBILÄUMSJAHR 2024 Dieses Jahr wird gefeiert ... Folgt uns auch auf Instagram und Facebook Jeden Monat warten neue Angebote und kreative Events! Was war euch bei der Hochzeitsplanung besonders wichtig? Johann: Kein „klassisches“ und großes Programm, sondern einfach in unserem persönlichen Stil den Tag mit den Liebsten und viel Zeit zum Tanzen und Feiern zu verbringen. Jessica, mit wem warst du beim Brautkleidkauf und wie viele Kleider hast du probiert? Jessica: Bei mir waren meine Schwester (Trauzeugin), meine Mama und meine Tante dabei. Ich habe fünf oder sechs Kleider anprobiert. Das letzte, das ich erst gar nicht auf dem Schirm hatte und bereits der Favorit meiner Schwester war, ist es dann geworden.

Anzeige espresso 2 Praxis Dr. Voit von Thun Kieferorthopädie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Max-Joseph-Str. 7 85051 Ingolstadt Tel.: 0841-88 55 030 www.IN-Smile.de info@in-smile.de Kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür. Wir suchen eine ZFA in Vollzeit und eine/n Auszubildende/n (m/w/d) für 2024 Hast du Interesse? Wir würden Dich gerne kennenlernen! Wie lief euer Hochzeitstag ab? Jessica: Meine Trauzeugin und ich haben vom 01. auf den 02.09.2023 in einem Hotel in der Nähe vom Stockerhof übernachtet und hatten am Morgen ein unvergessliches Getting Ready mit der lieben Conny König. Johann hat sich Zuhause fertig gemacht und wurde dann von seinem Trauzeugen abgeholt. Bevor mein Papa mich und meine Schwester in seinem Q7 abgeholt hat, hatte ich einen First Look mit meinen Brautjungfern, den unsere Fotografin Laura Minucci für uns festgehalten hat. Um 13:30 Uhr war die freie Trauung mit der wohl schönsten und emotionalsten Rede von der lieben Simone Böhmländer. Nach ein paar Drinks und Fotos am Nachmittag haben wir mit unserem Hochzeitstanz den Saal um 17:00 Uhr eröffnet. Anschließend wurde getanzt und lecker gegessen. Danach ging die Party mit DJ Toak richtig los. Mit wie vielen Gästen habt ihr gefeiert? Johann: Es waren 110 Gäste. Was habt ihr euren Gästen aufgetischt? Jessica: Es gab Aufstriche mit Brot und verschiedene Kleinigkeiten zur Vorspeise vom Gasthaus Spitzer. Als Hauptgerichte hatten wir Rinderfilet und Fisch mit Kartoffeln und Gemüse oder ein vegetarisches Gers-

espresso Anzeige 30 Öffnungszeiten Di 8.00 - 18.00 Uhr Mi 8.30 - 18.30 Uhr Do 8.30 - 18.30 Uhr Fr 8.00 - 18.00 Uhr Sa 7.00 - 12.00 Uhr und nach Vereinbahrung „Atelier“ im Reiglhaus Cornelia König Marktplatz 18 85110 Kipfenberg Tel. 08465/1731357 www.kunstamkopf-corneliakoenig.de cokoenig1@gmx.de kunst_am_kopf atelier-im-reiglhaus DER schönste TAG BEGINNT immer BEIM FRISEUR... …wir freuen uns darauf, dich dafür in angenehmer, romantischer Atmosphäre in unserem Atelier verzaubern zu dürfen. tenrisotto. Zum Dessert gab es die leckere Hochzeitstorte von der Carina und später noch süße Miniwaffeln von den Waffle Brothers. Was war das Highlight eurer Hochzeit? Jessica: Der ganze Tag war ein Highlight für uns. Besonders aber war auf jeden Fall der Einzug der Trauzeugen, Brautjungfern und den besten Freunden zu „Let‘s get married“. Vor mir sind dann noch meine zwei kleinen Cousins als Überraschung zur Violinenmusik zu Johann vorgelaufen. Habt ihr euer Budget eingehalten? Jessica: So ziemlich, ja. Das war auch seine Bedingung, dass wir unsere Hochzeit nochmal groß feiern :-) Was würdet ihr im Nachhinein berücksichtigen? Johann: Außer ein paar organisatorischen Kleinigkeiten gibt es nichts, was wir noch gerne gehabt oder anders gemacht hätten. Seid ihr danach in die Flitterwochen? Jessica: Nicht direkt Flitterwochen und nicht direkt danach. Ab Ende November 2023 ging es für uns knapp vier Monate auf Weltreise. Was sind eure Pläne in naher Zukunft? Beide: Den größten Plan, unsere Reise zu verwirklichen haben wir umgesetzt. Jetzt wollen wir erstmal weiter an beruflichen und privaten Zielen arbeiten. Wir wünschen Euch alles Gute!

LAST SEASON SALE 2024 11.-13. April 2024 Donnerstag und Freitag 9:30-19:00 Uhr Samstag 9:30-16:00 Uhr Sichert euch tolle Preise auf Dirndl, Jacken, Blusen, Schürzen, Schuhe, Kinderdirndl, Lederhosen, Janker, Westen, Hemden, Strick, Kinderwalkjacken, Overalls, Walkwesten uvm. Außerdem großer Stoffverkauf mit sehr vielen tollen Angeboten. Wir freuen uns auf euch! Beate Holzmair mit Team Am Wiesenrain 5 | 85283 Wolnzach | Tel.: 08442 - 968484 www.silkandpearls.de

espresso Anzeige 32 Gartengestaltung in Zeiten des Klimawandels Große Hitze, sintflutartige Regenfälle, heftige Stürme, lange Trockenperioden: Das Wetter hält heute mehr und vor allem häufiger Extreme bereit als früher. Dafür sollte man auch seinen Garten rüsten. Wie das geht, erklärt mit Stefan Arndt ein Gartengestalter aus Rohrbach (Ilm). D ie meisten Gärten sind bis heute, so die Erfahrung Arndts, weder auf das eine noch auf das andere Phänomen vorbereitet. Dabei lässt sich mit gärtnerischen Mitteln beidem begegnen, und es bleibt auch unter extremeren Bedingungen möglich, einen dauerhaft schönen, vitalen und abwechslungsreichen Garten zu entwickeln. Einer der Schlüssel zum Erfolg ist eine gute Bodenvorbereitung. Dabei geht es darum, die Wasserhalteeigenschaften des Pflanzgrundes zu optimieren: allzu schwerer, verdichteter Boden muss aufgelockert, eher sandiger mit Humus angereichert werden. „So gewährleistet man, dass Regen einerseits gut versickern, andererseits aber lange im Wurzelbereich der Pflanzen gehalten werden kann und nicht ungenutzt ins Grundwasser abfließt“, erklärt Stefan Arndt diese Maßnahme. KUNDIGE PFLANZENAUSWAHL Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Auswahl der Pflanzen. Natürlich gehört die standortgerechte Pflanzung, also eine Sortenauswahl anhand der im Garten vorherrschenden Bedingungen, eigentlich zum kleinen gärtnerischen Einmaleins. „Für eine langlebige und attraktive Pflanzung wird die Pflanzplanung durch die zunehmenden Wetterextreme komplexer“, hat Stefan Arndt beobachtet. Er setzt vor allem auf solche Arten und Sorten, die klimatisch Einiges aushalten, also sowohl mit längeren Trockenperioden und großer Hitze gut zurechtkommen als auch einige Zeit ein Überangebot an Wasser tolerieren. Tiefwurzelnde Pflanzen gehören zu den Gewinnern des Klimawandels. Bei Gehölzen sind das zum Beispiel Amber- oder Schnurbaum und Gleditschie, bei den Stauden Storchschnabel, Sedum, Aster und Wolfsmilch, aber auch noch viele mehr. WAS WIRD AUS DEM RASEN? Für viele Menschen gehört ein gepflegter, grüner Rasen einfach zum Idealbild eines Gartens. Allerdings ist Stefan Arndt davon

Anzeige espresso 33 Mein Garten. Mein Zuhause. www.arndt-gartenbau.de info@arndt-gartenbau.de www.arndt-gartenbau.de www.gaertner-von-eden.com Arndt Gärtner von Eden 85296 Rohrbach 08442 964270 Kontakt für Gartenneuanlagen, -umgestaltungen und Pflegeaufträge: überzeugt, dass man hier langfristig wird umdenken müssen – und das gleich aus mehreren Gründen. Optimale Bedingungen – eine gleichbleibende leichte Feuchtigkeit und auf keinen Fall Staunässe – dürfte es für den klassischen Rasen in Zukunft nur noch selten geben. Außerdem nehmen Niederschläge immer mehr ab, Wasser steht nicht mehr unbegrenzt zur Bewässerung des Rasens zur Verfügung. „In einigen Regionen darf im Sommer schon nicht mehr gesprengt werden“, fasst Stefan Arndt zusammen. Wer sich nicht damit arrangieren kann, dass deshalb sein Rasen zukünftig im Sommer mehr braun als grün ist, sollte über andere Konzepte nachdenken. „Zum Glück gibt es ja die Möglichkeit, über Pflanzungen mit trockenheitsverträglichen Stauden auch weiterhin lebendige Gartenbilder zu erschaffen“, betont Arndt. „Außerdem sind Staudenpflanzungen per se ökologisch deutlich wertvoller als eine Rasenfläche, weil sie Insekten Nahrung und Pollen bieten und damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.“ BAUTECHNIK NEU DENKEN Um für Starkregenereignisse gewappnet zu sein, sollte man sich mit dem Thema Flächenversiegelung im Garten befassen: Wie viel Fläche steht zur unmittelbaren Versickerung zur Verfügung? Je mehr, desto besser lautet hier die einfache Formel. Deshalb empfiehlt Stefan Arndt, die wirklich notwendige Größe von Terrasse, Einfahrt und Stellplätzen, die Formate der Plattenbeläge und den Fugenanteil genau zu hinterfragen. Außerdem wichtig zu klären: Wohin und in welchen Mengen kann Oberflächenwasser abgeleitet werden?

34 espresso INTO THE WiLD Endlich am Ziel: Knapp sechs Monate wanderte Fabian Eisinger auf dem 3.500 Kilometer langen Appalachian Trail in den USA. Der an der Ostküste gelegene Fernwanderweg durchquert 14 US-Bundesstaaten. Endpunkt ist der Mount Katahdin mit einer Höhe von 1.606 m, der höchste Berg im US-Bundesstaat Maine.

35 espresso Hiking the Appalachian trail ruined my life – but in a good way. Als Fabian Eisinger diesen Spruch zum ersten Mal liest, findet er ihn witzig. Jetzt versteht er ihn voll und ganz. Er hat ihn verinnerlicht. „Es packt einen und lässt einen nicht mehr los. Man versucht, es immer wieder möglich zu machen und richtet sein ganzes Leben da- rauf aus“, sagt er selbst. Das kleine Wörtchen „es“ bedeutet in diesem Fall: Abenteuer, Freiheit, Unabhängigkeit. Fabian Eisinger ist studierter Informatiker. Nach seinem Masterabschluss will er aber erst einmal etwas von der Welt sehen. Erste Idee: Ein Roadtrip mit dem Auto quer durch die USA, von der Ost- zur Westküste. Doch dann stößt er auf YouTube zufällig auf ein Video, in dem von „AT“ die Rede ist. Eine kurze Recherche ergibt: AT steht für Appalachian Trail, ein 3.500 Kilometer langer Fernwanderweg an der Ostküste der USA. Fabian war sofort Feuer und Flamme, „ich habe alle Pläne umgeschmissen“. Das Ziel war gesetzt. Mit espresso lässt er seine Erfahrungen, die er im Jahr 2022 auf dem Appalachian Trail gesammelt hat, noch einmal Revue passieren. In wenigen Wochen nimmt er den zweiten der drei großen US-Fernwanderwege in Angriff, den Pacific Crest Trail. Dieses Mal verschlägt es ihn an die Westküste. Sechs Monate, 4.200 Kilometer, alles zu Fuß. Und: Wieder dieses Gefühl von Abenteuer, Freiheit, Unabhängigkeit. Wie heißt es so schön? Jedes Abenteuer beginnt mit einem ersten Schritt. Dieses Abenteuer beginnt 2022 mit einer Einweisung. Die ist auch nötig, denn entlang des Appalachian Trail gibt es Schwarzbären. In der Praxis bedeutet das für Fabian: sein Essen muss er mindestens 150 Meter von seinem Schlafplatz an einen Baum binden, in etwa drei Meter Höhe und zwei Meter vom Stamm entfernt. Meister Petz ist Kletterkünstler. Auch das Credo „Leave no trace“, also Hinterlasse keine Spuren, wird den Wanderern ans Herz gelegt. Dann geht es los. Eintauchen in die Natur. Bäume, Seen, Berge. Wundervolle Sonnenuntergänge, traumhafte Panoramen. Unendliche Weiten. Unterwegs schläft er in seinem Zelt (das er 1,5 Wochen vor seinem Fabian Eisinger ist 30 Jahre alt, ursprünglich aus Zuchering und lebt jetzt in Oberhaunstadt. "Survival"-Erfahrung in der Wildnis hatte er vor seiner Reise nicht. Er geht aber gerne Wandern.

36 Flug zum ersten Mal im Garten aufbaut) oder in sogenannten Sheltern, also recht einfach gehaltenen Hütten. „Etwa einmal die Woche kommt man an einer Stadt vorbei“, erklärt Fabian. Dort füllt er seine Vorräte auf. Er muss sich unterwegs also keine Angel aus einem Ast schnitzen und auf Fischfang gehen. Die Vorratsplanung funktioniert auch ganz gut, bis auf einmal, als er etwa auf halber Strecke auf dem Abschnitt „Hundred-Mile Wilderness“ (der genau das bedeutet: 160 Kilometer durch die pure Wildnis) merkt, dass die Vorräte nicht reichen könnten. Doch: ein anderer Wanderer hilft ihm und einigen anderen Weggefährten aus. Der Appalachian Trail ist beliebt. Wenn man will, findet man immer jemanden, mit dem man gemeinsam wandern kann, erklärt Fabian. Er ist aber auch immer mal wieder ganz alleine unterwegs. Etwa damals, als er sich an den „Damascathon“ wagt. Also einen „Marathon“, der 42 Kilometer vor der Stadt Damascus im Bundesstaat Virginia beginnt. „Jedes Shelter hat ein Logbuch, quasi eine Art Trail-Twitter“, erklärt Fabian. Dort erfährt er erstmals davon. Der Appalachian Trail ist gespickt mit solchen „Challenges“, eine andere ist die 4-State-Challenge, in der man vier Bundesstaaten am Stück durchquert. Die Marathonstrecke vor Damascus will Fabian eigentlich erst nicht in Angriff nehmen. Als er davon erfährt, hat er schon 18 Kilometer in den Beinen. Doch irgendwann packt es ihn doch. „Gegen 22 Uhr war es stockduster. Ich gehe einen Weg entlang, der sich um ein Gebüsch schlängelt. Als das Gebüsch etwa 20 Meter hinter mir liegt, höre ich plötzlich ein furchterregendes Grollen. Mir hat’s sofort die Haare aufgestellt und es lief mir kalt den Rücken runter.“ Fabian stellt seine Stirnlampe auf volle Helligkeit und versucht, etwas zu erkennen. Es tut sich nichts. „Ich muss hier raus“, war sein einziger Gedanke. Fabian macht sich aus dem Staub. Wahrscheinlich ein Schwarzbär, findet er später heraus. Mittlerweile kann der 30-Jährige darüber lachen. Und sowieso: „Es gibt viele tolle Erlebnisse, an die ich mich immer erinnern werde. Etwa, als ich auf dem Mount Katahdin angelangt war. Das war ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich war aber auch ein wenig traurig, weil das Abenteuer jetzt vorbei war und es wieder ins normale Leben zurückging.“ Am 08. April macht sich Fabian wieder auf die Reise. Der Pacific Crest Trail befindet sich an der US-Westküste. Er ist sogar noch einmal 700 Kilometer länger als der Appalachian Trail. Länger als 6 Monate wird er aber auch hier nicht brauchen, der Appala1 McAfee Knob: Beliebter Fotospot in Virginia 2 Schlafplatz mit Zelt 3 Actias luna, ein Schmetterling aus der Familie der Pfauenspinner 4 Tarnkünstler: die Dreiecksnatter. Weitere (giftige) Tiere, auf die Fabian traf: Klapper- und Kupferkopfschlangen, Schwarze Witwen (machten es sich besonders gern auf Plumpsklos bequem) und - etwas niedlicher - Eichhörnchen. 5 Blick auf Lake Onawa 6 Shelter 7 Warnhinweis 8 Der hier noch recht kurze Bart im Vergleich zum Foto auf der Vorderseite beweist es: Fabian war lange unterwegs 9 Vorrat: Zubereitung mit heißem Wasser aus dem Campingkocher 1 2 3 4 5

37 espresso chian Trail ist deutlich bergiger. Über seine Ausrüstung hat er sich schon Gedanken gemacht. „Es heißt immer, man packe seine Ängste“, also man packt davon am meisten, wovor man sich am meisten fürchtet. Die Ausrüstung zur zweiten Fernwanderung hat Fabian reduziert, etwa um eine Regenhose und einen Regenüberzug für den Rucksack. Am Schluss zählt jedes Gramm. Schließlich schleppt man alles sechs Monate mit sich herum. Einen Tipp für alle, die sich nun für ein solches Abenteuer interessieren, hat er auch: Einfach machen. „Nicht zweifeln. Gründe, warum etwas nicht geht, gibt es immer zur Genüge. Die älteste Dame, die ich getroffen habe, war Anfang 70.“ Auch ein Kriegsveteran mit zwei Beinprothesen war auf dem Trail unterwegs. Fabian hält sich übrigens an seinen eigenen Rat. Seine aktuelle Arbeitsstelle hat er für sein neues Abenteuer kurzerhand gekündigt. Dass das sein Leben "ruiniert", wie es im Zitat zu Beginn scherzhaft heißt, fürchtet er nicht. Dass es sein Leben bereichern wird, da ist er sich hingegen sicher. 6 7 8 9 Rechts: Fabians Ausrüstung für seine Wanderung 2022. Über lighterpack.com hat er eine Liste erstellt, um einen Überblick über Gesamtgewicht und Kosten zu erhalten

38 In einer Zeit, in der viele Menschen nach ganzheitlichen Ansätzen zur Verbesserung ihrer Gesundheit suchen, gewinnen alternative Heilmethoden zunehmend an Bedeutung. Zwei Methoden, die für sich zwar schon eigenständige Therapiekonzepte darstellen, ergänzen sich ganz hervorragend, können gemeinsam außergewöhnliche Ergebnisse erzielen und kombiniere ich in meiner Praxis sehr erfolgreich: die Japanische Meridiantherapie und die Osteopathie. Warum passen diese beiden Methoden so gut zusammen? Die Antwort findet man in der Entwicklung der Japanischen Akupunktur. Durch viele Umstrukturierungen im japanischen Gesundheitssystem, wurde die traditionelle asiatische Heilkunde in Japan, für lange Zeit, eine Domäne der Sehbehinderten. Diese Therapeutengruppe musste naturgemäß vorwiegend mit dem menschlichen Tastsinn arbeiten und konnte demnach auch sensiblere manuelle Techniken in der Diagnose und Therapie entwickeln. Genau das schlägt die Brücke zur Osteopathie, die ebenfalls eine manuelle Methode darstellt. Während die Japanische Meridiantherapie den energetischen Aspekt des Körpers anspricht, zielt die Osteopathie auf die physischen Strukturen ab. Kombiniert angewandt, spielen sie ausgezeichnet zusammen und können eine einzigartig umfassende Behandlung bieten. Dabei strebt die Japanische Meridiantherapie die Harmonisierung des Qi (der Lebensenergie) auf den Leitbahnen (den Meridianen) im Körper an. Die Therapie basiert auf dem Konzept, dass eine Blockade oder Störung im Qi-Fluss zu körperlichen Beschwerden und Ungleichgewichten führen kann. Durch Stimulation von Meridianpunkten können Spannungen gelöst, der Fluss der Lebensenergie wiederhergestellt und das Wohlbefinden verbessert werden. Dafür bedient sie sich der Akupunktur, Massagen und weiteren, vor allem manuellen, Techniken. Ergänzend konzentriert sich die Osteopathie auf die aktive und passive Mobilisation von Muskeln, Gelenken und Geweben. In der Osteopathie wird der Körper als eine Ein perfektes Therapie-Duo zu Gesundheit und Wohlbefinden Osteopathie & Japanische Meridiantherapie espresso Anzeige SHÔNISHIN Akupunktur geht auch ohne Einstich MARTIN HELL HEILPRAKTIKER Ein Gastbeitrag von Einheit betrachtet, in der Struktur und Funktion eng miteinander verbunden sind. Durch die Beseitigung von Einschränkungen oder Blockaden im Bewegungsapparat Foto: Adobe Stock / WavebreakmediaMicro

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