NiederbayernTV Magazin

41 Ganacker wieder die Kultur daheim ist“, sagt Vorstand Martin Bauer. „Die Leute helfen sich gegenseitig und packen mit an, damit wir wieder ein schönes soziales Dorfleben haben, und mittlerweile sind wir bei weit mehr als 200 Mitgliedern.“ „Da wird der Gast schnell mal zum Wirt – und der Wirt zum Gast“ „Hier trifft sich Jung und Alt“, schwärmt der Stoiber Richard, seines Zeichens für den Ausschank verantwortlich. „Unsere Gäste sind zwischen 14 und 85. Und Sommer wie Winter trifft sich beispielsweise der Freitagsstammtisch zum Kart'ln in gemütlicher Runde. Das ist wirklich eine tolle Sache geworden – zumal wir erst 'nur' unseren Mittwochsstammtisch für die Radler hatten. Aber jetzt ist hier ganz schön was los. So soll's sein – und so wird's bleiben.“ Was ist eigentlich so geboten im Dorfhaus Ganacker? „Allerhand“, wie der Sprecher des Kulturausschusses, Werner Glück, verrät. „Es gibt KabarettFrühschoppen, seit den 70er Jahren feiern wir hier den Sportlerball, letztes Jahr im Herbst war der Horst Eberl da und hat mit spitzer Zunge und flottem Gitarrensound viel Witz und Humor ins Gasthaus gebracht. Tolle Bands kommen zu uns, wie 'Trixi und die Partylöwen', die sonst auch auf dem Gäubodenvolksfest in Straubing spielen. Der Hanse Schoierer war bei einer Schupfa-Rock-Party hier, und wir hatten das Starkbierfest der Feuerwehr, Weihnachtsfeiern mit Versteigerungen und viele weitere Veranstaltungen mit Livemusik, Hüpfburgen für die Kleinen und Bier vom Fass für die Großen.“ G'selligkeit und Gastlichkeit Die Halbe Bier ist mit 2,80 Euro so günstig, wie man sie im ganzen Landkreis in keinem Biergarten bekommt. „Wir machen das alle unentgeltlich“, verrät Schankprofi Richard. „Wir müssen kein Personal bezahlen und brauchen auch keine großen Gewinne zu erwirtschaften. Deshalb können wir den günstigen Preis an unsere Gäste weitergeben. Wir sind rund 20 Leute, die sich hier um Ausschank und Service kümmern. Hier hilft jeder mit. Da wird der Gast schnell mal zum Wirt – und der Wirt zum Gast“. Und auch die Speisekarte ist ein echter Leckerbissen: „Bei uns gibt's die typischen Brotzeitgerichte“, sagt Herbert. „Sulz, Bratwürschtl, Wurschtsalat, Volksfestkas' mit Breze. Und vieles mehr.“ Mit am Tisch waren auch die beiden Huber-Brüder Herbert und Tobi. Herbert kümmert sich um die Einteilung der „Wirte“ und den Betrieb des Dorfhauses. Tobi, „ein Mann für alle Fälle“, macht die Bierbestellungen und organisiert das ganze Drumherum, wie zum Beispiel Privatveranstaltungen. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Und auch von öffentlicher Seite gibt es große Unterstützung. So ist der amtierende Bürgermeister Martin Hiergeist auch oft Gast im Dorfhaus. Er ist ein großer Freund, Brauchtum zu erhalten, und setzt sich engagiert für die weitere Fortführung des Dorfhauses Ganacker ein. Das laufende Dorferneuerungsverfahren in Ganacker hatte die Sache begünstigt, denn ein neues Dorfhaus wäre aufgrund des absehbaren Wirtshaussterbens irgendwann geplant gewesen – mit dem Fortbetrieb des bestehenden Gasthauses war dies aber gelöst. Wer ebenfalls engagiert ist, ist ein junger Bursche, der Korbinian Rauch. Er hat sich kurzerhand seine Akustikgitarre über die Schulter gehängt und vor versammelter, gut 50-köpfiger Gästemannschaft „Das Dorfhauslied“ gespielt. Und zwar, nachdem der Huber Franz uns ein sehr schönes, aber auch nachdenkliches Mundart-Verserl über die Wirtshausprobleme vorgetragen hat. All das – sowohl das Verserl als auch das Lied – können Sie sich in einem gut vierminütigen Beitrag anschauen, der bereits in unserer Mediathek abrufbar ist. Einfach dem folgenden QR-Code folgen, und schon sind Sie hautnah dabei, als wir am 2. August 2023 zu Gast in Ganacker sein durften. Außerdem wird es im Laufe der nächsten Wochen eine Sondersendung zum Dorfhaus Ganacker geben. Dann ebenfalls in unserer Mediathek. Von Torsten Widua Bilder: © Torsten Widua

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