Perspektiven - Schule Job Karriere

Durchstarten statt abwarten. AUSB I LDUNG+STUDIUM BERUFLICHE REHA WEITERBILDUNG ECKERT SCHOOLS DIGITAL MEHR ALS 40 STANDORTE www.eckert-schulen.de WIR BILDEN ZUKUNFT! ® „Es ist machbar“ Nach dem ersten Jahr des Programms Berufsschule plus ziehen Lehrer und Schüler eine positive Bilanz Es ist kurz nach 18 Uhr in einem Klassenzimmer der Berufsschule an der Luitpoldstraße. Draußen knallt noch die Sonne, alle Fenster sind geöffnet für ein bisschen Durchzug. Auf den Plätzen sitzen gut ein Dutzend junge Frauen und Männer, die munter untereinander plaudern. Von Erschöpfung merkt man erstmal nichts, trotz der Hitze. Es gibt Schlimmeres, als hier abends zu sitzen, meint Isabella Pirito (18). „In der Arbeit stehe ich vor der heißen Fritteuse“, erzählt sie. Dagegen sei die Temperatur hier angenehm. Montags und mittwochs kommen die Azubis seit letztem Oktober abends für drei Schulstunden in die Berufsschule. Sie haben sich viel vorgenommen. Denn sie haben im letzten Herbst nicht nur eine Ausbildung begonnen, sondern sich gleichzeitig auch für das Projekt Berufsschule plus eingeschrieben, so wie Isabella, die eine Ausbildung in der Systemgastronomie macht. Hier kann man neben der Ausbildung in drei Jahren parallel die Fachhochschulreife erreichen. Es ist der erste Jahrgang in Landshut, der das angepackt hat. Wie ist die Bilanz nach dem ersten Schuljahr? Wer die ersten Monate übersteht, der bleibt „Es ist anstrengend, aber schön“, sagt Helene Bösl, die das Projekt mit aufgezogen hat und die Klasse in Deutsch unterrichtet. Das Interesse letzten September war groß, 32 Schülerinnen und Schüler meldeten sich an. „Am Anfang waren alle noch total motiviert“, erinnert sie sich. Dann aber kam es, wie man es erwartet hatte. „Um Weihnachten kam der erste Einbruch“, manchen wurde es zu viel. Bis zum Ende des ersten Halbjahres streckten noch weitere die Waffen und gaben auf. Der harte Kern aber ist geblieben: immerhin 16 Schülerinnen und Schüler. „Und die halten wohl bis zum Ende durch“, schätzt Bösl. ganz neue Anforderungen“. Das Fachabitur und anschließend ein Studium seien da wichtig für die berufliche Entwicklung, auch was das Einkommen betreffe. „Und es ist sträflich, sein Potenzial nicht zu nutzen.“ Der Umgang ist herzlich und familiär Die Lehrerin sieht noch mehr Vorteile an dem BS plus-Programm: So findet sie es schön, dass sich Schüler der unterschiedlichsten Fachgruppen hier kennenlernen. Der Umgang sei sehr herzlich und familiär. Aber natürlich werde auch viel gelernt, wer fehlt, der versäumt einiges: „Wenn wir hier sind, dann passiert auch was.“ „Vom Lernpensum her geht’s“, meint Ina Sedlmeier (18), die eine Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin macht. Aufwendig seien aber die Projekte, die man nebenher machen müsse, Referate, Präsentationen. Aber sie habe das so gewollt, Ausbildung und Abitur zur gleichen Zeit zu machen, denn das hat einen weiteren wichtigen Vorteil: „Man verdient auch Geld.“ Petra Scheiblich i Berufsschule plus bietet die Möglichkeit, neben einer dualen Ausbildung oder dem Besuch einer Berufsfachschule in drei Jahren das Fachabitur zu machen. Die Aufnahmebedingungen sind die gleichen wie an der Fachoberschule: Man braucht beim mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik einen Notendurchschnitt von mindestens 3,5. Unterrichtet wird in diesen Fächern und Gesellschaftskunde an zwei Abenden, insgesamt sechs Stunden in der Woche, im letzten Jahr sieben Stunden. Anmelden kann man sich noch bis Oktober im Sekretariat der Berufsschule 1 in der Luitpoldstraße in Landshut. Das Programm BS+ wird auch an den Berufsschulen in Dingolfing, Deggendorf und Cham angeboten. keine so wichtigen Tage wie zum Beispiel Freitag“, meint sie und lacht. Trotzdem: Wieso tun sich das die jungen Leute an? Schließlich gibt es auch einiges an Hausaufgaben, so dass auch die restlichen Abende der Woche fürs selbstständige Lernen herhalten müssen. „Man kommt so einfach schneller weiter“, sagt Helene Bösl. Egal ob in der Kfz-Branche oder in der Gastronomie, etwa im Hotelmanagement, „da gibt es Acht-Stunden-Arbeitsalltag noch die Schulbank zu drücken, „aber es ist machbar“. Isabella Pirito spricht aus Erfahrung: Ihr Bruder habe einen anderen Weg zum Fachabitur beschritten, der habe erst nach abgeschlossener Ausbildung innerhalb von einem Jahr an der BOS den Abschluss gemacht. „Das war sehr stressig“, sagt sie. Drei Jahre lang zwei Abende zu opfern findet sie angenehmer. „Montag und Mittwoch sind ja Diesen Optimismus teilen auch die Lernenden. „Wer jetzt noch aufhört, ist ganz schön blöd“, meint zum Beispiel Florian Köglmeier (17), der eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik macht. „Da hätte man doch schon nach drei Monaten aufhören können“, sagt er. Für ihn steht fest: „Ich zieh das jetzt durch.“ Dabei empfinden es die meisten in der Klasse zwar als anstrengend, nach einem Pioniere: Die erste BS+ Klasse in Landshut hat sich zwar nach den ersten Monaten halbiert, aber der Rest will auf jeden Fall durchhalten. Fotos: Petra Scheiblich Isabella Pirito Ina Sedlmeier Florian Köglmeier 19 PERSPEKTIVEN

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