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Fußball in der Region – präsentiert von der 10 Saison 2023 / 24 | Bezirksliga West Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2023 / 24 11 Schritt für Schritt Der Landshuter Julian Justvan kickt künftig für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga Von Tobias Nagler Dass nun manches anders ist, erfuhr Julian Justvan gleich an seinem ersten echten Arbeitstag: „Das war eine knackige Einheit zum Start. Normalerweise ist das erste Training immer etwas ruhiger, um reinzukommen, aber es war direkt richtig Zug drin. Ich habe schon gemerkt, dass hier nochmal eine ganz andere Qualität vorhanden ist und alles viel schneller geht“, sagt der 25-Jährige, der seit diesem Sommer für Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim kickt. Ein Wechsel, der nicht unbedingt groß überraschte: Der Flügelspieler war nach seiner glänzenden Saison im Leiberl des SC Paderborn 07 heiß begehrt. Er absolvierte alle 34 Zweitligaspiele und wies mit fünf Toren und acht Assists eine für seine Position bärenstarke Quote auf. Doch während die „Nullsiebener“ eine weitere Spielzeit im Unterhaus verbringen, startet der gebürtige Landshuter einen zweiten Versuch in der deutschen Beletage. Bereits beim VfL Wolfsburg, seiner Station vor Paderborn, stand Julian Justvan kurz vorm Bundesliga-Debüt, das ihm jedoch letztlich stets verwehrt blieb. Diesmal sieht er seine Chancen ungleich besser: „Die Gespräche mit der TSG verliefen sehr gut und ich bin der Meinung, dass ich mich hier sportlich am besten weiterentwickeln kann.“ Dieser Meinung ist man auch an anderer Stelle: „Er ist ein sehr spannender Spieler und einen interessanten Weg gegangen. Er war früher ein Offensivspieler, ein Achter oder Zehner, und hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Top-Außenverteidiger entwickelt“, sagte Alexander Rosen, Geschäftsführer Sport der TSG, jüngst im Gespräch mit SWR Sport: „Er ist sehr torgefährlich und schnell. Er ist dribbelstark, ein guter Vorbereiter und kann auf beiden Außenbahnen spielen. Gerade, wenn wir mit einer Dreierkette agieren, können seine Stärken zur Geltung kommen.“ Alexander Rosen erinnert der Neuzugang an David Raum. Auch ein gebürtiger Bayer, der vor zwei Jahren von der SpVgg Greuther Fürth in den Kraichgau gewechselt war, bei der TSG anschließend durchstartete und später für 26 Millionen Euro zu RB Leipzig wechselte: „Wenn Julian Justvan nur ansatzweise so eine Entwicklung nimmt, dann freuen wir uns alle.“ Ordentlich Wertschätzung – die der sympathische Niederbayer zur Kenntnis nimmt, um dann gewohnt bodenständig auf seine neue Rolle hinzuweisen: „Für mich ist es wichtig, dass ich von Schritt zu Schritt denke. Ich will zunächst einmal hier ankommen, das Umfeld kennenlernen und mich wohlfühlen. Denn wenn mein Wohlbefinden gut ist, kommt die Leistung von ganz allein. Natürlich weiß ich, dass ich hier kein Stammspieler vom ersten Tag an sein kann.“ Zumal die Konkurrenz auf seiner Position groß ist. Pavel Kaderabek (rechts), Robert Skov (rechts), Marco John (links) und Jacob Bruun Larsen (links) melden nämlich ebenfalls Ansprüche an und haben zum Teil reichlich Bundesliga-Erfahrung vorzuweisen. Aber genauso wenig wie ihn die Vorschusslorbeeren übermütig werden lassen, genauso wenig zeigt sich Julian Justvan von der Konkurrenz beeindruckt. Stattdessen bevorzugt der 25-Jährige eine trockene niederbayerische Ansage: „Ich nehme den Konkurrenzkampf an.“ Definitiv eine gesunde Einstellung. ENTSPANNT: „Ich will zunächst einmal hier ankommen, das Umfeld kennenlernen und mich wohlfühlen“, sagt der 25-jährige Julian Justvan. Foto: imago D i e Be z i r k s l i g a We s t i m Üb e r b l i c k Von Bepp Helmrich Das kam überraschend und überzeugend zugleich: In Sachen Meisterschaft wurde die vergangene Saison der Fußball-Bezirksliga West nur von einem Verein geprägt. Der SV Neufraunhofen war von Anfang an ganz oben dabei und am Ende souverän auf Platz eins – mit 20 Siegen, sieben Unentschieden und nur drei Pleiten kamen die Mannen von Coach Alexander Auhagen auf stolze 67 Punkte und sicherten sich damit den Aufstieg in die Landesliga. Mit großem Vorsprung auf die Verfolger FC Dingolfing (59 Punkte) und FSV Landau (57). Dabei konnte man von „Verfolger“ kaum sprechen. Mehr als das Duell um Platz zwei und die Aufstiegsrelegation war für die beiden nicht drin. Weil die Konkurrenz vergeblich auf Patzer der „Grafen“ warteten. Die blieben aus – und deshalb war der Titelgewinn die logische Folge. Dagegen scheiterte „Vize“ Dingolfing mit Trainer Florian Baumgartl erneut in der Aufstiegsrelegation. Frühzeitig wurde auch die Abstiegsfrage geklärt. Nach einigen Jahren Ligaerhalt via Relegation hat es die DJK Altdorf diesmal erwischt. Die Grün-Weißen kicken jetzt in der Kreisliga. Genauso wie der FC DJK Simbach, der nur ein Jahr in der West-Staffel mitmischen durfte. Enttäuschung auch beim FC Eintracht Landshut: Die Truppe von Ali Attieh musste in die Relegation, verlor die entscheidende Partie gegen den TSV Abensberg und spielt wieder eine Etage tiefer. Noch weiter nach unten ging es für den TuS Walburgskirchen. Der sorgte schon mit dem Bezirksliga-Aufstieg vor Jahresfrist für Aufsehen und konnte den schnellen Sprung nach oben nicht wirklich stemmen. Nach Querelen zog sich die Mannschaft zurück. Damit wurde ein weiterer Platz frei. Den krallte sich der TSV Abensberg. Insgesamt gibt es nun fünf „Neue“ in der West-Gruppe: Der VfB Straubing kommt aus der Landesliga Mitte runter, der TSV Gangkofen und der FC Oberpöring (beide aus der Kreisliga Isar/Rott) hatten eigentlich ein bisserl mit der Ost-Staffel geliebäugelt und aus der Kreisliga Donau/ Laaber schafften Meister TV Schierling sowie der FC Walkertshofen (über Relegation) den Sprung nach oben. Dazu gesellen sich elf etablierte und ambitionierte Vereine: TSV Abensberg, TV Aiglsbach, FC Dingolfing, FC Ergolding, TSV Ergoldsbach, ATSV Kelheim, TSV Langquaid, FSV Landau, TuS Pfarrkirchen, ASCK Simbach am Inn und FC Teisbach. Zumeist hofft man in den Clubs auf eine stressfreie Saison. Klassenerhalt ist das meistgenannte Ziel. Ein paar Vereine gibt’s dann doch, die mehr im Visier haben. Auch wenn das nicht so direkt ausgesprochen wird. Einige werden auf dem Transfermarkt aktiv, andere setzen auf einen neuen Übungsleiter. Zum Beispiel der FC Teisbach: Dort heuerte Florian Baumgartl an und soll zusammen mit dem spielenden Co-Trainer Florian Wischinski (von der SpVgg Niederaichbach) die Teisbacher ein gutes Stück in höhere Regionen befördern. Reges Treiben herrscht auch beim TSV Langquaid. „Bill“ Fuchsbrunner hat mit Benjamin Flicker (vormals mit Aiglsbach in der Landesliga) einen guten Coach verpflichtet. Eine weitere Zittersaison um den Klassenerhalt soll es nicht wieder geben. Ruhe und Gelassenheit sind dagegen anderswo zu sehen. Man setzt auf den eigenen Nachwuchs, auf kontinuierliche Ausbildung und will damit erfolgreich sein. Oder auch mit dem Aufschwung, der durch den Aufstieg in die Bezirksliga entstanden ist. Zum Beispiel beim TV Schierling, der nach einigen Jahren Kreisliga wieder im niederbayerischen Oberhaus auftaucht. Mit dem Multi-Funktionär Martin „Blitz“ Huber, der nach langer Zeit als Talentscout beim SSV Jahn Regensburg wieder seine Heimat entdeckt hat. Er kam mit dem TVS einst bis in die Landesliga. Mit einem Torjäger Christian Brandl. Der ist jetzt Spielertrainer beim SV Walkertshofen und mit dem ebenfalls neu in der Bezirksliga. Eine schöne Geschichte, die „König“ Fußball da schreibt. Aber Nostalgie ist nicht wirklich gefragt. In vielen Vereinen sind „echte Macher“ am werkeln. Mit neuen Ideen, mit neuem Schwung und vielleicht auch mit einigen Lockrufen. Das gehört halt dazu. Dazu gehören allerdings auch die, die eine Vereinsphilosophie vertreten und selbige mit viel Elan und mit ehrgeizigen Kickern umsetzen. Und einen eventuellen Abstieg nicht gerade als Beinbruch sehen. Sondern als Motivation für die weitere Arbeit im Verein. Schön, dass es so was in der heutigen Zeit auch noch gibt. Doppel-Jubiläum Christian Leicher freut sich nach seinem 200. BL-Spiel auf seine 15. Saison im Oberhaus Von Michael Selmeier Er ist ein Freund der ruhigen Töne. Bodenständig. Sympathisch. Aber auch einer, der haargenau weiß, was er will – nämlich: vor den kritischen Augen von zigtausend Fans in den Stadien und zahlreichen TVKameras einen guten Job machen. Das tut Christian Leicher (44) seit vielen Jahren. Sonst hätte es mit einem besonderen Jubiläum in der vorigen Saison nicht geklappt. „Ich hatte mein 200. Spiel als Schiedsrichter-Assistent in der Bundesliga“, sagt der Familienvater eher beiläufig und schiebt in seiner bescheidenen Art hinterher: „Das freut mich schon sehr, dass ich diese Marke erreicht habe.“ Der Landshuter, der Wochenende für Wochenende für den SV Neuhausen in den Arenen der Fußball-Republik unterwegs ist, opfert viel Zeit für sein Hobby. Er bereitet sich intensiv auf jedes Match vor. Und hinterher analysiert er – zusätzlich zu den obligatorischen Besprechungen mit Schiri-Coach und -Beobachter – daheim anhand von Fernsehbildern nochmal ausgiebig alle kniffligen Szenen einer Partie. „Ich möchte ja die Fehler reduzieren“, sagt Christian Leicher – und verabschiedet sich zum DFBVorbereitungslehrgang für Schiedsrichter-Assistenten in die Sportschule Kaiserau. Schließlich rückt die Meisterschaftsrunde 2023/24 unaufhaltsam näher. Genauso wie das nächste Jubiläum mit der Fahne in der Hand an der Seitenlinie: Für Christian Leicher wird’s die 15. Saison in der Bundesliga. Die Vorfreude ist ihm anzumerken. Ein bisserl ein Kribbeln ebenfalls. Mehr freilich nicht. Weil er sich aus derlei Zahlen herzlich wenig macht. Der Diplom-Kaufmann hält lieber an seinem bewährten Motto fest: „Ich arbeite weiterhin daran, saubere Leistungen abzuliefern.“ Vorzugsweise wieder im Gespann von Referee Robert Hartmann aus Wangen im Allgäu. MIENEN-SPIEL: Schiri-Assistent Christian Leicher schaut genauso ernst wie Bayern-Star Joshua Kimmich. Foto: imago Waldland ist ein innovativer Hersteller von Fenstern und Haustüren in vielfältigen Stil- und Materialversionen. Unser Familienbetrieb in der fünften Generation ging vor mehr als 100 Jahren aus einer kleinen Wagnerei hervor. Heute fertigen wir für Sie mit über 50 Mitarbeitern Fenster und Haustüren aus Holz, Holz-Alu, Kunststoff, Kunststoff-Alu und Aluminium. 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