Waldmuenchner Heimatfest

3 72. Waldmünchner Heimatfest – Trenck der Pandur Christian Liegl ist der neue Trenck Der 32-Jährige feiert am 15. Juli Premiere – Extra fürs Festspiel das Reiten gelernt Mit diesen Haaren musst irgendwann den Trenck machen. – Diesen Satz hörte Christian Liegl oft, nicht nur von seiner Mutter Resi. Ernst genommen hat er das lange Zeit nicht. Warum seine Mutter nun doch recht behalten hat und er heuer als Freiherr Franziskus von der Trenck auf der Bühne steht, verrät der 32-Jährige in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Nach dem Abitur brach er seine Zelte in Grub erst einmal ab. Für Studium und Ausbildung zog es ihn in die Ferne – Stuttgart, Coburg, zwei Auslandssemester auf den Philippinen und in Südafrika. Abgesehen von ein paar wenigen Einsätzen als Fußpandur in der Jugend war er mit dem Trenckspiel „nicht so richtig verbandelt“. Bis 2019, als er eine Anfrage zum Sprecherworkshop bekam. „Die Rolle des Trenck zu übernehmen, war außer meiner Vorstellungskraft“, sagt Liegl. Zum Vorsprechen ging er trotzdem, Martin Kowalski zuliebe. Dem Regieassistenten von Yvonne Brosch habe er nicht absagen wollen. Beide, Brosch und Kowalski, konnten sich Liegl gut in der Rolle als Trenck vorstellen und so kam schon am nächsten Tag die Einladung zum Einzelvorsprechen. Leicht habe er sich die Entscheidung nicht gemacht, dann aber doch zugesagt. Dass er das Reiten erst lernen musste, hat Liegl nicht abgeschreckt; ganz im Gegenteil: „Ich habe das eher als Herausforderung und Motivation gesehen“. Nach intensivem Reittraining in Blumlohe sitzt der neue Trenck nicht nur fest im Sattel, sondern hat im Reiten sogar ein neues Hobby gefunden – neben der Musik, vor allem Gitarrespielen, und dem Sport, Joggen und Fitness. Zudem engagiert er sich als Jugendschöffe. In der vergangenen Saison wirkte Liegl bereits als Reiterpandur beim Festspiel mit. Eine gute Vorbereitung auf die Trenckrolle, auch wenn das noch einmal eine ganz andere Herausforderung sei. Hier setzt er auf Trenckpferd Belacek: „Der hat Bühnenerfahrung und auf dem fühle ich mich wohl.“ Faszination Trenck Aber nicht nur mit dem Reiten hat sich der neue Hauptdarsteller in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt, sondern auch mit seiner Rolle, der Person Franziskus Freiherr von der Trenck. „Viel spannender als gedacht“, beschreibt er den Pandurenoberst beziehungsweise dessen Vita. Die Ergebnisse seiner Spurensuche und Recherche hat Liegl zu einem Vortrag aufbereitet. Was ihn am Trenck am meisten fasziniert, sind die vielen verschiedenen Charakterzüge: einerseits gebildet, eloquent, ein gern gesehener Gast am Wiener Hof und andererseits wild und rau als Pandurenführer bei den Feldzügen. Und dann ist da noch seine dritte, die grüblerische Seite, die auch beim Festspiel immer wieder deutlich wird. Bei seiner Premiere am 15. Juli ist es an Christian Liegl, der Figur des Franziskus von der Trenck mit all ihren Facetten Leben einzuhauchen. Große Schauspielerfahrung hat er nicht, aber schon von Berufs wegen Erfahrung, vor Leuten zu sprechen. Erst vor wenigen Wochen hat Liegl seine neue Stelle als Lehrkraft am Pädagogischen Bildungszentrum in Furth im Wald angetreten. Über 600 Zuschauer finden auf der Trencktribüne Platz – schon eine andere Dimension als ein Klassenzimmer: „Ich habe großen Respekt, vor so vielen Menschen zu spielen“. Ein bisschen Bühnenluft hat Liegl bereits geschnuppert, als Statist bei der Kammeroper „Weiße Rose“ am Theater Regensburg: „Es hat Spaß gemacht, den Profis bei der Arbeit zuzuschauen“. Entscheidung nicht bereut Und was der Waldmünchner noch feststellte: Es gibt durchaus Parallelen zum Trenckspiel, etwa im Verhältnis zwischen Regie und Darstellern aber auch in der Kommunikation. Zum Beispiel das „Credo“, dass man nicht spielen soll, sondern fühlen. Das höre er auch am Trenckplatz. Überhaupt fühlt sich Liegl in der Trenckfamilie gut aufgenommen: „Man spürt den Rückhalt, den Zuspruch und das Wohlwollen“. Diese Atmosphäre gebe ihm als Neudarsteller Sicherheit. So hat Liegl seine Entscheidung, die Rolle des Trenck zu übernehmen, bisher keine Sekunde bereut. Auch nicht, dass er von Regensburg nun wieder nach Waldmünchen gezogen ist – nicht nur wegen der neuen Arbeitsstelle, sondern auch wegen des Trenckspiels. „Ohne die Rolle wäre ich vielleicht noch mal ins Ausland“, sinniert Liegl. Nun ist es anders gekommen; und es passt, wie es ist: „Ich bin happy; es fühlt sich gut an“. -abFreut sich auf seine Rolle als Trenck: Christian Liegl Foto: Alexandra Brückl HistoriscHes FreilicHtFestspiel trenck der pandur vorWaldmüncHen Aufführungen 2023 Beginn jeweils 21.00 Uhr SA. 08.07. | SA. 15.07. | SA. 22.07. | DO. 27.07. SA. 29.07. | DO. 03.08. | SA. 05.08. | SA. 12.08. EDUARD DEML GmbH Mobile Fußpflege Cornelia Wallner Tel. 0 99 72/90 26 56 www.fusspflege-wallner.de

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