gesund 2023

10 gesund 2023 11 gesund 2023 H-Milch statt Taschentuch Was tun mit dem ausgeschlagenen Zahn? Was für ein Schreck: Auf einmal liegt der Zahn auf dem Boden. Und nun? Auch bei Zahnunfällen ist schnelles Handeln ein Muss. Wer H-Milch im Kühlschrank stehen hat, ist im Vorteil. Oft passiert es beim Sport und meist sind es die oberen Schneidezähne, die bei einem Zahnunfall ausgeschlagen werden. Die Chancen auf Rettung stehen aber gar nicht schlecht, so die Initiative ProDente. Oft könne der Zahnarzt den Zahn wieder in den Kiefer einpflanzen. Vorausgesetzt, man sucht die Praxis oder den Notdienst so schnell wie möglich auf. Lagerung maximal zwei Stunden Damit die Rettung des Zahns gelingt, sollte man ihn richtig lagern. Dabei zählt eines: die empfindlichen Zellen der Zahnwurzelhaut am Leben zu halten. Austrocknen darf der Zahn daher nicht. Also ab ins Wasser oder in ein feuchtes Taschentuch damit? Besser nicht, warnt ProDente. Stattdessen sollte man den Zahn in kalter H-Milch oder Frischhaltefolie lagern. Beides könne den Zelltod hinauszögern, allerdings nicht unbegrenzt lang. ProDente rät dazu, den Zahn maximal zwei Stunden lang so zu lagern. Mehr Zeit verschafft sich, wer den Zahn in einer Zahnrettungsbox lagert. In dem Gefäß befindet sich eine spezielle Zellnährlösung. Nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung können Zahnrettungsboxen den Zahn zwischen 24 und 48 Stunden lang am Leben erhalten. Zahnrettungsboxen gibt es in der Apotheke zu kaufen, sie kosten zwischen 15 und 20 Euro. (dpa/tmn) Eine spezielle Zahnrettungsbox ist die beste Option, um einen Zahn zu lagern. Hausmittel wie H-Milch oder Frischhaltefolie zögern den Zelltod nämlich nur für rund zwei Stunden hinaus. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Gegen die Angst Was eine Klettertherapie bringen kann Eine Wand erklimmen als Teil der Therapie, darum geht es beim therapeutischen Klettern. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Sie reichen von Psychotherapie bis zur Behandlung von Haltungsschwächen. Klettern erfordert Kraft, Koordination – und etwas Mut. Der Sport kann Teil einer Therapie sein. Mit teils höchst beeindruckenden Erfolgen, wie Psychotherapeut Thomas Lukowski sagt. Angst-Patienten oder Menschen mit Depressionen könnten mit dem therapeutischen Klettern ihr Wohlbefinden steigern, so der Experte aus München. Der Einsatzbereich ist aber noch größer. Unter anderem in der Schlaganfalltherapie, nach einem Bandscheibenvorfall oder etwa bei der Behandlung von Multipler Sklerose kann therapeutisches Klettern hilfreich sein. Wobei Klettern nicht gleich Klettern ist. Frei oder gesichert „Zum einen gibt es das sogenannte Bouldern“, sagt Mario Meuser, Physiotherapeut in den Mediclin Kliniken im hessischen Bad Wildungen. Wer bouldert, klettert an einer künstlichen Kletterwand oder an einem Felsblock nach oben – ohne Seil und Gurt. Der Absprung ist stets noch ohne Verletzungsgefahr möglich, am Boden dämpfen Matten den Aufprall. Zum anderen gibt es das Toprope-Klettern, wie Meuser sagt. Hier wird man beim Klettern mit einem Seil von einer zweiten Person, die am Boden steht, gesichert. Dass Sport generell bei vielen Erkrankungen einen positiven Effekt hat, ist unbestritten. Beim therapeutischen Klettern geht es aber oft um mehr als nur die körperliche Bewegung. Verlorenes Vertrauen „Alle, die an der Kletterwand tätig sind, müssen höchst konzentriert sein, um die Situation zu meistern und nicht abzurutschen“, sagt Kerstin Rohde-Vogt, die an den Mediclin Kliniken in Bad Wildungen für die Therapieleitung verantwortlich ist. Das Klettern sorge auch mental für Ablenkung und bringe Depressive auf völlig andere Gedanken. So könnten sie etwa das Grübeln über die ständig gleichen Probleme überwinden und sich nach einer Kletterroute ein Erfolgserlebnis vor Augen halten. „Das Klettern kann aber auch dazu beitragen, verlorengegangenes Vertrauen an Mitmenschen wiederaufzubauen“, sagt Thomas Lukowski. Das sei etwa für Patienten relevant, die Opfer von Gewalt oder Missbrauch waren. Schließlich müsse man sich beim Toprope-Klettern auf den sichernden Partner vollends verlassen. Therapeutisches Klettern kann nicht nur bei Depressionen und Angststörungen helfen, sondern auch bei allen anderen psychischen Erkrankungen wie etwa Panikattacken. Wobei klar sein muss: Es ist keine eigenständige Therapie, sondern nur ein Bestandteil davon. Auch bei einer Ergo- oder einer Physiotherapie kommt therapeutisches Klettern häufig zum Einsatz. Kinder mit Haltungsschwächen können etwa an der Kletterwand daran arbeiten, dass diese besser werden. „Es trägt dazu bei, Kraft und Muskelkraftausdauer zu stärken sowie Koordination und Feinmotorik von Händen und Füßen zu trainieren“, sagt Kerstin Rohde-Vogt zu den Effekten des Kletterns. Mit dem Toprope-Klettern unter therapeutischer Anleitung lässt sich etwa die Mobilität von Körperpartien nach einem Bandscheibenvorfall oder die Beweglichkeit von Schulter und Knie nach Verletzungen verbessern. Auch in der Schlaganfalltherapie oder bei Multipler Sklerose kann therapeutisches Klettern die Koordinationsfähigkeiten fördern und für eine bessere Körperwahrnehmung sorgen. So hilfreich die Klettertherapie nach Einschätzung der Fachleute sein kann – zu den Effekten liegen nur erste wissenschaftliche Studien vor. „Insgesamt ist die Studienlage noch unzureichend und verbesserungswürdig“, sagt Psychotherapeut Thomas Lukowski. Dennoch betont er: „Einen Versuch ist es immer wert.“ Sabine Meuter, dpa Ohne Absicherung geht es beim Bouldern die Kletterwand hinauf. Foto: David Ebener/dpa/dpa-tmn Boulderwände sind nicht sehr hoch, sodass ein Absprung stets ohne große Verletzungsgefahr möglich ist. Foto: David Ebener/dpa/dpa-tmn GELENKPROBLEME BEI KINDERN Das Risiko für eine entzündliche Gelenkerkrankung ist bei einem zöliakiekranken Kind fast dreimal so hoch wie normal. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit Bezug auf eine schwedische Studie hin. Es ist wichtig, dass die sogenannte juvenile idiopathische Arthritis früh erkannt wird. Denn dann kann sie behandelt werden, wodurch Schmerzen verhindert und Gelenkfunktionen erhalten werden. Unbehandelt schädigt die rheumatische Erkrankung dagegen mit der Zeit Knorpel, Knochen, Sehnen und Bänder. Zöliakie ist eine der häufigsten nicht infektiösen Darmerkrankungen. Dabei löst das Getreide-Eiweiß Gluten Entzündungen im Dünndarm aus. Bereits bekannt ist, dass so Erkrankte auch zu Autoimmunerkrankungen neigen. Andersherum erhöhen Diabetes Typ 1 und eine Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung das Risiko für Zöliakie. (dpa/tmn) Zöliakie erhöht Rheuma-Risiko bei Kindern. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Spuren der OP Narben-Pflege möglichst früh starten Wo der Chirurg auf der Haut Schnitte gesetzt hat, bleiben Spuren. Hier kommen Tipps, wie man Narben am besten pflegt. Mit der Pflege von OP-Narben beginnt man am besten so früh wie möglich. Das heißt: Sobald sich die Wunde geschlossen hat, die Fäden gezogen sind und es keinen Wundschorf mehr gibt. Das berichtet das „Apotheken Magazin“ des Bundesverbandes Deutscher Apothekerverbände (Ausgabe 2/2 2023). Kombipräparat mit drei Wirkstoffen hilft Ist es soweit, kann man mit sanften Massagen beginnen, um die Heilung des Gewebes zu unterstützen. Dafür reibt man Narbencreme, -gel oder -öl langsam in die Haut ein. Und zwar ein- bis dreimal am Tag. Der Hautarzt Prof. Gerd Gauglitz rät im „Apotheken Magazin“ zu Präparaten, die die Wirkstoffe Zwiebelextrakt (Extractum cepae), Heparin und Allantoin kombinieren. Ebenfalls wichtig: Frische Narben sollten nicht der Sonne ausgesetzt werden. Auch Besuche im Solarium sind tabu. Und wenn die OP schon eine Weile zurückliegt, man aber versäumt hat, den Narben Aufmerksamkeit zu schenken? Auch spätes Einsteigen bei der Pflege lohnt noch. Laut „Apotheken Magazin“ lassen sich auch Narben, die ein Jahr oder länger bestehen, noch behandeln. (dpa/tmn) Ob nach einer Operation oder einem Unfall: Narben verheilen besser, wenn man sie regelmäßig pflegt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

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