Espresso September 2022

16 Martin und Ines aus Hohenwart mit ihrer Tochter Sophie im Dänemarkurlaub. Vor ihnen ein Teil der gesammelten Geisternetze VOICE of theseas Martin & Ines kämpfen gegen die Verschmutzung der Meere DIE HÄUFIGSTEN IM OZEAN • Plastiktüten und -flaschen 32,1 % • Einwegverpackungen & -geschirr 18,5 % • Netze/Leinen/Seile 15,5 % • Glasflaschen & Getränkedosen 6,6 % • Industrieverpackungen 3,4 % • Andere 23,9 % • 57 Prozent des Mülls kann man damit dem To-Go-Konsum zuordnen • 80 Prozent des Mülls in den Meeren besteht aus Plastik • Müllanteil zwischen einkommensstarken und -schwachen Ländern unterscheidet sich stark. In Europa und Nordamerika ist nicht Einwegplastik der größte Müllposten sondern Überreste von Netzen, Leinen und Seilen aus der Fischerei (40%) Quelle: Studie Morales-Caselles et al. (2021), aufbereitet von der taz MÜLLSORTEN Seit fünf Jahren setzen sichMartin und Ines Metzger aktiv für denMeeresschutz ein. Zuerst in einer bekannten Organisation, seit Mai 2021 mit ihrem eigenen Projekt „Voice of the seas“. DenMeeren und ihren Bewohnern möchten sie damit eine Stimme geben. Seit 22 Jahren ist Martin leidenschaftlicher Taucher. Der Raubbau des Menschen am Planeten und die Auswirkungen des Klimawandels werden unterWasser besonders deutlich. Die beiden wollten das alles so nicht mehr hinnehmen und begannen, sich aktiv für die Meere einzusetzen. Auch wenn sie geborene „Landratten“ seien, so Ines, „schlägt unser Herz für die Meere“. Mit "Voice of the seas" möchten sie denMenschen zeigen, welche gravierenden Schäden unser Konsumverhalten - auch hier in Bayern - auf das ÖkosystemMeer hat. "Oft machen wir dabei unbewusst Fehler, die mit kleinsten Veränderungen vermieden werden könnten." Der WWF sprach dieses Jahr von der „Plastifizierung der Ozeane". Bis 2050 droht laut einer Studie die Vervierfachung der Plastikmüllkonzentration im Meer. Rund 20 Mio. Tonnen Plastikmüll gelangen pro Jahr vom Land in die Gewässer der Welt - das entspricht fast zwei LKW-Ladungen pro Minute. Was denkt ihr, wenn ihr solche Zahlen hört? Es ist erschreckend und bedrohlich zugleich. Das Thema Plastikmüll steht auch bei unseren Vorträgen auf der Agenda. Dabei appellieren wir immer daran, Alternativen zu Plastik zu finden. Weltweit werden über 400 Mio. Tonnen Plastik produziert und das jährlich. Alleine der Coca Cola Konzern presst jedes Jahr 88Milliarden PET-Flaschen aus 3 Mio. Tonnen Kunststoff. Aneinandergereiht würden diese Flaschen 31 Mal zumMond und zurück reichen. Was macht ihr als Meeresschützer eigentlich? Kurz gesagt: Informieren, aufklären, aktiv sein. Auf unsererWebseite haben wir ein Infoportal eingerichtet, auf verschiedenen Events sind wir mit einem Infostand vertreten. Zudem bieten wir Vorträge, Workshops und Seminare für alle Altersgruppen an. Für die kleinsten unserer Gesellschaft haben wir unser „Seminar für kleine Meeresschützer*innen“ ausgearbeitet und waren damit gerade imTante Emma Laden in Schrobenhausen zu Gast. Unsere Vorträge sind dabei immer altersgerecht und kostenlos. Denn wir sind der Meinung, dassWissen und Information nichts kosten und dadurch sozial Schwächere ausschließen darf. Wer uns dennoch Foto: Adobe Stock / willyam espresso

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