Ausbildung dahoam

4 Ausbildung dahoam Frauen auf die Baustelle Eine Unternehmerin arbeitet daran, dass die Baubranche femininer wird Von Vera Kraft, dpa D rei Frauen. Das war das Ziel von Barbara Hagedorn, die zusammen mit ihrem Mann eines der größten Abbruchunter- nehmen der Welt leitet. Drei Frauen sollten in ihrer Firma 2021 eine Ausbildung außerhalb der Verwal- tung beginnen. „Teilweise wurden wir dafür belächelt“, sagt die Ge- schäftsführerin der Hagedorn Un- ternehmensgruppe. Man riet ihr, sich kleinere, realistischere Ziele zu stecken. Tatsächlich haben dann vier statt drei Frauen im August ihre Ausbildung begonnen. Dennoch: Frauen auf der Baustel- le sucht man meistens vergeblich. Mehr als 90 Prozent aller Bagger- fahrer sind männlich. Und nicht nur Geräteführer, sondern auch Maurer oder Stahlbauer sind nach wie vor Berufe, die hauptsächlich Männer erlernen. Barbara Hagedorn will das ändern, „mit Klischees aufräu- men“ und den Fachkräftemangel in der Branche bekämpfen. Stereotype sind in Köpfen verankert Denn wer einen Bagger lenken will, braucht keine muskelbepack- ten Oberarme, sondern vor allem ein geschicktes Händchen: „Bei den modernen Maschinen auf einer Baustelle kommt es viel mehr auf Fingerspitzengefühl als auf Muskel- kraft an“, sagt Hagedorn. Doch ist das allen bewusst? „Ge- rade wenn sich in jungen Jahren Be- rufswünsche bilden, kommt es stark darauf an, welche Kenntnisse man darüber hat“, sagt Brigitte Schels, Professorin für Arbeitsmarktsozio- logie. Noch entscheidender als das Wis- sen über den Beruf, seien aber oft die Klischees, die in den Köpfen verankert seien, sagt Schels. „Wir lernen diese Stereotype von Kind- heit an.“ Geschlecht und Ge- schlechtstypik gehören der Exper- tin für Berufswahl und sozialer Un- gleichheit am Arbeitsmarkt zufolge zu den ersten Dingen, die Kinder bereits im Alter von etwa acht Jah- ren wahrnehmen. Dabei spielt die eigene Erfahrung eine große Rolle: Was sieht man im Fernsehen, was liest man in den Kinderbüchern und wen sieht man, wenn man an einer Baustelle vorbeigeht? Einflüsse von Eltern, Schule und Unternehmen Susanne Eikemeier von der Bun- desagentur für Arbeit vermutet, die Interessen von Frauen seien mögli- cherweise schlichtweg „anders ge- lagert“. Die zehn beliebtesten Aus- bildungsberufe unter jungen Frauen hätten sich seit Jahren kaum verän- dert. Kaufmännische Berufe oder eine Ausbildung zur Friseurin seien weiterhin unter den Favoriten. Die Berufswahl sei allerdings nicht nur von den eigenen Interessen, sondern auch viel vom Feedback im Umfeld abhängig, betont Arbeitsmarktso- ziologin Schels. Dazu zählen einer- seits die Meinungen von Eltern oder Lehrerinnen und Lehrern. Anderer- seits auch die Frage, mit was man während der Ausbildungssuche konfrontiert ist und inwiefern Un- ternehmen auf Frauen zugehen. Geschäftsführerin Barbara Hage- dorn hat die Erfahrung gemacht, dass oft Freunde und Eltern große Zweifel streuen, wenn es um eine Ausbildung auf der Baustelle geht. „Wenn Eltern das erste Mal zu unse- ren Infoabenden kommen, sind sie oft überrascht zu hören, wie die Ausbildung und die Arbeit in der Praxis tatsächlich aussehen.“ Der Anteil an neu abgeschlosse- nen Ausbildungsverträgen von weiblichen Azubis im Bereich „Bau, Architektur, Vermessung, Gebäude- technik“ ist in den vergangenen Jahren zwar angestiegen, allerdings nur sehr moderat. 2017 waren der Bundesagentur für Arbeit zufolge vier Prozent aller Auszubildenden weiblich. 2020 waren es 4,3 Prozent. Es gibt allerdings große Unter- schiede zwischen den Auszubilden- den und Studierenden. Der Frauen- anteil bei Uni-Absolventen im Bau- ingenieurwesen habe beispielsweise stark zugenommen und liege mitt- lerweile bei rund 30 Prozent, sagt Schels. „Wer ein Studium beginnt, ist häufig schon etwas älter und rei- fer“, sagt die Arbeitsmarktsoziolo- gin. Das helfe herauszufinden, was man wirklich möchte. Man brauche aber vor allem mehr Vorbilder für die Ausbildungsberu- fe im Baugewerbe. „Im Bauinge- nieurstudium sind Frauen zwar auch in der Minderheit, aber im- merhin wahrnehmbar.“ Wenn auf einer Baustelle aber im Schnitt we- niger als fünf Prozent aller Beschäf- tigten weiblich sind, fehlt diese Sichtbarkeit. Mit dem Radlader auf Instagram unterwegs Zumindest in den sozialen Me- dien ist jedoch das Interesse, wie die Arbeit als Frau auf der Baustelle aussieht, groß: Der Maschinistin Agnes Borchers (@püppi.at.work) folgen über 90 000 Menschen auf Instagram, der Maurermeisterin Ju- lia Schäfer (@tschulique) sogar über 180 000. Es gibt mehrere Tausend Likes für ein Foto, in dem Schäfer lässig grinsend im Reifen eines Rad- laders sitzt oder ein Video, in dem Borchers Schutt verlädt. Beide Bei- träge sind mit dem Hashtag #frau- enpower und #frauimhandwerk be- ziehungsweise #frauambau verse- hen. Damit sich langfristig mehr Frau- en für eine Arbeit auf der Baustelle begeistern, ist es für Arbeitsmarkt- soziologin Schels einerseits wichtig, Stereotype mit Wissen aufzubre- chen. Andererseits sei das Klima am Arbeitsplatz entscheidend. Natür- lich geht es dabei um die subjektive Wahrnehmung, zu dem Job zu pas- sen und im Team integriert zu sein. Aber auch eine weibliche Ansprech- partnerin kann den Einstieg bei- spielsweise erleichtern. Das Betriebsklima kennenlernen Am besten ist es, sich vorab zu in- formieren und ein Praktikum zu machen, rät Schels. So könne man das Arbeitsklima direkt kennenler- nen. Denn neben dem Interesse, et- was Handfestes zu schaffen, sollte man auch Spaß an der Teamarbeit haben, heißt es vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Barbara Hagedorn, Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Hagedorn, möchte Klischeedenken aufbrechen und mehr Frauen auf Baustellen bringen. Foto: Hagedorn/dpa-tmn www. teamH1.de Dein Ansprechpartner: Helmut Karl Telefon: 08761 / 680 - 121 Email: helmut.karl@heinz-entsorgung.de Als mittelständisches Entsorgungsunternehmen mit über 550 Mitarbeitern bieten wir engagierten Jugendlichen eine optimale Grundlage für den weiteren beruflichen Werdegang. Interessieren Dich die Themen Umwelt, Entsorgung und Logistik? Dann bewirb dich jetzt bei uns als: u Kaufmann (m/w/d) für Büromanagement u Kaufmann (m/w/d) für Spedition und Logistikdienstleistungen u Berufskraftfahrer (m/w/d) u KFZ-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik (m/w/d) HEINZ Entsorgung GmbH & Co. KG Neue Industriestr. 1, 85368 Moosburg Wir suchen Dich. Starte bei uns Deine Ausbildung mit Perspektive! WIR BILDEN AUS am Standort Moosburg CHEMIKANT (m/w/d) PRODUKTIONSFACHKRAFT CHEMIE (m/w/d) ELEKTRONIKER FÜR BETRIEBSTECHNIK (m/w/d) INDUSTRIEMECHANIKER (m/w/d) Wir bieten •Hervorragende Arbeitsbedingungen •Gute Übernahmemöglichkeiten •Überdurchschnittliche Bezahlung •Umfangreiche Weiterbildungen Als internationales Spezialchemieunternehmen mit über 14.000 Mitarbeitenden bieten wir spannende, vielseitige Ausbildungs- und Arbeitsplätze in unseren Geschäftsbereichen Care Chemicals, Catalysis und Natural Resources. Neugierig? Dann bewirb dich bitte online unter clariant.com/ausbildung Clariant SE Human Resources D-65840 Sulzbach (Taunus) CLARIANT.COM

RkJQdWJsaXNoZXIy MTYzMjU=