20 Jahre Euro

im fokus 20 Jahre Euro Renditen-Investitionen-Immobilien „Triumph eines Symbols“ Wie der Euro die D-Mark ersetzte – Gemeinsame Währung auch Symbol politischer Einheit Von Hubert Obermaier Z um Jahreswechsel vor 20 Jahren wurde das Euro-Bar- geld eingeführt. Mit Starter- kits wurde die neue Währung schon vor Weihnachten an die Bürger ge- bracht. Rund 342 Millionen Men- schen zahlen heute täglich mit dem Euro. Er ist das offizielle Zahlungs- mittel von 19 EU-Ländern, zwei weitere verwenden ihn ebenfalls als Zahlungsmittel. Gut 1,46 Billionen Euro sind aktuell als Bargeld in Umlauf, und der Euro ist neben dem US-Dollar die zweitwichtigste Re- servewährung der Welt. Am 1. Januar 2022 feiert der Euro seinen 20. Geburtstag. An diesem Tag im Jahr 2002 hat er die D-Mark, den Schilling, die Lira, den Franc als Bargeld abgelöst. Streng genom- men wird die europäische Währung eigentlich 22 Jahre alt. Sie wurde nämlich schon 1999 als Buchgeld eingeführt. In Umlauf und im Geld- beutel sind die Euro-Scheine und Münzen aber seit 2002. „Der Euro ist der Triumph eines Symbols über die Substanz“, sagte der US-Ökonom und Nobelpreis- träger Paul Krugman im Jahr 2001 anlässlich der Einführung des ge- meinsamen Zahlungsmittels. Und er hatte ein Stück weit recht damit, denn der gemeinsame Euro steht für mehr als nur für ein einheitliches Zahlungsmittel. „Durch die ge- meinsame europäische Währung ist die europäische Einigung irreversi- bel, also unumkehrbar geworden“, sagte kurz darauf Deutschlands ehemaliger Kanzler Helmut Kohl (CDU). Er war auch eine Schlüssel- figur bei der Einführung des Euro. Schmerzhafter Abschied von der stabilen D-Mark Die Idee für eine gemeinsame eu- ropäische Währung wurde schon 1968 geboren und 1970 im soge- nannten Werner-Plan konkretisiert. Eine Expertenkommission unter der Leitung des damaligen luxem- burgischen Premierministers Pierre Werner erarbeitete den Plan für die Einführung einer gemeinsamen, einheitlichen Währung für die da- malige Europäische Gemeinschaft, die Vorgängerin der EU. Die Wäh- rungsunion sollte schon 1980 einge- führt werden. Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems in den USA und die Ölkrise in den 1970er- Jahren machten die Pläne allerdings vorerst zunichte. 1988 wurde das Vorhaben zur „Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion“ von der EU-Kom- mission unter dem damaligen Präsi- denten Jacques Delors wiederbe- lebt. 1998 wurde die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt gegründet. Wie Zeitzeugen- und Medienbe- richte aus dieser Zeit nahelegen, war die Einführung des Euro quasi ein Tauschgeschäft für die bevorste- hende Wiedervereinigung Deutsch- lands. Der damalige Präsident Frankreichs, François Mitterrand, soll seine Zustimmung für die Wie- dervereinigung der BRD mit der da- maligen DDR an die Zustimmung Helmut Kohls, Deutschlands dama- ligem Kanzler, zur Einführung des Euro geknüpft haben. In Deutschland herrschte große Euro-Skepsis. Die D-Mark hatte den Beginn des „deutschen Wirt- schaftswunders“ markiert, galt als Symbol des Wiederaufbaus, war eine solide, mächtige Währung, ein Abschied kaum vorstellbar. Letzten Endes wurde Deutschland wieder- vereint und der Euro eingeführt. Umgang mit dem Euro heute selbstverständlich Und der damalige Bundesfinanz- minister Hans Eichel (SPD) sprach in jenen Wochen die Vorteile des Eu- ro-Bargelds für die Bürger an – der Euro werde das Reisen in der Euro- Zone leichter machen: „Er macht es billiger, weil Umtauschgebühren wegfallen. Er macht es einfacher, weil man sich schneller zurechtfin- det, wenn alle Preise im Urlaubsort in der bekannten Währung ausge- zeichnet sind.“ Aussagen, die den Menschen heute wohl zeigen, wie selbstverständlich der Umgang mit dem gemeinsamen Bargeld den meisten schon geworden ist. Doch die Gewöhnung war mit ei- nem organisatorischen Kraftakt verbunden. Pünktlich um Mitter- nacht am 1. Januar mussten die Geldautomaten gefüllt sein mit dem neuen Bargeld, das gelang auch weitgehend. Die Verteilung direkt an Neujahr an die Geschäfte, Tank- stellen und die Gastronomie lief zwar direkt am Neujahrsmorgen nicht immer reibungslos. Aber schon bald war der Euro unter den Bürgern ausgegeben. Am 1. Januar 2002 wurde der Euro offizielles und einziges Zahlungsmittel in Deutschland. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Angebot freibleibend. 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Telefon: (09482) 2102 Telefax: (09482) 2129 E-Mail: f.wagner@stk-fwagner.de Internet: www.stk-fwagner.de Unser Aufgabengebiet erstreckt sich über folgende Tätigkeiten: • Branchenübergreifende Steuerberatung und -planung • Existenzgründung und Unternehmensnachfolge • Betriebswirtschaftliche Beratung und Planung • Erstellung von Jahresabschlüs- sen und Steuererklärungen • Finanz- und Lohnbuchhaltung Seit dem Jahr 1998 ist die Steuer- kanzlei Franz Wagner ein Garant für Zuverlässigkeit, Vertrauen und fachliche Kompetenz in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Belangen. Mit viel persönlichem Engagement werden Sie auf ho- hem Niveau beraten. Ihr FinanzPlaner und VermögensFormer Ihr Experte für Dresden Immobilien SEIT ÜBER 30 JAHREN Innovative Geldanlagen + bewährte Strategien = nachhaltiger Erfolg Weitblick für Ihr Vermögen. WWW. FR ANZHOL Z A PF EL . DE TEL. 09421 - 84010 STRAUBING DRESDEN Dipl. Betriebswirt Manfred Linke Finanzberater für Bonnfinanz Bonnfinanz, die Nr. 1 unter den Deutschen Finanzdienstleistern, seit über 50 Jahren im Markt bewährt, bietet Vermögens- beratung mit System. Bonnfinanz – „IMMER GUT LEBEN“ Bonnfinanz Dipl. Betriebswirt Manfred Linke Eichelberg 1 – 93194 Walderbach Geld vermehren mit Alternativen zum Sparbuch Klassische Spareinlagen sind alles andere als Rendite-Hits – Fünf Anlagemöglichkeiten für Sparer Von Hubert Obermaier S parbuch und Girokonto sind in Deutschland so beliebt wie seit Jahren nicht mehr. Dabei gibt es viel bessere Anlagemöglich- keiten, wenn bestimmte Tipps be- achtet werden. Durch niedrige Zin- sen und hoher Inflation ist Sparen ohnehin schwer geworden. Aktien In allen Statistiken erweisen sich Aktien als die beste Geldanlage. Langfristig haben die Wertpapiere immer mehr Rendite abgeworfen als die klassischen Geldanlagen, auch zu Zeiten höherer Zinsen. Nach ei- ner Berechnung der deutschen Ver- braucherzentralen haben Aktien in der Vergangenheit vier Prozent mehr eingebracht. Unabhängig von Kursschwan- kungen bekommen Anleger eine Di- vidende. Also einen kleinen Anteil vom Gewinn der Firma, von der sie Aktien gekauft haben. Zu den Ba- sistipps gehört, sein Investment möglichst breit zu streuen und nie- mals nur auf eine oder wenige Ak- tien zu setzen. Außerdem darf Aktiengeld nie bald wieder gebraucht werden, weil sonst möglicherweise trotz Kursver- lusten verkauft werden muss. Der große Vorteil dieser Anlageform: Je- des Geldinstitut, also auch Spar- kassen sowie Volks- und Raiffeisen- banken, bietet Beratung und Anla- geprodukte, gestaffelt nach Risiko- klassen. Das macht es gerade für Einsteiger sehr einfach. Für Aktien- depot und -kauf fallen jedoch meis- tens Gebühren an. Kryptowährungen Verbraucherschützer raten Pri- vatanlegern regelmäßig davon ab, in Kryptowährungen zu investieren. Höchstens mit ein wenig Spielgeld, um die Sache mal zu testen. Der Grund: Diese virtuellen Währungen sind hochspekulativ. Sie werden von keiner Bank reguliert und orientie- ren sich an keiner realen Währung. Ein Tweet von Tesla-Chef Musk kann zum Beispiel den Bitcoin- Kurs extrem schwanken lassen. Sollten sich immer mehr Länder da- rauf einigen, dass Kryptowährun- gen keine offiziellen Zahlungsmittel sind, wird deren Kurs stark fallen. In den kommenden Jahren wird es vermutlich immer mehr Zertifi- kate, also aktienähnliche Papiere, geben, mit denen Anleger sich an Kryptowährungen beteiligen kön- nen, ohne diese selbst zu besitzen. Das geht auch mit sehr wenig Geld, und das Risiko kann – zum Beispiel über den automatisierten Verkauf ab einem bestimmten Verlust – ver- ringert werden. Immobilien Bei kaum einer Anlagemöglich- keit gehen die Expertenmeinungen so weit auseinander wie bei Wohn- eigentum. Die einen erwarten, dass hier bald eine Blase platzt und die Preise enorm fallen werden. Die an- deren gehen davon aus, dass die Nachfrage langfristig höher bleibt als das Angebot und Häuser und Wohnungen noch teurer werden. Klar ist: Die Preise sind im Schnitt seit vielen Jahren gestiegen – daran hat auch Corona nichts ge- ändert, entgegen aller Vorhersagen. Viele Immobilien haben sich in den vergangenen Jahren im Wert ver- doppelt, jetzt einzusteigen wäre also teuer. Auf der anderen Seite sind Finanzierungen (noch) sehr günstig, auch das könnte sich mit langsam ansteigenden Zinsen in den kommenden Jahren wieder ändern. Wer eine Immobilie als Anlage kauft, um sie zu vermieten, sollte sich das vorab auf jeden Fall gründ- lich durchrechnen. Oft amortisiert sich der Kauf erst später als man glaubt. Gold Das bekannteste Edelmetall hat als Wertanlage einige Vorteile. Es wird wohl nie völlig wertlos, im Ge- gensatz zu der – sehr theoretischen – Perspektive, dass Bargeld aufgrund einer extremen Inflation einmal nichts mehr wert sein könnte. Aller- dings schwankte der Goldkurs in der Vergangenheit sehr stark, und langfristig hat eine Anlage in Gold weniger Rendite abgeworfen als eine solide, also risikoarme, Investi- tion in Aktienfonds. Anlageexperten raten daher dazu, nur von einem kleinen Teil des verfügbaren Geldes Gold zu kaufen, von etwa fünf bis maximal zehn Prozent. So könnten Aktien ein Stück weit gegen Wertverlust abge- sichert werden, weil sich Gold oft gegensätzlich zu Aktienkursen ent- wickelt. Kunst & Co. Jeder kennt die Geschichte von der teuren Uhr, deren Wert sich ver- vielfacht hat. Oder von Großmut- ters Kommode, die teuer verkauft wurde. Es gibt tatsächliche viele Sammlerstücke, die sich als Wert- anlage entpuppt haben, bis hin zum teuren Oldtimer. Problem: Hier muss man sich im jeweiligen Be- reich extrem gut auskennen. Inzwi- schen gibt es so viele Luxusuhren, dass nicht jede neue automatisch im Preis steigt. Auch an alten Autos kann viel ge- pfuscht worden sein, ohne dass ein Laie das auf den ersten – oder zwei- ten – Blick sieht. Sammlerstücke sorgen regelmäßig für schöne Sto- rys, eignen sich aber für normale Privatleute nur selten als Anlage. Ein Aktienhändler sieht auf seine Mo- nitore. Anleger sollten ihr Investment breit streuen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Niedrige Zinsen treiben den Immobi- lienmarkt an. Foto: Andreas Arnold/dpa In den letzten 20 Jahren schwankte der Goldpreis zwischen rund 300 und 1 750 Euro. Foto: obs/pro aurum Ein Zweitakter-Cabrio IFA F8, Baujahr 1957, fährt über eine Landstraße. Foto Monika Skolimowska/dpa Bitcoin-Kursverlauf auf der Krypto- börse bybit. Virtuelle Währungen sind hochspekulativ. Foto: Marius Becker/dpa 20 Jahre Währungs- reform 8A6LniQo

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