Auto & Mobilität ET 18.09.2021

auto. idowa.de AUTO & MOBILITÄT Redaktion: Peter Parzefal l „Revolution in der Oberklasse“ Audi gibt mit dem futuristischen Gleiter Grandsphere einen Vorgeschmack auf den nächsten A8 D as aktuelle Flaggschiff hat zwar noch nicht einmal Halbzeit. Doch stimmt Audi schon jetzt auf die Nachfolge des A8 ein. Als ersten Ausblick darauf hat der Hersteller die Studie Grandsphere enthüllt. Das Publi- kumsdebüt feierte auf der IAA Mo- bility in München Premiere. „Damit wollen wir eine Revolution in der Oberklasse anzetteln“, sagt De- signchef Marc Lichte voller Selbst- bewusstsein. Der Viertürer nimmt Abschied vom gängigen Bild der Stufenheck- Limousine. Stattdessen bekommt das 5,35 Meter lange Schaustück ei- nen ungewöhnlich kurzen Bug und für mehr Schulterfreiheit weit aus- gestellte, oben abgeknickte Seiten- fenster. Das fließende Heck wird von einer entgegen der Fahrtrich- tung geneigten Scheibe unterbro- chen. Sich öfter mal fahren lassen wie in der „First Class“ Innen kehrt der Grandspehre die übliche Raumordnung der Luxusli- mousinen um: Die Komfortzone mit neuartigen Schalensesseln wird hinter einem ausgesprochen lichten Cockpit in die erste Reihe verlegt. Lichte ist überzeugt davon, dass während der Laufzeit der nächsten Generation auch das autonome Fahren nach Level 4 möglich wird. Dann kann der Fahrer längere Aus- zeiten nehmen und das Interieur än- dert sich auf Knopfdruck. Sobald der Autopilot aktiviert ist, ver- schwindet das Lenkrad hinter einer Konsole, die Pedale fahren zurück und die Sessel lassen sich um bis zu 60 Grad in eine Liegeposition nei- gen. „Statt Business- ist das dann First Class“, vergleicht Lichte den Sitzkomfort mit dem Flugzeug. Instrumente werden auf hölzerne Paneele projiziert Neu ist auch das Anzeige- und Bedienkonzept. Anstelle der digita- len Instrumente von heute gibt es nur noch eine Projektion auf die hölzernen Paneele unter der Front- scheibe. Und als letzte Schalter bleiben ergonomisch günstige Be- dieneinheiten in den Türen, die al- lerdings auch mit Blicken und Ges- ten aktiviert werden können. 720 PS und 960 Nm sowie 750 Kilometer Reichweite Fast schon konventionell ist dage- gen die Technik unter der unge- wöhnliche Hülle: Der Grandsphere nutzt nach Angaben des Herstellers die gemeinsam mit Porsche entwi- ckelte PPE-Plattform und kommt deshalb mit 800-Volt-Technik und 120-kWh-Batterie. Die speist zwei Elektromotoren mit zusammen 530 kW/720 PS und soll den Angaben zufolge eine Reichweite von mehr als 750 Kilometern ermöglichen. Dank zusammen bis zu 960 Nm pas- sen auch die Beschleunigungswerte zur Oberklasse. Denn von 0 auf 100 km/h kommt der Grandsphere laut Audi in weniger als vier Sekunden. Studie Grandsphere bewegt sich schon nah an der Serie Zwar ist auch der Grandsphere erst einmal eine Studie und entspre- chend überzeichnet, räumt De- signchef Lichte freimütig ein. Doch anders als der für den erst vor vier Wochen in Pebble Beach enthüllten Skysphere Roadster verfolge Audi mit dem Luxusliner sehr konkrete Pläne: „Da stecken außen wie innen und unter dem Blech schon 80 Pro- zent des nächsten A8 drin.“ Fließende Linien: Mit der Studie Grandsphere gibt Audi einen Ausblick auf das Aussehen des nächsten A8. E-Alternative zur E-Klasse Mercedes verpasst dem EQE die gleiche Technik wie dem EQS M ercedes macht Tempo bei der Transformation zum Elektro- antrieb. Nur wenige Monate nach dem EQS bringt der Hersteller das zweite als solches geplante Akku- Auto in Stellung: Zur IAA in Mün- chen haben die Schwaben den EQE enthüllt, der als emissionsfreie Al- ternative zur E-Klasse Mitte 2022 in den Verkauf gehen soll. Preise nannte Mercedes noch nicht. Doch dürften sie wohl deut- lich über den rund 50000 Euro für eine konventionelle E-Klasse und unter den knapp 110000 Euro für den EQS liegen. Über 600 Kilometer Reichweite Der neue Viertürer nutzt die glei- che Plattform und damit auch die gleiche Technik wie der EQS, ist aber in jeder Disziplin etwas be- scheidener. Die Länge schrumpft um 27 Zentimeter auf 4,95 Meter, der Radstand ist neun Zentimeter kürzer. Der Akku hat lediglich eine nutzbare Kapazität von 90 kWh, aber auch das reiche für einen Akti- onsradius von bis zu 660 WLTP-Ki- lometern. Geladen wird mit bis zu 170 kW. So fließt unter optimalen Bedingungen binnen 15 Minuten der Strom für 250 Kilometer. Los geht es laut Mercedes mit ei- nem EQE 350, dessen Heckmotor 215 kW/292 PS leistet. Später sollen weitere Motorvarianten folgen, auch mit Allradantrieb. Neben der Technik übernimmt der EQE auch die Formensprache des EQS und ist deshalb ähnlich fließend gezeichnet. Allerdings gibt es statt der im Dach verankerten Heckklappe aus dem Flaggschiff nur einen konventionellen Koffer- raumdeckel. Darunter ist Platz für bis zu 430 Liter Gepäck. Saubere Luft statt mehr Platz Einen „Frunk, also einen Koffer- raum unter der Fronthaube, bietet der EQE nicht, sondern nutzt dafür den Platz für einen optionalen He- pa-Filter. Dieser soll die Luft im In- nenraum gründlicher reinigen als bei Autos aller anderer Hersteller. Innen ist die Verwandtschaft zwi- schen EQS und EQE ebenfalls nicht zu übersehen: Es gibt ein komplett digitalisiertes Cockpit und auf Wunsch den Hyperscreen, der sich nahezu über das gesamte Armatu- renbrett hinweg erstreck. Neues Elektroauto von Mercedes: Der EQE bietet sich als Alternative zur konventionellen E-Klasse an. AUTO kompakt Kleines SUV von Toyota: Yaris kommt als Cross TOYOTA startet mit dem Yaris Cross (ab 22690 Euro) einen klei- nen Geländewagen für die Stadt. Der Fünfsitzer mit 4,18 Metern Länge und 397 Litern Kofferraum unterscheidet sich vom konven- tionellen Kleinwagen durch das rustikalere Design, die größere Bodenfreiheit und (auf Wunsch) auch durch Allradantrieb (ab 32420 Euro). Ein Hybrid kombiniert einen Dreizylinder mit 1,5 Hubraum und 67 kW/91 PS mit zwei E-Motoren. So kommt er auf eine Systemleistung von 85 kW/116 PS. Der Toyota kann nur we- nige Kilometer rein elektrisch fahren und den Akku nicht an der Steckdose nachladen. WLTP-Verbrauch: 4,3 Liter (98 g/km CO2). Legende Land Rover Defender unter Strom LAND ROVER wagt nun auch mit dem Defender den Schritt in die Elektromobilität und bietet die Neuauflage der Gelände-Ikone jetzt auch als Plug-in-Hybrid an. Für Preise ab 74700 Euro fährt der Allradler damit in der Modellvariante 110 mit fünf Türen rund 50 Kilometer rein elektrisch. Dabei wird ein 2,0-Liter-Vier- zylinder mit 221 kW/300 PS mit einer E-Maschine von 105 kW kombiniert. Die Systemleistung beträgt 297 kW/404 PS und der offizielle Normverbrauch 2,8 Litern (64 g/km CO2-Ausstoß). 8A6LniQo

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