RODING erleben

7 Roding (er)leben Den Gasplaneten auf der Spur Der Herbsthimmel enthält relativ wenige helle Sterne, vor allem Richtung Südos- ten. Eine Ausnahme macht tief im Süden der Stern Fomalhaut im Sternbild Südli- cher Fisch. Mit 25 Lichtjahren Entfernung ist er uns relativ nahe. Die Gasplaneten Ju- piter und Saturn sind noch sehr gut zu be- obachten. Jupiter steht genau im Süden und ist nach dem Mond mit Abstand das hellste Objekt des herbstlichen Abend- himmels. Saturn befindet sich etwas wei- ter südwestlich von Jupiter. Beide Plane- ten hatten ihre erdnächsten Positionen im August dieses Jahres und entfernen sich jetzt wieder von der Erde. Jetzt im Herbst kann man die beiden äußeren Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Nep- tun, beobachten. Zwei eisige Gasplaneten in durchschnittlich 2,9 beziehungsweise 4,5 Milliarden Kilometer Entfernung zur Erde. Uranus mit dem 65-fachen und Nep- tun mit dem 59-fachen Erdvolumen sind in etwa gleich groß. Die Temperaturen in der oberen Atmosphäre beider Planeten liegt unter Minus 220 Grad Cel- sius. Voyager 2 war bisher die einzige Raumsonde, die beide besucht hat – Uranus 1986 und Neptun 1989. Voyager 2 ent- deckte auf Neptun die bisher heftigsten Stürme des Sonnen- systems mit Geschwindigkeiten bis zu 2100 Stundenkilometern. ImAmateur-Teleskop sind beide als winzige grünlich-blaue Scheibchen zu sehen. Uranus ist bei guten Bedingungen gerade noch mit bloßem Auge zu erah- nen, besser nimmt man einen Feldstecher. Für Neptun benö- tigt man schon einen sehr licht- starken Feldstecher oder ein kleines Teleskop. Am 21. Okto- ber zieht der Vollmond nur zwei Grad südlich an Uranus vorbei, gegen 23 Uhr erreicht er seine größte Annäherung. Zwei Grad entspricht etwa dem vierfachen Durchmesser des Vollmondes. Der Stern Omikron-Aries steht dann nur ein halbes Grad östlich von Uranus und hat mit 5,7 mag die gleiche Helligkeit. Wegen der extremen Helligkeit des Vollmondes wird es schwierig sein, Uranus im Feldstecher zu erkennen. Mit dem Teleskop sollte es aber machbar sein. Von Manfred Höcherl Neptuns Sonnenumlauf dauert 164,79 Erd-Jahre. Foto: DLR/dpa

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