espresso - Juli 2021

8 BALANCE AKT Vieles in der Pandemie ist Abwägungssache, vieles ungewiss. Keine einfache Kombination. Wir befragten neun Bürgermeister*innen aus der Region zu ihren Erfahrungen. W ASLIEF INDERPANDEMIE IN IHRERKOMMUNEGUT,WOGIBTESNOCH VERBESSERUNGSPOTENZIAL? W IE BEWERTEN SIE DIE ZAHLREICHENMASSNAHMEN-LOCKE- RUNGEN JETZT IM SOMMER? SCHLODERER: Hier muss ich meinen MitbürgerInnen ein großes Lob für ihr Engagement aussprechen: Kurz nach den ersten Lock-Down-Maßnahmen 2020 wurden von verschiedenen Gruppierungen Unterstützungsaktionen wie Besorgungen und Einkäufe für ältere Mitbürger ins Leben gerufen. Ein Teil da- von ist nach wie vor aktiv. Bedauerlich war die lange Zeit der Einzelhandels- schließung. Das war angesichts voller Discounter nicht nachvollziehbar und für die Einzelhändler katastrophal. HERKER: Im Grundsatz haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Von der frühzeitigen Reaktion bereits imMärz letzten Jahres mit der flächendeckenden Verteilung von Mund-Nasen-Schutz - pünktlich zum Inkrafttreten der Verord- nung an alle Haushalte – bis zur frühzeitigen Versorgung der Arztpraxen und Sozialeinrichtungen mit FFP2-Masken. Aber auch mit Lockerungsmaßnah- men, der Flächenausweitung für die örtlicheGastronomie oder Stundungen für Steuerzahlungen und Gebühren. Ich glaube, wir haben als Stadt Pfaffenhofen alle denkbarenRegister gezogen. Trotzdemkannman natürlich nie genug kom- munizieren. Nicht jeden erreicht man, nicht jeder versteht immer, warumetwas passiert. SCHARPF: Ingolstadt ist alles in allem bisher gut durch die Pandemie gekom- men, auch wenn die Krise auch in unserer Stadt Menschen hart getroffen hat. Durch ein breites Testkonzept, schnelles Agieren bei den Sonderkontingenten von Impfungen und das konsequente Einhalten von allen Schutz- und Hygie- nemaßnahmen konnte in Ingolstadt jedoch Schlimmeres verhindert werden. Hierzu haben alle ihren Beitrag geleistet. An dieser Stelle möchte ich mich aus- drücklich bei allen Menschen unserer Stadtgesellschaft bedanken. Ingolstadt hatbewiesen,dasswiraucheineKrisedieserDimensiongutbewältigenkönnen. Verbesserungspotenzial sehe ich jedoch bei der Unterstützung durch die Bun- des- und Landespolitik. Als Stadt sindwir darauf angewiesen, dass Zusagen, die uns seitens des Freistaats und der Bundesregierung gemacht werden, auch ein- gehalten werden. Dies betrifft vor allem die Übernahme von Kosten für Impf- undTestzentren. AlsKommunenhabenwir unserenAuftrag vorOrt erfüllt und alles uns Mögliche getan, umunsere Bevölkerung zu schützen. WEBER: Ich bin sehr froh, dass es endlich Lockerungen für die Bürgerinnen und Bürger gibt, da die vergangenenMonate für alle sehr nervenaufreibend und kräftezehrend waren. Besonders für die Kinder ist es sehr wichtig, dass sie wie- der die pädagogischen Einrichtungen besuchen und dort Gleichaltrige treffen können, und natürlich auch für die Eltern, die endlich wieder ihrem Job nach- gehen können, ohne sich an der Doppelbelastung Home-Office und Kinderbe- treuung aufzureiben. PEOPLE Foto: Adobe Stock / Dmitry Kovalchuk

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