Heimatzeit in Salching

Dienstag, 6. April 2021 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Salching Ein Garten erzählt Geschichte Aus brachliegender Fläche wurde ein Kleinod – Einst mehrere Mühlen an der Aitrach dann auch der Bewegungsparcours neben der SV-Sportanlage, der im Juni 2018 eröffnet wurde. Die sechs Fitnessgeräte sind für Menschen je- den Alters konzipiert und man kann sie in jeder Art von Kleidung nut- zen. Neben einer Steigerung der körperlichen Fähigkeiten sind auch soziale Kontakte, die bei der ge- meinsamen Nutzung des Areals ent- stehen, das Ziel des Parcours. Inzwischen hat der Schaugarten beim Dorfwettbewerb 2020 „Unser Dorf hat Zukunft“, wo Salching als Kreissieger mit Gold ausgezeichnet wurde, im Bereich Leitbilder und Ziele für die zukünftige Dorfent- wicklung seine Bewährungsprobe bestanden. Damit ist die Gemeinde Salching dem Leader-Motto „Bür- ger gestalten ihre Heimat“ im bes- ten Sinne gerecht geworden. Josef Bierl „Hier wurde aus einer brachliegen- den öffentlichen Grünfläche ein neuer Treffpunkt zur Stärkung der regionalen Identität geschaffen.“ Zudem würden die Gemeindebür- ger dadurch, dass sie sich hier aktiv das Gärtnern aneigneten, „sensibi- lisiert für Stoffkreisläufe sowie den Wert regionaler Produktion und ge- sunder Lebensmittel“. EinWanderweg zumThema Mühlen soll noch kommen Ferner wird an die historische Nutzung der Aitrach vor der Indus- trialisierung erinnert. An der von ursprünglich mehreren Mahlmüh- len gesäumten Aitrach soll zu einem späteren Zeitpunkt mit der Renatu- rierung des Fließgewässers ein „Mühlen-Rad-Wanderweg“ entwi- ckelt werden. In diesen Weg eingebunden ist das Wasser imitierenden Edelstahl- band wird an die historischen fünf Mühlen im Gemeindebereich erin- nert. Der Monolith ist vier Meter hoch, drei Meter breit und einen Meter dick. Sein Gewicht beträgt rund 35 Tonnen. Aus Brachfläche wurde ein Treffpunkt des Dorfes Die Bepflanzung des Gartens – sowie die laufenden Pflegearbeiten – hat der Obst- und Gartenbauver- ein Salching als Kooperationspart- ner der Gemeinde Salching über- nommen. Die beeindruckende Liste der Erstbepflanzung beinhaltet 700 Bäume, Sträucher und Stauden so- wie 550 Blumenzwiebeln. Beim Festakt anlässlich der Er- öffnung des Schaugartens Ende Ok- tober 2018 sagte Bürgermeister Al- fons Neumeier unter anderem: Leader-Antrag gefasst: Damit nahm die Realisierung des Schau- gartens, des ersten seiner Art im Landkreis, seinen Lauf. Am Ein- gang zum Garten zieht ein Monolith aus Bayerwaldgranit die Blicke auf sich. In dem als Mühlstein ausgear- beiteten Granit ist der Verlauf der Aitrach dargestellt und auf einem Salching. Ein Ort der Ruhe, an dem man unter einem Sonnensegel sitzen, den Vögeln lauschen und den Duft der Pflanzen einatmen kann – so ein Platz ist der naturnahe kul- turhistorische Schaugarten an der Aitrach in Salching. Auch über die Lage der einstigen Mühlen erfährt man dort etwas. Künftig wird er eingebunden sein in einen Wander- weg, den die Dorfgemeinschaft der- zeit entwickelt. Schon jetzt bildet der Garten ge- wissermaßen das Tor zur Ortsmitte. Die rund 500 Quadratmeter große Grünfläche, auf der er errichtet wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich: 1938 wurde darauf ein Heim für die Hitlerjugend gebaut. Nach demKrieg war das Haus kurz- zeitig ein Wohngebäude, dann Kin- derhort, Schützenheim und Fahr- schulgebäude. Verlauf der Aitrach auf dem „Mühlstein“ 1994 wurde es abgerissen. Am 8. August 2016 hat der Gemeinderat Salching den Beschluss für den Der im Jahr 2018 auf historischem Boden errichtete Schaugarten, an der Aitrach in Salching gelegen, bildet den neuen Treffpunkt zur Stärkung der regionalen Identität. Fotos: Josef Bierl Selbst der Pumpenbrunnen im Schau- garten erinnert an die einstigen Müh- len. Obwohl Salching im Gäuboden – und dort dem Aitrachtal – liegt, hat es den- noch auch eine Erhebung zu bieten, wie dieses Bild beweist: Von Pfaffenpoint blickt man über den Ort hinweg zum Donautal und dem Bayerischen Wald. Wo die Kräuter wachsen F ür die Landfrauen Salching- Oberpiebing hat sich die Er- richtung des naturnahen kulturhis- torischen Schaugartens in Salching durch die Gemeinde als Glücksfall erwiesen. Schließlich lässt er sich auch für die Kräuterbuschen bes- tens nutzen. Es hat schon eine lange Tradition bei den Landfrauen, dass sie zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15. Au- gust aus den in der heimischen Flur gesammelten Kräutern und Blumen Kräuterbuschen binden, die sie vor den Gottesdiensten verkaufen. Der Erlös kommt jedes Mal einem sozia- len Zweck in der eigenen Pfarrei zu- gute. Da bietet nun der neue Schaugar- ten mit der Erstbepflanzung von 700 Bäumen, Sträuchern und Stau- den sowie 550 gelegten Blumen- zwiebeln eine ganze Fülle von hei- mischen Kräutern und Blumen. Wer sich damit befasst, sie selbst anbaut und sammelt, weiß um das schöne Brauchtum der Kräuterweihe an- lässlich des Marienfestes. Vielen Kräutern wird eine symbo- lische Bedeutung zugeschrieben, wie der Königskerze, dem Herz- stück des Buschens, die für Kraft und Stärke steht, oder dem Johan- niskraut, einem Symbol für Liebe und Glück, und natürlich der Rose, sie steht für die Krönung Mariens. Helfen sollen Kräuterbuschen ge- gen Gewitter oder Krankheit. Auch sollen sie für eine gute Ernte und Eheglück sorgen. Die Zahl der Kräuter in einem Buschen ist regional unterschied- lich. Der neue, naturnahe Schau- garten wird auch weiterhin, sehr zur Freude der Landfrauen, mit sei- ner Vielfalt an Kräutern und Blu- men zur Erhaltung des Kräuterbu- schenbindens beitragen. (jb) Landfrauen beim Binden von Kräuterbuschen Foto: Josef Bierl STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Bogenberg: Es sind noch viele Vorarbeiten zur Renovierung der Wallfahrts- kirche notwendig.................... 15 Straubing-Bogen: Schmetterlingsserie, Teil 7: Der hektische Flugkünstler – Tau- benschwänzchen..................... 17 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Zur Redaktion: Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de kreis & quer A ls die Landesgartenschau vor ein paar Jahren in Deggendorf zu Gast war, hat dort Klaus Krinner eine Strandbar eingeschraubt. Ob er, wenn Straubing Ort der Garten- schau wird, das dann auch da am Stadtstrand macht? Derzeit sind neue Fußgängerbrü- cken im Gespräch. In Deggendorf führte eine auf das Schau-Gelände auf der anderen Donauseite, deren Pfeiler die der ehemaligen Bahn- brücke waren. Wenn man das bei uns hier auch machen wollte, müss- te man die Gartenschau in Bogen ansiedeln. Mit Außenstelle in Sand. Bevor man in Deggendorf die Brückenpfeiler anderweitig nutzen konnte, gab es dort freilich gleich Brückenschlag daneben eine neue Bahnbrücke. Da wird dem Landkreis Straubing-Bo- gen der Schnabel vermutlich sauber bleiben, angesichts einer Brücke, die nur noch eine einzige Haltestelle jenseits des Flusses bedient... Das Straubinger Stadtplanungs- amt hat auf seiner Fotomontage denn auch nicht eine ehemalige Ei- senbahnbrücke benutzt, um zu zei- gen, wie eine solche Brücke im Stadtgebiet vielleicht ausschauen könnte, sondern den hölzernen „Tatzlwurm“ aus dem Altmühltal. Samt Schiff, das darunter hin- durchfährt. Nur dass die dortige Brücke sich halt über den Main-Do- nau-Kanal spannt, nicht über einen Donauteil, den Schiffe nicht befah- ren dürfen. Und selbst wenn: Aufs Wehr zuzusteuern wäre von etwa so viel Erfolg gekrönt wie die Fahrt je- nes Schiffes, das in Regensburg ein- mal mit Karacho in das Hafenbe- cken pflügte, weil das auf dem Ra- darbild nach Fluss aussah... –map– 8A6LniQo

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