Heimatzeit Loitzendorf

Montag, 22. Februar 2021 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Loitzendorf STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Straubing-Bogen: Serie: Heimische Schmetterlinge: Kleines Nachtpfauenauge ....... 17 Stallwang: Indiohilfe: Pfarrer Gallmeier gibt Jahresbericht................... 16 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de Die ehemalige Schmiede in Loitzendorf D ie alte Schmiede in Loitzen- dorf ist in den Jahren 1634/35 erbaut worden. Sie diente ur- sprünglich als Knechtunterkunft für den Wirt nebenan. Als die Fuhrwerke mit den Rös- sern, welche beim Wirt einkehrten, immer mehr wurden, kam ein Schmied auf die Idee, dort eine Huf- und Wagenschmiede einzurichten. Dies geschah gegen 1837. 1887 kaufte Wolfgang Stöger, Schmied aus Blaibach, die Schmiede. Seine Frau Juliane stammte aus Kleinrie- mersdorf bei Haibach. Wolfgang Stöger kehrte nicht mehr aus dem Ersten Weltkrieg heim. Seine Witwe heiratete 1923 Wolfgang Christl, ebenfalls ein Schmied. Aus erster Ehe entstammten drei Kinder – Ma- ria, Johann und Josef. Aus der zwei- ten ein Sohn namens Heinrich. Johann Stöger erlernte 1927 in Blaibach das Schmiedehandwerk. Nach dem Zweiten Weltkrieg über- nahm er die Schmiede, welche er bis 1982 betrieb. 1974 wurde die Schmiede mit Stadel, Stall und Wohnung des damaligen Landrates Ingo Weiß in die Denkmalschutzlis- te aufgenommen. 2002 erfolgte der Abriss. (js) 1974 wurde die Schmiede unter Denkmalschutz gestellt. Archivfoto: Johann Stöger kreis & quer I n München hat ein Problem mit einem Hydranten jüngst für un- gewollte Wasserspiele gesorgt. Der Feuerwehrmann, der die Fontäne abdrehen musste, hat vorher seinen Überlebensanzug angelegt. Schließ- lich ist Winter. Man fragt sich, was wohl ein begeisterter Eisschwim- mer gemacht hätte. Die kurze Hose rausgeholt, weil kalt duschen ge- nauso schön ist wie kalt baden? Die Fußballer des FC Bayern hät- ten neulich Unterstützung von ein paar hartgesottenen Wintersport- lern auch gut brauchen können. Da kommen sie aus dem warmen Katar – und dann liegt im Münchner Sta- dion Schnee. Wenn in der Wüste ein Sandsturm getobt hat, schaut das Sportlich Ergebnis ähnlich aus, aber es fühlt sich anders an. Vor allem irgendwie wärmer. Von Glücksempfindungen nach dem eiskalten Schwimmvergnügen haben zwei Kollegen erzählt, die ei- nen Parkstettener Weiher bei vier Grad Celsius ausprobiert haben. Wer schon bei 18 Grad das Gefühl hat, dass es ihm die Zehennägel auf- stellt, wenn er sogar nur mit den Beinen im Wasser steht, kann das nicht wirklich glauben. Der erin- nert sich viel lieber an das Glücks- gefühl, das er hat, sobald er mit drei Wärmflaschen unterm Federbett allmählich seine Füße wieder spürt. Das einzige, was einen als Warm- duscher im Moment an Badeausflü- ge an heißen Tagen erinnert, sind ehrgeizige Jogger, die an einem vor- beipreschen, während man selbst beim Spaziergang lieber gemütlich dahinschlendert: Auf die gleiche Art überholen einen sommers Kraul- schwimmer... –map– Vereine als Motor imGemeindeleben Von Feuerwehr bis Frauenbund – in Loitzendorf gibt es viele Gemeinschaften Loitzendorf. Die Ortsvereine sind und waren schon immer eine große Triebfeder der Gemeinde Loitzen- dorf. Dort prägen sie seit Langem das gesellschaftliche Zusammenle- ben. Angefangen mit großen Ver- einsjubiläen und Laientheaterstü- cken über Faschingsumzüge und -bälle, organisierte Wanderungen bis hin zu Sportveranstaltungen – vor allem in den Bereichen Fußball und Tennis – ist und war für jeden Bürger etwas Passendes dabei. Im Jahr 1874 ist die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen wor- den. Diese ist somit der älteste Ver- ein in der Gemeinde. Zu verzeich- nen sind insbesondere Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen auf der B20 in den vergangenen Jahren. Der Festsonntag des 100. Gründungsfes- tes im Jahre 1974 ist mit dem Tag zusammengefallen, an dem die deutsche Nationalmannschaft Fuß- ballweltmeister in München gewor- den ist. Das ist im Festzelt gebüh- rend gefeiert worden. 2024 steht nun für die Feuerwehr das 150. Ver- einsjubiläum an. Der Schützenverein namens Au- er-Schützen ist 1898 im damaligen Gasthaus Kienberger (heute Hil- mer) im Ortsteil Au gegründet wor- den. Seit 1986 befinden sich aber die Schießstände und das Schützen- heim im Gemeindehaus in Loitzen- dorf. 1990 ist die erste Fahne ge- weiht und 1998 das Hundertjährige gebührend gefeiert worden. Die Krieger- und Soldatenkame- radschaft ist im Februar 1905 im damaligen Gasthaus Seidenader entstanden. 1995 ist die Fahne von 1905 einer gründlichen Restaurie- rung unterzogen und neu geweiht worden. Zusätzlich zu diesem Fest hat auf dem Sportgelände eine Ver- eidigung der Rekruten des Pionier- bataillons 4 aus Bogen stattgefun- den. Beim Fest zum 100-jährigen Bestehen hat es erneut eine Vereidi- gung mit den Bogener Pionieren ge- geben. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze vom deutschlandweit be- kannten Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen. 50 Ange- hörige der US-Armee aus Bamberg haben den Festakt besonders ge- macht. Geistlicher ist 41 Jahre lang in der Gemeinde geblieben Im November 1958 hat die Pfarrei mit Max Welnhofer einen neuen Geistlichen bekommen, welcher dann 41 Jahre lang in Loitzendorf geblieben ist. Von ihm ist zu Beginn seiner Amtszeit die Katholische Landjugend-Bewegung (KLJB) ge- gründet worden, im Jahr 1960 folgte die Rot-Kreuz-Ortsgruppe. Bereits 1959 hat Pfarrer Welnhofer eine Laientheatergruppe auf die Beine gestellt. Mit den Stücken „’s Trau- ringl“ und „Heimweh am Wolgast- rand“ sind einige Besucher sogar zu Tränen gerührt worden. Die tragen- den Säulen als Spieler sind damals Sepp Wiesmeier, Gretl Köppl, Franz Gruber, Hubert Scheloske, Bern- hard Zach, Laura Eidenschink und Elisabeth Schumann gewesen, um nur einige zu nennen. Laientheater haben ab dieser Zeit im Wechsel auch der Schützenverein mit „Wild- schütz Jennerwein“ und der Sport- verein mit „’s Herz in da Leder- hos’n“ auf dem Edenhof aufgeführt. Die KLJB hat sogar ein Stück im Schauerstadl gespielt, da das Gast- haus saniert worden ist. Ein Stück dieses Vereins bleibt unvergessen: das Stück „Pizza à la Schrapfing“. In den 1970er-Jahren sind durch Organisator Isidor Gruber Wander- tage mit Hunderten Besuchern im Gemeindebereich abgehalten wor- den. 1983 hat sich der Wanderverein in einen Heimatverein umgewan- delt, welcher seitdem für Kirtafeste, Weinfeste und vor allem als Nach- folger der KLJB in Sachen Laien- theater zuständig ist. Die meisten Stücke, welche zur Aufführung kommen, stammen aus der Feder von Marianne Santl, die auch selbst Regie führt. Weit über die Gemeindegrenzen hinaus ist die Laiengruppe inzwi- schen bekannt. Eines der vielen auf- geführten Stücke nennt sich „Im Himmel gibt’s koa Parlament“.Die- ses ist beim Publikum sehr gut an- gekommen. Autorin Marianne Santl hat mit dem Theaterstück „Opas dritter Frühling“, gespielt von den Chiemgauern und gesendet vom Fernsehsender Bayern 3, die Zu- schauer bayernweit überzeugt. Mannschaften für Kinder, Jugend und Senioren Im Jahr 1972 ist durch Josef Pfis- ter der Sportverein auf die Beine ge- stellt und nach der Errichtung des Sportzentrums eine Schüler-, Ju- gend- sowie zwei Seniorenmann- schaften für den laufenden Spielbe- trieb installiert worden. Die erste Mannschaft hat Ende der 1980er- Jahre und Anfang der 90er sogar um den Aufstieg zur Kreisliga gespielt. Dem Spielermangel geschuldet, musste der Spielbetrieb Ende 1996 aber eingestellt werden. 2014 ist der Verein schließlich aufgelöst worden. Die Landfrauen, welche sich vor circa 45 Jahren organisiert haben, sind viele Jahre lang von Rosmarie Laumer und Maria Anderl geführt worden. Inzwischen ist der Verein einge- gliedert in den Katholischen Frau- enbund (KDFB), welcher besonders kirchliche Feste arrangiert. Wenn Kaffee und Kuchen, Adventskränze und Bestecke sowie Palmbuschen benötigt werden, ist der Frauen- bund zur Stelle. Der KDFB blickt im September auf 20 Jahre Vereins- geschichte zurück. Die Vereine arbeiten bei größeren Veranstaltungen kooperativ zusam- men und helfen sich bei Bedarf ge- genseitig. Johann Stöger Beim Faschingszug im Jahr 1984 war viel geboten. Die Laientheatergruppe hat mit ihren Stücken die Besucher manchmal sogar zu Tränen gerührt. Archivfotos: Johann Stöger 8A6LniQo

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