Heimatzeit in Aholfing

Montag, 25. Januar 2021 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 Reichhaltiges Leben an der Donau Der Strom prägt die Gemeinde und die Natur seit Menschengedenken vögel. Zur Zugzeit sind regelmäßig Greifvögel wie etwa Wespenbussar- de, Schwarzmilane, Rohrweihen und Fischadler oder Schwarz- und Weißstörche zu sehen. Jetzt in den Wintermonaten können Kornwei- hen, Zwerg- und Gänsesäger (häufi- ger) sowie Pfeif-, Schell-, Schnat- ter-, Löffel- und Spießenten am Fluss beobachtet werden. „Den Brachvogel trifft man leider nur noch selten an“, bedauert Bürger- meister Johann Busl. Besucher kommen von nah und fern Beliebt ist dieses Naherholungs- gebiet nicht nur bei den Gemeinde- bürgern. Die unmittelbare Nach- barschaft zur Stadt Straubing und auch die Nähe zur Stadt Regens- burg locken zu jeder Jahreszeit Radfahrer und Wanderer aus der Umgebung an. Spaziergänge oder Radtouren auf dem Dammkronen- weg sind besonders beliebt. „Beim Gassigehen müssen wir immer wie- der an die Anleinpflicht erinnern und auf die Hundehalter-Verord- nung hinweisen“, berichtet der Bür- germeister. Aber wenn die Verord- nungen eingehalten werden, sind alle Erholungssuchenden gern gese- hene Gäste in Aholfing. Irmgard Hilmer kommen weltweit nur in der Donau und ihren Zuflüssen vor. Vor dem Ausbau waren die Flä- chen landwirtschaftlich als Wiesen genutzt worden. Nach dem Ausbau kamen sie in den Besitz der Bundes- republik und rund 200 Hektar wer- den nach Natur-Gesichtspunkten betreut beziehungsweise bewirt- schaftet. Der Bürgermeister kann sich noch gut erinnern, als damals die ganzen Pappeln am Donauufer gefällt werden mussten. Mittlerweile ist alles wieder be- pflanzt und grün, wenn nicht gera- de Winter ist. Viele der früheren Wiesenflächen wurden zu Flach- wasserzonen umgestaltet. Und ge- rade hier finden sich zahlreiche Vö- gel. „Das zieht Birdwatcher – Vogel- beobachter – aus halb Deutschland in das Grenzgebiet zwischen der Oberpfalz und Niederbayern. Be- liebt bei ihnen sind die Beobach- tungsstellen am Altwasser bei Ahol- fing und Niedermotzing“, erklärt der Bürgermeister. Neben letzten Durchzüglern wie Wasserläufern und weiteren Limikolen stehen hier eine Lachmöwenkolonie, übersom- mernde Silberreiher, Krick-, Knäk-, und Schnatterenten, Teichhuhn und Eisvogel, Mittelmeermöwen und Flussseeschwalben auf der Be- obachtungsliste der Vogelliebhaber. Die Donauauen in Aholfing sind beliebte Haltestationen für die Zug- in den Jahren 1941 und 1988 gege- ben. „Jetzt haben unsere Dörfer kei- ne Angst mehr vor dem Hochwas- ser“, erklärt Bürgermeister Johann Busl. Und auch die Landwirte ha- ben kein Druckwasser der Donau auf ihren Feldern. Schützenswerte Flora und Fauna an der Donau Im Zuge des Donauausbaus sind Wege entstanden, die von vielen Er- holungssuchenden zu Fuß oder auch per Fahrrad genutzt werden. Seit Jahren gehört die Donauaue in der Gemeinde Aholfing zu den 674 FFH-Gebieten in Bayern. Die „Fau- na-Flora-Habitate“ weisen durch eigene Richtlinien spezielle euro- päische Schutzgebiete im Natur- und Landschaftsschutz aus. Sie die- nen dem Schutz von Pflanzen (Flo- ra), Tieren (Fauna) und Lebens- raumtypen (Habitaten). FFH-Gebiete sind dabei ein Teil des Natura-2000-Netzwerkes, das ein zusammenhängendes Schutzge- biet in Europa aufbauen möchte, um so die einheimische Natur zu be- wahren. Auwälder, Altwasser und Auewiesen sind Lebensraum von zahlreichen europaweit seltenen Arten. Und auch der Fluss selbst ist Lebensraum für strömungsliebende Fischarten wie die „Donaubarsche“ Zingel, Streber und Schrätzer. Sie zehnten hat sich hier viel verändert. 1993 fand der große Donauausbau statt, bei dem der Verlauf der Donau zur besseren Nutzung der Binnen- schifffahrt und zugunsten des Hochwasserschutzes begradigt wurde. Besonders dramatische Hochwasser hat es in der Gemeinde Aholfing. Die Gemeinde Aholfing besteht seit 1975 aus den drei früher selbstständigen Gemeinden Ahol- fing, Niedermotzing und Obermot- zing. Insgesamt leben mehr als 1800 Bürger in dem 21 Quadratkilometer umfassenden Gemeindegebiet an der Donau. Und die Donau prägt die Gemein- de seit ihrem Bestehen, wobei die ersten urkundlichen Erwähnungen bis zum Jahr 883 zurückreichen. So wie die Donau heute an den Dörfern der Gemeinde Aholfing vorbeifließt, war es nicht immer. Gerade in den vergangenen Jahr- Auch an einem kalten Wintertag ist ein Spaziergang in den Donauauen und auf dem Donaudamm in der Gemeinde Aholfing schön. Foto: Irmgard Hilmer Die drei Kirchtürme in der Gemeinde D rei verschiedene Heilige sind es, denen die Kirchen im Ge- meindegebiet von Aholfing ge- weiht sind. Die Pfarrkirche Sankt Lukas in Aholfing mit dem spät- gotischen Chor aus den Jahren um 1480, die spätromanische Filialkir- che Sankt Georg in Obermotzing, deren barockes Langhaus 1880 verlängert wurde und schließlich die Pfarrkirche Sankt Bartholo- mäus in Niedermotzing, die im Jahr 1722 erbaut wurde. Die Sakristei und der Turm der Pfarr- kirche Sankt Bartholomäus sind spätgotisch. Und gerade der Turm mit dem Treppengiebel sticht dem Betrachter von allen Himmels- richtungen her deutlich ins Auge. Was man dagegen nicht sehen , aber dafür umso besser hören kann: im Turm hängt auch eine klangvolle Glocke aus dem 18. Jahrhundert. (ih) Die Pfarrkirche Sankt Lukas in Aholfing ... die Filialkirche Sankt Georg in Obermotzing ... und die Pfarrkirche Sankt Bartholo- mäus in Niedermotzing. Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Aholfing STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de kreis & quer E s ist wie früher“, kann man der- zeit häufig Leute sagen hören. Der Satz klingt erstaunt bis erfreut. Sie kochen wieder, weil man nicht essen gehen kann. Sie haben die Ge- sellschaftsspiele ausgepackt, weil man abends nicht mehr raus darf. Im Sommer wurde die Naherholung statt der Fernreise neu entdeckt. Jetzt ist es das Skifahren. – Jeden- falls von denen, die einen passenden Berg vor der Nase haben und folg- lich da hindürfen. Die Oma hat immer erzählt, wie sie als junge Frau im Winter im Bayerischen Wald die Ski schulter- te, auf einen Berg stieg, die Bretter Gelebte Nostalgie unter die Schuhe schnallte und ins Tal abfuhr. Heute gibt es wieder Leute, die mit Skiern auf dem Pröl- ler stehen, obwohl kein Lift fährt. Nostalgieskifahren, ohne dass das diesmal einer organisiert, quasi. Sich die Abfahrt aus eigener Kraft erarbeitet zu haben, bringt ein ganz besonderes sportliches Hochgefühl mit sich. Es ist einem auch nicht kalt vom Anstehen und Liftfahren. Und für den Genuss des Tiefschneefahrens braucht man kei- nen Helikopter in den Alpen. Für die Liftbetreiber freilich wär’ es nicht so gut, sollte sich der Trend fortsetzen, weil sie dann den glei- chen Frust erleben wie die Friseure, die gerade mit Schrecken merken, dass etliche Leute drauf kommen, dass es ohne ihre Dienste auch geht. Obwohl... die weißen Winter wer- den ja immer weniger. Vielleicht ist es an der Zeit für ein neues Ge- schäftsmodell: Pisten beschneien und Eintritt verlangen... –map– Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Haselbach: Der KTSV hat eine Maskenprämierung via Internet organisiert.......... 15 Straubing-Bogen: Leserfotos zeigen die schönen Seiten des vielerorts reichlich vorhandenen Schnees ............ 17 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de 8A6LniQo

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