Der große Kfz-Markt vom 09.01.2021

Der große Kfz-Markt mittwochs und samstags in 16 Tageszeitungen Unter Strom Die wichtigen Autoneuheiten 2021 fahren elektrisch L ange Jahre musste sich die Autoindustrie den Vorwurf gefallen lassen, sie habe den Systemwechsel verschlafen und mit dem Verbrenner aufs falsche Pferd gesetzt. Doch so langsam reißt sie das Ruder herum. Elektrische An- triebe dominieren das Angebot – zu- mindest bei den Neuheiten. Nach- dem 2020 bereits viele Volumenmo- delle mit Stecker vorgestellt wur- den, geht es 2021 genau so weiter. In fast allen Segmenten dominie- ren die Stromer den Ankündigun- gen der Hersteller und den Indis- kretionen der Fachmedien zufolge. Dabei bringt die Elektrifizierung nicht nur neue Modelle, sondern so- gar neue Marken auf die Straße. So starten aus China die Volvo- Schwester Lynk & Co sowie die wie- derbelebte britische Traditionsmar- ke MG ihr Geschäft in Deutschland. Und auch Nio und Byton laufen sich für den Export warm, wenn den Start-ups nicht doch noch das Geld ausgeht. Ebenfalls neu ist der Hy- undai-Ableger Ioniq, den die Ko- reaner als reine Elektromarke auf- bauen wollen. Sie alle treten in jenem Segment an, in dem die Musik auch im neuen Jahr 2021 am lautesten spielen dürfte: Bei den SUVs. Sowohl der als Hybrid oder Plug-in angebotene Lynk & Co 01 als auch der rein elek- trische MG ZS sind genau wie der Nio ES6 und der Byton M-Byte für die Steckdose hochbeinige Kom- pakte mit rustikalem Design. Und auch der Ioniq 5 folgt diesem Trend. Die deutschen Hersteller stehen plötzlich voll unter Strom Die etablierten Hersteller halten aber kräftig dagegen, insbesondere die deutschen, die jetzt mit Macht auch elektrisch in die Volumenseg- mente drängen. So hat Audi den E-Tron Q4 angekündigt, BMW bringt den iX3, Mercedes den EQA und VW den ID.4 sowie das Schwes- terauto ID5 mit Schrägheck. Dazu gibt es den lange erwarteten Deutschland-Start des Tesla Model Y aus der noch fertigzustellenden Fabrik bei Berlin. Lexus bringt mit demUX 300e das erste batterieelek- trische Auto aus dem Toyota-Impe- rium, von den VW-Töchtern kommt der Skoda Enyaq und der Cupra El- Born als Seat-Alternative. Ford bringt den Mustang Mach-E und Opel den neuen Mokka, der mit seinem dualen Angebot aus Elek- troantrieb und Verbrenner die Brü- cke zur alten Welt schlägt. Diesen Spagat macht er gemeinsam mit dem Citroën C4, der die gleiche Plattform nutzt. Und auch bei Nis- san fahren sie zweigleisig, aber dann auch mit zwei Modellen. So gibt’s für konventionelle Gemüter eine Neuauflage des Qashqai, die mit einem neuen Hybridantrieb auch elektrisch fahren kann. Und für Avantgardisten gibt es als rein elektrisches SUV den Ariya, der den Erfolg des Leaf ins nächste Segment tragen soll. Einige SUV-Neuheiten fremdeln noch mit der Elektromobilität Eher in der alten Welt zu Hause sind ein paar wenige andere SUV- Neuheiten, bei denen die Elektrifi- zierung allenfalls bis zum Plug-in- Hybrid reicht. Den gibt es für den neuen Hyundai Tucson in der Kom- paktklasse genau wie für den Kia Sorento in der Mittelklasse. Der Crossover auf Basis des Toyo- ta Yaris bekommt genau wie die nächste Generation des Honda HR-V auf Basis des Jazz und der Re- nault Arkana als erstes SUV-Coupé eines Volumenherstellers zumindest einen konventionellen Hybriden. Und auch der große Highlander als neuer Siebensitzer im SUV-Pro- gramm von Toyota fährt als Teilzeit- stromer ohne Stecker vor. Allein der GV70, mit dem der edle Hyundai- Ableger Genesis auch bei uns den Kampf mit Lexus & Co aufnehmen will, kommt nach Angaben des Un- ternehmens erst mal nur mit Ver- brennern. Wer viel Platz und Variabilität sucht und kein SUV möchte, wird bei der wachsenden Anzahl an fa- milienfreundlichen Kleintranspor- tern fündig - und kann auch die im- mer öfter an der Steckdose parken. Wenn 2021 ein neuer Renault Kan- goo und baugleich der Mercedes Ci- tan sowie dessen neuer Pkw-Able- ger T-Klasse kommen, wird es ne- ben Dieseln und Benzinern eben- falls E-Versionen geben, so die Her- steller. Auch bei den eher traditionellen Karosserievarianten stehen wichti- ge Neuheiten unter Strom: Opel Astra, Peugeot 308 und Citroën C5 - alle eng verwandt und auf der glei- chen Plattform konstruiert, wird es mit Benzintank oder Batterie geben. BMW schickt den rein elektrischen i4 ins Rennen. Toyota bringt mit der zweiten Generation des Mirai die Brennstoffzelle ein wenig näher an den Alltag. Und Mercedes rollt mit dem luxuriösen EQS quasi eine elektrische S-Klasse vor - mit bis z 700 Kilometern Reichweite nach WLTP, so der Hersteller. Selbstverständlich gibt es noch neue Verbrenner Klassische Limousinen wie die neue Generation der Mercedes C-Klasse sowie der DS9 als franzö- sisches Comeback in der Oberklasse sind da fast schon eine Ausnahme. Selbst die Sportwagenwelt parkt längst an der Steckdose. Ja, die Pe- trolheads freuen sich auf Verbren- ner wie den neuen BMW M3/M4 oder das Deutschland-Debüt der Corvette, die im Herbst noch einmal mit klassischem V8-Motor durch- startet. Von Toyota gibt’s einen neu- en GT86 und von Mercedes endlich einen frischen SL. Doch neue Sportler wie der nächste Nissan Z oder der zweite Subaru BRZ werden bei uns mit Blick auf die CO2-Bilanzen gar nicht mehr angeboten. Und mit Pre- mieren wie dem Pinifarina Battista, dem Ferrari SF 90 Spider, dem Ma- serati MC20 oder dem McLaren Ar- tura hält die Elektrifizierung auch auf der Überholspur weiter Einzug. Kleinwagen nehmen noch eine Sonderrolle ein Einzig bei den Kleinwagen spie- len die Stromer noch eine unterge- ordnete Rolle, weil Autos in dieser Klasse selbst mit der staatlichen Förderung nur schwer finanzierbar sind. Premieren wie der Dacia San- dero und sein rustikaler Bruder Stepway kommen deshalb ganz konventionell daher. Und auch beim Skoda Fabia wird es für kaum mehr als einen Mild-Hybriden reichen. Aber sogar in dieser Liga beginnt so langsam eine Zeitenwende. Nicht nur der Fiat 500 wird als Liebling der Lifestyle-Fraktion mit dem Ge- nerationswechsel elektrisch, son- dern sogar Dacia versucht sich an der Mobilitätswende und bringt den Renault K-ZE aus China als Spring nach Europa – mit einem ambitio- nierten Ziel: Denn mit einem Netto- Preis um die 10000 Euro soll er Elektromobilität endlich für alle er- schwinglich machen. Dreiklang: Den neuen C4 bietet Citroën als Benziner, Diesel und E-Auto an. Klassischer Sportler: Der BMW M4 setzt weiterhin auf einen Verbrennungsmotor. Elektrische Reiter können das Ford-SUV Mustang Mach-E satteln. Der Opel Mokka-e tankt an der Ladesäule oder der Steckdose. Elektrischen Rückenwind erhält der Hyundai Tucson als Plug-in-Hybrid. In Deutschland an den Start geht 2021 der Y vom Elektro-Pionier Tesla. Nagelneuer Elektro-SUV ID.4 von Volkswagen. Retro-Klassiker: Fiat hängt seinen neuen 500 an die Ladesäule. Redaktion: Peter Parzefall 8A6LniQo

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