Heimatzeit Steinach

Montag, 16. November 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Bogen: Es wird wieder anders werden: Festamtsleiter Freundorfer macht im Interview Mut ........ 15 Straubing-Bogen: Leser mit Kamera unterwegs: Von Feuersalamander bis Nebelschwaden................. 19 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de Das Ehrenamt lebt Kultur, Unterhaltung, Geschichte: Das Engagement ist vielfältig Steinach. Ein Engagement in öf- fentlichen Funktionen zu überneh- men hat es nicht nur in Steinach schon immer gegeben, sondern wird es auch weiterhin geben. Auch wenn es heißt, keiner will sich mehr eh- renamtlich einbringen – in Steinach scheint das nicht so. Die Ortsvereine sind es, die für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde sorgen. Besonders in den vielen Ortsver- einen lebt das Ehrenamt. Neue jun- ge Vorsitzende lösen verdiente Vor- standschaftsmitglieder ab. Die Ge- meinde Steinach würdigt diese Ver- dienste jährlich. Seit 1997 zeichnet die Gemeinde Steinach ehrenamt- lich tätige Personen mit Verdienst- nadeln aus. Insgesamt erhielten bisher 121 Personen 186 Verdienst- nadeln in den verschiedensten Stufen. Aber auch für die Gemeinde Steinach sind viele Bürger ehren- amtlich tätig. Sei es beim Senioren- treff 60plus, in der Bücherei, beim Gemeindebotenteam oder im Ar- beitskreis des Archives für Heimat- geschichte. Eine Auswahl: ● Für Senioren gibt es regelmäßig Treffen und Veranstaltungen durch die Pfarrgemeinden Steinach und Münster sowie den Seniorentreff 60plus , der von der Gemeinde Steinach unterstützt wird. Das klei- ne ehrenamtliche Organisations- team organisiert kulturelle Besich- tigungen, wie Kirchen und Klöster, Burgen und Schlösser, aber auch Betriebsbesichtigungen, Naturbe- gehungen und mehr. Die Gemeinde Steinach unterstützt diese Aktivitä- ten mit einem jährlichen Zuschuss von 1000 Euro. Informativ, ab- wechslungsreich und interessant nennt Bürgermeisterin Christine Hammerschick die Aktivitäten. 60plus habe sich zu einem Vorzeige- modell im Landkreis entwickelt. ● Das Archiv für Heimatgeschichte , seit 2018, ist das jüngste Kind der Gemeinde Steinach mit ehrenamtli- chem Engagement. Die Gemeinde Steinach hat sich in den letzten 100 Jahren enorm verändert. Verwaltet werden keine „trockenen“ Akten, sondern Bilder und Dokumente, Vereinsunterlagen und Filme, die von Menschen und Häusern aus der Gemeinde erzählen. Gemäß dem Motto „Sammeln – Bewahren – Si- chern und Ausstellen“ nimmt der Arbeitskreis, der bereits neun Per- sonen zählt, Archivmaterial aus dem Gemeindebereich entgegen. Aufgrund der momentanen Ein- schränkungen ist ein Archivbesuch zu den normalen Öffnungszeiten nicht möglich. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Heimatarchives bit- ten um einen persönlichen Termin unter E-Mail: info@heimatge- schichte-steinach.de oder Telefon 09428/7139. Mittlerweile gibt es auch eine ei- gene Homepage: www.heimatge- schichte-steinach.de . Sie soll die umfangreichen Ortschroniken von Josef Schlicht aus dem Jahr 1908 und Hans Agsteiner aus dem Jahr 1996 ergänzen und eine Sammlung aller weiterer Geschichten und Anekdoten unserer Gemeinde sein. Ziel ist es, die Chronik immer weiter anwachsen zu lassen und so zu ei- nem Online-Nachschlagewerk über die interessante und reiche Ge- schichte unserer Heimatgemeinde werden zu lassen. ● In eine „Steinacher Marktlücke“ stieß die Gemeinde Steinach mit der Eröffnung einer Bücherei im Jahre 1998. Als am 1. Februar 1998 die Bücherei Steinach, damals noch in der Grundschule untergebracht, erstmals ihre Türen öffnete, ahnte noch keiner, welche Entwicklung sie nehmen wird. Heute, 22 Jahre später, kann die Gemeinde Steinach stolz auf diese gemeindliche Ein- richtung zurückblicken. Die durchschnittlich 20000 Aus- leihungen jährlich sprechen eine deutliche Sprache, dass das Me- dienangebot der Bücherei stimmt. Ein ehrenamtliches Team sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Das zwölfköpfige Damenteam kümmert sich um die Ausleihe, Reparatur und Einbinden der Bücher, Einar- beitung der Medien in die EDV- Software und das Bilderbuchkino. Aber auch Veranstaltungen, für Kinder und Jugendliche sowie Er- wachsene werden in der Bücherei angeboten. 2018 zum zwanzigjährigen Beste- hen gratulierte auch die Landes- fachstelle für das öffentliche Biblio- thekswesen der Bayerischen Staats- bibliothek in Regensburg. Die Bü- cherei sei viel mehr als eine Ausleih- stelle. Mit Engagement, Optimis- mus und Bereitschaft offen für Neu- es zu sein, sei die Bücherei zu einem „Büchereileuchtturm“ geworden, der weit in die Region ausstrahlt. Vom Bayernwerk wurde die Büche- rei mit dem Lesezeichen und dem Bibliothekspreis ausgezeichnet. Be- reits jetzt sind die Weihnachtsbü- cher für die Ausleihe vorbereitet. Die Bücherei hat am Dienstag und Donnerstag von 16 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. 24 Stunden geöffnet hat die Online-Ausleihe. Zum Online- Angebot gehören E-Books (Bücher), E-Audios (Hörbücher) und E-Ma- gazine (Zeitschriften). ● Im März 1996 erschien die erste Ausgabe des „neuen“ Gemeinde- Boten . Nach längeren Vorarbeiten, unter Mitwirkung eines überpartei- lichen Arbeitskreises und Redakti- onsteams, wurde das damalige Nachrichten- und Informations- blatt der Gemeinde Steinach abge- löst. Der Gemeindebote wird in ei- nem vierteljährlichen Turnus von einem ehrenamtlichen Team er- stellt. Von einst 16 Seiten hat sich der Umfang inzwischen auf bis zu 100 Seiten erweitert. Mitteilungen, Wissenswertes und Heimatgeschichtliches aus unserer Gemeinde steht dabei im Mittel- punkt und soll stets Anreiz zum „Durchblättern und Lesen“ sein. Zwölf Frauen und Männer treffen sich alle drei Monate, um die neues- te Ausgabe vorzubereiten. Dabei werden die möglichen Themen, über die berichtet werden soll, diskutiert. Nur durch eine Vielzahl von Autoren ist eine breite Palette von interessanten Themenbereichen möglich. Gerhard Heinl vor- Mehr Bilder unter www.idowa.plus Der letzte Ausflug führte die Senioren 60plus nach Fürstenfeldbruck mit dem Besuch der Zentralen Ausbildungsstätte für Offizieranwärter und Offiziere der Luftwaffe. Fotos: Gerhard Heinl Weihnachtsideen und viele neue, ak- tuelle Bücher stehen zur Ausleihe in der Bücherei bereit. Auch alte Filme werden im Archiv für Heimatgeschichte aufbewahrt. „Einkaufen“ im Schloss Steinach. (gh) Das Alte Schloss auf einem Bergrücken im Westen und die Pfarrkirche St. Michael im Osten sind die prägenden und cha- rakteristischen Bauwerke von Steinach. Ein Ritter Wichmann von Steinach, der auf der ehemaligen Steinacher Burg lebte, tritt im Jahr 1105 in einer Oberalteicher Schen- kungsurkunde als Zeuge aus dem Dunkel der Geschichte. Es ist die erste urkundliche Erwähnung von Steinach. Aus der ehemaligen Burg wurde im Laufe der Jahre ein Schloss. Seit 2004 ist das Schloss bei der Familie Lindinger in guten Händen; sie ver- mietet die Appartements. Im An- schluss an die ehemalige Brennerei haben die Eigentümer Lindinger alte Handwerksgeschäfte eingerich- tet. Zu bestaunen sind diese durch die großen Rundbogenfenster. So findet man hier eine Apotheke, ei- nen Friseurladen als American Bar- ber Shop, ein Hut- und Pelzwaren- geschäft, eine Materialwaren- Handlung, einen Saloon, eine Schuhmacherei und einen Schreib- warenladen. Letzterer stammt von Jakob Stettmer aus Schwarzach. Man kann hier zwar nicht einkau- fen, aber ein Spaziergang durch den Schlosshof lohnt sich. vor- Mehr dazu unter www.idowa.plus Beim Spaziergang im Steinacher Schlosshof sieht man in den aufgebauten Ge- schäften so manche Stücke aus früherer Zeit. Fotos: Gerhard Heinl Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Steinach kreis & quer N eulich ist man tierisch erschro- cken. Die Bürotür ist aufge- gangen, und eine Kollegin ist he- reingekommen. Man ist es nicht mehr gewohnt, dass ein leibhaftiger Mensch eintritt. Betriebsfremde dürfen schon lange nicht mehr vor- beikommen. Inzwischen sind selbst die Kollegen nur noch Telefonstim- men. Die einen arbeiten daheim. Die anderen sitzen zwar in benach- barten Büros, könnten aber genau- sogut auf dem Mond arbeiten, weil man mit denen ebenfalls nur noch telefoniert. Manchmal wählt man auch ihre Büronummer und kommt trotzdem bei ihnen daheim raus, die Weiterleitung macht’s möglich. Die beste Freundin hat so etwas privat. Sie lebt seit Jahrzehnten in Nur noch Stimme Großbritannien, also auch so gut wie auf dem Mond (und ab Januar vermutlich dahinter). Seit einer Weile aber kann man sie unter einer Nummer ihres einstigen Heimator- tes anrufen, ohne ellenlange Vor- wahl. Die Nummer verbindet auf ihr Mobiltelefon. Gefühlt ruft man sie irgendwo gleich um die Ecke an. Selbst an der Verbindungsquali- tät ist heute kein Unterschied mehr festzustellen. Mobil-Gespräche klingen oft erstaunlich unverzerrt. Und Telefonate aus dem Festnetz seit der IP-Telefonitis bisweilen, als spreche man aus der Gruft. Neulich hat sich das Gefühl, die Freundin wohne gleich nebenan, noch sehr verstärkt. „Alles grau“, hat man beim Blick aus dem Fenster zu ihr gesagt, „heute hebt sich der Nebel wohl nicht mehr.“ Sie hat jenseits des Kanals tief geseufzt. „Stimmt. Sieht nicht so aus...“ –map– 8A6LniQo

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