Freistunde vom 13.11.2020

2 FREISTUNDE Das freut mich Endlich selbst mobil sein: Nicht mehr lange und mein Auto wird angemeldet. Dann kann ich mich im begleiteten Fahren schonmal daran gewöhnen, mit meinem eigenen Auto zu fahren. Schließlich war ich bisher nur an das Fahrschulauto gewohnt. Das nervt mich Volle Busse: Auch jetzt sind die Busse brechend voll. Das merke ich auf dem Weg zur Arbeit oder in eine andere Stadt. Vor allem in diesen Zeiten, wo man mehr Abstand gewöhnt ist, fühlt man sich oft ein- geengt. Das Tragen der Maske macht die Situation auch nicht besser. ➔ Diese Woche Du willst auch Trendscout werden? Melde dich bei uns! Trendscout November Sofia Schiller (17) aus Mötzing Unsere Songs der Woche • Kerstin: „RNP“ – Cordae feat. Anderson .Paak • Anna-Lena: „Ievan Polkka“ – Loituma • Flo: „I’m On Your Side“ – The Glorious Sons Hier geht’s zu unserer Playlist auf Spotify: Freitags-Frage Was ist deine bemerkenswerteste Bahn-Geschichte? Unsere Umfrage über Instagram. Packend und emotional Der neue Roman „Sie mussten nach links gehen“ beschreibt die finsteren Zeiten am Ende des Zweiten Weltkriegs. Fazit: Wie schon der Vorgänger ist „Sie mussten nach links gehen“ ein trauriges Buch, das stellenweise sehr emotional wird. Zofias packende Ge- schichte erlaubt dem Leser für ein paar Stunden, sich in die Zeit und Stimmung nach dem Zweiten Welt- krieg hineinzufühlen – und das fast besser, als es jeder Geschichtsunter- richt kann. -seg- „Sie mussten nach links gehen“ von Monica Hesse, erschienen im CBJ-Verlag. Der Zweite Weltkrieg ist gerade in sei- ner Endphase und die 18-jährige Zo- fia wird von Soldaten aus dem KZ Groß-Rosen befreit. Doch auch wenn der Krieg für sie jetzt vorbei ist – ihr Leben ist schon längst zu einem Scherbenhaufen zerfallen. Denn von ihrer Familie haben nur sie und ihr Bruder Abek das KZ überlebt. Doch der ist verschwunden. Immer verzweifelter sucht Zofia nach seinen Spuren, in der Hoffnung, dass man ihr Abek nicht auch noch ge- nommen hat. Mit ihrem Buch „Das Mädchen mit dem blauen Mantel“ war Monica Hesse für den Deutschen Jugendlite- raturpreis 2019 nominiert. Und die finsteren Zeiten des Zweiten Welt- kriegs, in denen auch das neue Buch spielt, scheinen die Autorin nicht los- gelassen zu haben: Der Roman „Sie mussten nach links gehen“ beginnt 1945 und schildert wieder ein drama- tisches Schicksal. Darum geht’s: „Sie mussten nach links gehen“ spielt im Frühjahr 1945. Cover: Verlagsgruppe Random House GmbH Donalds „perfekte Trophäe“ Die Arte-Doku „Melania Trump – obskures Objekt der Macht?“ zeigt den Weg der First Lady aus Slowenien ins Weiße Haus. Ein weiterer Fokus ist ihr Modestil. Ei- nige Medien und User im Netz ver- spotten sie deshalb. Melania trägt übergroße Sonnenbrillen, ein Desig- nerkostüm im Kolonialstil in Afrika, Pumps im Flutgebiet oder eine Jacke mit der Aufschrift „I really don’t care, do u?“, also „Mir ist es voll egal, sehen. Auch junge Politikerinnen werden vorgestellt, die Frauenpower mit einer konservativen Einstellung verbinden – und gut finden, für was Melania steht. Sie schätzen die zu- rückhaltende Frau, die vorrangig ihre Muterrolle lebt und doch hautnah am Zentrum der Macht ist. Raus aus der Provinz, rein ins Ram- penlicht – viele Mädchen aus Slowe- nien träumen davon. Melania Trump hat das geschafft. Die Arte-Doku „Melania Trump – obskures Objekt der Macht?“ beleuchtet ihre heutige Rolle und die Etappen bis dorthin. Darum geht’s: Zunächst fasst die Doku den bisherigen Weg der First Lady zusammen: Melanija Knavs aus dem slowenischen Sevnica will schon als Teenie Model werden. 1996, mit 26 Jahren, taucht sie in New York auf, stürzt sich ins Nachtleben, macht we- nig zielführende Nacktshootings und entdeckt eine neue Liebe: Über einen gemeinsamen Freund lernt Melania Donald Trump kennen. Als Partnerin des Immobilienbarons kommt auch ihre Karriere in Fahrt. 2005 heiraten die Trumps. Seither sei sie nur mehr Donalds „perfekte Tro- phäe“, wie die Doku sie nennt. Der Film veranschaulicht das mit Auftrit- ten Melanias während Trumps erstem Wahlkampf und stempelt sie dabei als „eindimensionale Figur“ ab: Stets blamiere sie sich bei Reden und ver- trete zudem keine politische Agenda. Trotzdem zeigt die Doku Amerikane- rinnen, die in Melania ein Vorbild auf der Suche nach einem reichen Mann Hand in Hand: der Präsident und sein Model. Foto: Alex Brandon/dpa Nicht nur modisch ist Melania rätselhaft. Foto: Tarek Wajeh/dpa dir?“, beim Besuch von Flüchtlings- kindern. Für viele verfehlt sie so die Erwartungen an eine First Lady. In aller Kürze: Eine Doku über Mela- nia Trump, die als ganz anders gilt als ihre Vorgängerinnen: mysteriös, zu- rückhaltend, feminin und antifeminis- tisch. Und die trotzdem ihr eigenes Ding durchzieht. Fazit: „Melania Trump – obskures Objekt der Macht?“ gibt Einblicke in den konservativen Feminismus der USA. Spannend, weil wir den bei uns so nicht kennen. Doch die Doku drängt Melania auch in eine Ecke, indem sie sie als Objekt darstellt. Natürlich: Die First Lady ent- täuscht alle, die gegen alte Rollenbil- der kämpfen. Zu Recht, denn ihr Auf- treten ist oberflächlich und naiv. Doch auch Melania ist auf eine gewis- se Art selbstbestimmt. Denn sie kam in die USA mit dem großen Traum ei- nes guten Lebens – das sie nun auch vier Jahre lang im Weißen Haus ge- führt hat. -kek- „Melania Trump – obskures Ob- jekt der Macht?“, Dokumentar- film, 58 Minuten, verfügbar auf arte.tv und YouTube. Ihre Markenzeichen sind Sonnenbrille und Pumps. Foto: Mary Schwalm/dpa

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