Heimatzeit Feldkirchen

Montag, 9. November 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Sankt Englmar: Andreas Aichinger hat die Aktion „#zumwirthoitn“ mitangestoßen......................... 17 Leiblfing: Patrozinium der Reithof-Kapelle wegen Corona im Freien gefeiert ...... 18 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de Gäuboden-Kaserne ist überregional bekannt Bürgermeisterin und Kommandeur loben die hervorragende Zusammenarbeit Feldkirchen. „Für mich ist es eine Ehre, Kommandeur eines herausge- hobenen Ausbildungsverbandes im Sanitätsdienst der Bundeswehr zu sein“, sagt Oberstarzt Dr. Tobias Gamberger. Er ist seit Januar Kom- mandeur und Standortältester in der Gäuboden-Kaserne Mitterhart- hausen. Alle Sanitätsoffiziersanwärter der Bundeswehr absolvieren tradi- tionell ihre Grundausbildung beim Sanitätslehrregiment (SanLehrRgt) in Feldkirchen. Neben der militäri- schen Basisausbildung wird dabei die erste und entscheidende Prä- gung als „Staatsbürger in Uniform“ vermittelt. Das Kommando Sani- tätsdienst der Bundeswehr ist die höchste sanitätsdienstliche Kom- mandobehörde der Bundeswehr. „Unsere Gemeinde ist deutsch- landweit bekannt durch unsere Gäuboden-Kaserne“, sagt Bürger- meisterin Barbara Unger. Dadurch kommen auch oft hochrangige Poli- tiker in die Gemeinde, darunter alle deutschen Verteidigungsminister. Die Bürgermeisterin spricht von ei- nem sehr guten Kontakt, einem gu- ten Miteinander und gegenseitigem „zu Gast sein“. Die Achtung und der Respekt vor den Soldaten seien in der Gemeinde sehr hoch. Und auch die Soldaten fühlten sich wohl in der Gemeinde, viele wohnen hier. Schon häufig habe die Bürgermeis- terin ihnen zu Auslandseinsätzen ein Ortsschild mitgegeben, denn die Aussage „Do sama dahoam“ gelte für viele. Diesen Aussagen kann auch Oberstarzt Dr. Tobias Gamberger ohne Wenn und Aber zustimmen. Auch er habe eine herzliche Auf- nahme in Niederbayern erfahren und gesteht schmunzelnd: „Ich bin in zwei Topregionen zu Hause, mit der Familie im Allgäu und dienst- lich in Feldkirchen.“ Gamberger nennt die Gäuboden- Kaserne ein „wunderschönes En- semble“, ein Schmuckstück unter den Kasernen, das teilweise denk- malgeschützt ist. „Und, es hat bis- her alle Reformen überlebt“, so der Standortälteste. Das „Vorzeigeob- jekt unter den Kasernen“ sei ein sehr großes Exemplar, geprägt von Weitläufigkeit, mit einer eigenen Wasserversorgung und eigenen Brunnen sowie einem eigenen Ei- senbahnanschluss. Besucher von überall her Diesen nutzen für Bahnverladun- gen beispielsweise auch die Pioniere in Bogen. Die Liegenschaften seien prädestiniert für Ausbildungen und Lehrgänge. „Die Gäuboden-Kaser- ne ist mit dem Sanitätslehrregiment als Ausbildungsverband ein Aus- hängeschild im Sanitätsdienst. Aus über 900 Kilometern Entfernung kommen die Auszubildenden hier- her“, erklärt Gamberger. Und das „Aushängeschild“ ziehe auch eine hohe Besucherzahl aus dem In- und Ausland an. „Selbst die Chinesen kennen uns und waren schon zu Gast.“ Für den Standort- ältesten ist nicht zuletzt die „super Zusammenarbeit“ innerhalb der unterschiedlichen Dienststellen sehr wichtig. Die Gäuboden-Kaser- ne blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde in den 1930er- Jahren als Militärflugplatz gebaut und durch die Wehrmacht betrie- ben. Mit dem Kriegsende übernah- men die US-Streitkräfte die Lie- genschaft und nutzten diese als Garnison bis Mitte der 1960er-Jah- re. Danach übernahm die Bundes- wehr den Standort und nutzte die- sen aufgrund der Infrastruktur so- wohl für die Heeresfliegertruppe wie auch für Truppenteile einer Panzerbrigade. Daneben wurden am Standort Feldkirchen Fahrschüler sowohl auf Kettenfahrzeugen als auch mit Lastkraftwagen ausgebildet. Mit der Reduzierung der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung wan- delte sich das Gesicht der Gäubo- den-Kaserne. Auflösungen von Truppen, Verlegungen und Reduzie- rungen fanden statt. Die Aufstel- lung des Sanitätslehrregiments aus dem gemischten Lazarettregiment 12 erfolgte zum 1. Juli 2003 und war bis 2013 dem Sanitätsamt der Bun- deswehr in München unterstellt, wechselte dann unter das Komman- do Sanitätsdienstliche Einsatz- unterstützung in Weißenfels (Sach- sen-Anhalt), welches alle Sanitäts- regimenter der Bundeswehr führt. Das der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München unterstell- te Zentrum für Einsatzausbildung und Übungen, das heutige Lehr- und Ausbildungszentrum Einsatz, welches ebenfalls in der Gäuboden- Kaserne stationiert war, wechselte im Jahr 2013 unter die Führung des Sanitätslehrregimentes. In der 6. Kompanie des Sanitätslehrregi- ments erhalten pro Quartal bis zu 280 Rekruten ihre Allgemeine Grundausbildung, Besonderheit hierbei ist die Ausbildung der ge- samten Sanitätsoffiziersanwärter im Sommerquartal als besonderes Merkmal im Vergleich mit den an- deren Sanitätsregimentern. Im Lehr- und Ausbildungszentrum Einsatz durchlaufen etwa 500 Trai- ningsteilnehmende im Jahr eine Ausbildung, bevor sie in den Aus- landseinsatz, zum Beispiel nach Mali in Westafrika, verlegt werden. Neben dem Sanitätslehrregiment ist ein Kraftfahrausbildungszen- trum der Streitkräftebasis in Feld- kirchen stationiert. 36 Soldaten sind hier für die Organisation und Durchführung der Kraftfahrausbil- dung auf Lastkraftwagen sowie ge- schützten geländegängigen Fahr- zeugen eingesetzt. Im Jahr werden in 50 Lehrgängen im Durchschnitt 60 Lehrgangsteilnehmer pro Lehr- gang ausgebildet. Viele medizinische Berufe Zur truppenärztlichen Versor- gung der im Standort Feldkirchen stationierten Soldaten und Lehr- gangsteilnehmer steht ein Sanitäts- versorgungszentrum mit einem Per- sonalkörper von 36 Angehörigen mit einer Vielzahl an medizinischen Berufen zur Verfügung. Diese Sani- tätseinrichtung ist nicht dem Sani- tätslehrregiment unterstellt, pflegt aber eine sehr enge und vertrauens- volle Arbeitsbeziehung zu den „Hausherren“. Zur Instandhaltung der Kaserne insgesamt und Pflege der Liegenschaft unterhält das Bundeswehrdienstleistungszen- trum Bogen unterschiedliche Fach- bereiche mit entsprechendem zivi- len Personal vor Ort in der Gäubo- den-Kaserne. Irmgard Hilmer Die Wache muss jeder passieren, der die Gäuboden-Kaserne betreten möchte. Foto: Irmgard Hilmer Panzer vor der Regimentsführung in der Gäuboden-Kaserne. Foto: Bundeswehr Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Feldkirchen kreis & quer H eizungsableser haben sich frü- her oft gewundert, wenn in ei- nem Mietshaus mit lauter bauglei- chen Wohnungen in einem dieser Wohnzimmer Schrank, Sessel, Sofa und Couchtisch plötzlich ganz an- ders verteilt waren als in allen an- deren. Des Rätsels Lösung: Dort wohnte eine Familie ohne Fernseher. Die Fernseher der anderen hatten damals aber immerhin noch norma- le Größen. Heutzutage kann es ei- nem passieren, dass man sich gera- de in einem Wohnzimmer mit Fern- seher über die ungewöhnliche Raumaufteilung wundert, weil dort, wo früher eine ganze Schrankwand Platz fand, ein Bildschirm steht, der Fernsehwelten so riesig ist, dass man sich eigent- lich schon in den Flur setzen muss, um genügend Abstand zu ihm zu haben. Wer stellt sich freiwillig so ein Trumm ins Zimmer? – Im Kino wa- ren die begehrtesten Plätze doch schließlich auch noch nie die in der ersten Reihe. Wieder andere Leute legen zwar nach wie vor keinen Wert auf einen Riesenfernseher – scheinen fehlende Dimension aber durch Steigerung der Menge wettmachen zu wollen: Die haben in jedem Zimmer ein Ge- rät. Höhepunkt hier ist ein drehba- rer Fernseher in der Küche, denman wahlweise zum Herd oder dem Ess- tisch hin ausrichten kann. Ist man beimKochen nicht viel zu sehr abgelenkt, wenn man gleich- zeitig fernsieht? Aber vermutlich merkt man dank Programm beim Essen dann wiederum nicht so ge- nau, was man eigentlich vor sich auf dem Teller liegen hat... –map– 8A6LniQo

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