Heimatzeit Parkstetten

Montag, 2. November 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 11 Auf demWeg zu sich selbst Pilgerweg Via Nova führt durch Reibersdorf W er sich auf eine Pilgerreise begeben will, muss nicht im- mer weit fahren. Auf einer Länge von 1200 Kilometern erstreckt sich nämlich der Europäische Pilger- weg Via Nova über die drei Länder Tschechien, Deutschland (Bayern) und Österreich und führt dabei auch durch Parkstetten. Der Pilgerweg wurde 2005 eröff- net und soll „den Menschen die- nen, die sich in der Nähe ihrer Hei- mat auf den Weg machen“, heißt es auf der Homepage. Entlang des Pilgerweges befinden sich zahlrei- che religiöse Schätze wie berühmte Klöster und Wallfahrtsorte, aber auch reizvolle Landschaften voller Naturschönheiten. Überwiegend auf Wiesen-, Wald- und Feldwe- gen, vorbei an Seen und durch schattige Wälder, könne der Pilger neue Kraft gewinnen. Auch durch die Gemeinde Park- stetten, genauer durch den Ortsteil Reibersdorf, führt der Weg. Viele Pilger machen sich auf die Reise, um die Verbundenheit zu Gott zu festigen, aber auch um ihren spiri- tuellen Geist zu nähren oder den Weg zu sich selbst wiederzufinden. Dabei können sie kulturelle Schät- ze, atemberaubende Landschaften und Orte entdecken, an denen sie sich durch die Gastfreundschaft wie zu Hause fühlen. „Deshalb bot sich auch Reibers- dorf beziehungsweise die Exposi- turkirche St. Martin, eine spätgoti- sche Anlage aus dem 15. Jahrhun- dert, als einer der Punkte auf der Via Nova an“, erklärt Christian Hentschel. Er ist zusammen mit Karl-Heinz Lorper der Via-Nova- Beauftragte der Gemeinde Park- stetten. Henschel erklärt, dass am Rande des Rastplatzes außerdem ein Felsen mit dem „Via Nova“-Lo- go errichtet wurde. „Der Stein dient den Pilgern als Anlaufstelle und Wegweiser“, sagt Christian Hentschel. Karl-Heinz Lorper und er wan- derten regelmäßig mit Wander- gruppen Teilabschnitte des Weges, „um nach dem Rechten zu sehen und die Beschilderung zu überprü- fen“, wie Hentschel erklärt. (cbo) Der Stein mit dem „Via Nova“-Logo dient den Pilgern als Wegweiser. Der richtige Ort für alle, die Natur mögen Das Naherholungsgebiet um Parkstetten kann auf eine lange Historie zurückblicken Parkstetten. Wer an Parkstetten denkt, denkt auch an das Naherho- lungsgebiet. Dort lassen sich zu je- der Jahreszeit – fernab von Stress, Hektik und Verkehr – entspannte Stunden verbringen. Doch wie ist das Gebiet eigentlich entstanden und wer kümmert sich darum? Das Naherholungsgebiet im Be- reich Parkstetten, Kirchroth und Steinach blickt auf eine jahrzehnte- lange Historie zurück. „Angefangen hat alles bereits in den Fünfziger- jahren, als in der Gemeinde Park- stetten mit dem Kiesabbau begon- nen wurde“, erklärt Irene Denk, Ge- schäftsführerin des Naherholungs- vereins. Der Kiesabbau habe sich in den folgenden Jahren auch auf die Gegend der jetzigen Gemeinden Steinach und Kirchroth ausgewei- tet und die Nachfrage nach Kies habe immer weiter zugenommen. Ein solch enormer Anstieg in der Ausbeute blieb jedoch laut Irene Denk nicht ohne Folgen. Und so sei der Kiesabbau in den Folgejahren quasi außer Kontrolle geraten. Nicht nur den Bürgern, auch den Gemeinden – damals gehörten noch Unter- und Oberzeitldorn, Agen- dorf, Kößnach, Kirchroth, Steinach und Parkstetten zu dem Gebiet – und den öffentlichen Trägern des Gebiets war es äußerst wichtig, dass wieder Ordnung in dem Gebiet herrscht. Der Kiesabbau sollte gere- gelt durchgeführt werden und es sollte für alle eine zufriedenstellen- de Nachfolgenutzung der Fläche festgelegt werden. Zweckvereinbarung 1973 „Im Dezember 1972 versammel- ten sich deshalb erstmals Vertreter der betroffenen Gemeinden, der Kiesindustrie, der Bezirkspla- nungsstelle, der Gesellschaft für Landeskultur und des Landrats- amts, um ein Konzept dafür zu er- stellen“, erklärt die Vereinsge- schäftsführerin. Im Herbst 1973 habe schließlich eine Zweckverein- barung zwischen den Gemeinden Kirchroth, Kößnach, Münster, Park- stetten, Steinach und Unterzeitl- dorn abgeschlossen werden können. Ziel der Vereinbarung sei die För- derung eines Naherholungsgebietes gewesen sowie die Beschaffung der Finanzierungsmittel und die Durch- führung der erforderlichen Planun- gen. Für die sei die Gesellschaft der Landeskultur beauftragt worden. Die Regierung von Niederbayern stimmte diesem Plan im November 1975 zu, jedoch ohne Einverständ- nis der Gemeinden und Kiesunter- nehmer. „Das Konzept hat ihrer Meinung nach nicht den wirtschaft- lichen, landwirtschaftlichen und fremdenverkehrsmäßigen Erforder- nissen entsprochen“, sagt Irene Denk. Auf Basis dieser Strategie wollten die Gemeinden keine weite- ren Bebauungspläne aufsetzen. Vereinsgründung 1982 Nach vielen Gesprächen konnte am 5. April 1982 im Beisein des da- maligen Staatsministers Alfred Dick der Verein zur Entwicklung ei- nes Erholungsgebietes im Raum Parkstetten-Steinach-Kirchroth gegründet werden. Zweck des Ver- eins ist laut Geschäftsführerin Irene Denk heute die Förderung des Na- turschutzes, der Landschaftspflege und des Umweltschutzes. Der Verein nahm zügig die Arbei- ten auf und es wurden nach und nach Parkplätze, Sanitäranlagen, Badestrände und Liegewiesen er- richtet. Zudem konnten die nötigen finanziellen Mittel aufgebracht werden, um eine Abwasserbeseiti- gung über die Kläranlage Parkstet- ten gewährleisten zu können. „Aktuell wird der Großteil des Budgets in die Beseitigung der Was- serpflanzen investiert“, erzählt Denk. Die finanziellen Mittel dafür stammen von den Beiträgen der Vereinsmitglieder. Diese sind der Landkreis Straubing-Bogen, die Stadt Straubing, die Gemeinden Parkstetten, Kirchroth und Stei- nach sowie zwölf weitere Mitglie- der, die sich aus Vereinen, Unter- nehmen und Privatpersonen zusam- mensetzen. Das Naherholungsge- biet mit den Weihern 11, 12 Ost und 14 umfasst eine Fläche von rund 800 Hektar. „Das Areal ist dabei unterteilt in drei Zonen: Ruhezonen für den Na- turschutz, eine extensive Erho- lungszone für Segeln und Angeln sowie eine intensive Erholungszone für Baden, Camping und Golf“, sagt Denk. Auf einem Abschnitt des Wei- hers 14, der inoffiziell von Einwoh- nern der Gemeinde auch „Scheiß- heislweiher“ genannt werde, da sich die Sanitäranlagen auf dem Gebiet befinden, sei es auch Hunden er- laubt, sich dort mit ihren Besitzern zu erholen. Für jeden, der gerne in der Natur ist oder Freizeitaktivitä- ten auf dem Weiher ausübt, gibt es also hier den richtigen Ort. Cornelia Bottke Auf einem Abschnitt amWeiher 14 dürfen Hundebesitzer auch ihre Tiere mitbringen. Generell steht das Naherholungsgebiet für entspannte Stunden abseits von der Hektik des Alltags. Fotos: Cornelia Bottke Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Parkstetten STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 12 Veranstaltungen Seite 12 Bogenberg: Pater Darek Byrk ist seit Mitte September der neue Chef auf dem Bogenberg ....................... 13 Straubing-Bogen: Der Landkreis verlieh seinen den Ausbildungspreis wieder in drei Kategorien....................... 15 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de kreis & quer M utters Geburtstag hat auf dem Balkon stattgefunden. Kaffee- trinken mit Anorak, Schal und Daunenweste. Nach dem Sekt zum Anstoßen war es einem gefühlt auch gleich etwas wärmer (ist ein Trug- schluss, schon klar...). Der eigene Geburtstag im Früh- jahr fiel in den Lockdown, da war nur Telefonieren möglich. Dafür saß man allein am Ofen. Ob zu Weihnachten wieder Lock- down sein wird? Und ob die Mutter dann trotzdemeineWeihnachtsgans braten wird? Vielleicht kann man ja ein Stück in der Tupperdose bei ihr abstauben... Also, falls das erlaubt sein wird. Gilt „gebratene Gans ab- holen“ als notwendige Erledigung, Gans notwendig für die man das Haus verlassen darf? Oder muss man die Gans unter der Jacke verstecken? „Ichmach nur Sport, Herr Polizist. Sie sehen ja an der Wölbung meines Anoraks, dass ich viel zu dick bin und das gans dringend nötig habe...“ Vermutlich sollte man auch bei- zeiten nachschauen, ob noch genug Wein zur Gans da ist – bevor der Verkauf nicht nur nach 22 Uhr ver- boten ist, sondern ganztägig, weil der Staat verhindern will, dass alle Corona-Depressiven in die Sucht abrutschen (zumal es derzeit keine Treffen der Anonymen Alkoholiker geben kann, denn wie sollten die sich bei einer ihrer Sitzungen auch gut rückverfolgbar registrieren...). Köln will auf alle Fälle am 11. November Alkohol im öffentlichen Raum verbieten, des Karnevalsauf- takts wegen. – Immerhin kann man sich an dem Tag noch an der Kerze der Martinslaterne wärmen. –map– 8A6LniQo

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