Heimatzeit in Oberschneiding

Montag, 24. August 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 11 Moderne Bildung: Heute so wichtig wie einst Vom Unterricht für Mädchen bis zu den Herausforderungen durch die Digitalisierung plette Serverstruktur, geboten. Ver- kehrstechnisch ist Oberschneiding ebenfalls gut angebunden. Einen weiteren Meilenstein im Ausbau des IT- und Bildungszen- trums hat Bürgermeister Ewald Seifert heuer gesetzt, indem er mit der Technischen Hochschule Deg- gendorf (THD) die bereits bestehen- de Kooperation mit einem zusätzli- chen Zweig ausbauen konnte. Das Silicon-Valley-Programm (SVP), welches von Prof. Dr. Peter Schmie- der und Alexander Dorn von der THD betreut wird, hat seine Zelte in Oberschneiding aufgeschlagen. Silicon Valley in Oberschneiding Das SVP, bei welchem Technolo- gien aus Ostbayern mit wirtschaftli- chen Prinzipien aus den USA ge- kreuzt werden, nutzt Oberschnei- ding als Standort für seine soge- nannten „Bootcamps“, in denen acht Kleingruppen über neun Mo- nate hinweg immer wieder vor Ort gemeinsam geschult werden. Die Teilnehmer werden hier auf die Ver- marktung ihrer Produktneuheiten und das Schaffen neuer Märkte vor- bereitet. Bei regelmäßigen Video- konferenzen mit den Mentoren in den USA bekommen die Teilnehmer nach Präsentation ihrer Fortschritte und Erkenntnisse sofort kompeten- tes Feedback. Sollte Corona es zu- lassen, geht es im März abschlie- ßend auch noch direkt zur Santa Clara University in den USA. Michaela Bernhard Siloturm dokumentiert auch nach außen seine besondere Nutzung und wurde im Jahr 2013 mit dem Staats- preis „Dorferneuerung und Baukul- tur“ ausgezeichnet. IT- und Bildungszentrum von Gemeinde und Kreis Da es eines der zentralen Ziele des IT- und Bildungszentrums der Gemeinde Oberschneiding und des Landkreises Straubing-Bogen ist, der Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Menschen in Groß- städte und Ballungszentren entge- genzuwirken, können sich Unter- nehmen aus dem Landkreis über Fördermöglichkeiten für Investitio- nen im Bereich der Digitalisierung informieren und von Netzwerkma- nager Mario Fischer beraten lassen. Junge Unternehmen im IT-Bereich bekommen optimale Startvoraus- setzungen und Entwicklungsmög- lichkeiten geboten mit repräsentati- ven, mietfreien oder kostengünsti- gen Büroflächen. Mit anderen Jung- unternehmern kommen sie hier in Kontakt und erhalten Informatio- nen bei regelmäßigen Veranstaltun- gen für Existenzgründer. Das Infrastruktur- und Service- angebot des modern ausgestatteten IT- und Bildungszentrums bietet unter anderem einen großen EDV- Schulungs-, Konferenz- und Veran- staltungsraum, eine Cafeteria, zen- trale Bürotechnik und Kommunika- tion und ein Multitouchdisplay im Foyer. Darüber hinaus wird beste IT-Anbindung, etwa durch schnelles Internet und Zugriff auf die kom- nig die Einführung der „Armen Schulschwestern“ zur Erziehung der Mädchen. 1846 erfolgte die Grundsteinlegung für das Schul- schwesternhaus. Am 5. Februar 1847 wurden Schulgebäude wie Kloster eingeweiht und die Ober- schneidinger Mädchen konnten ihre eigene Schule besuchen. Noch heute erinnert der Pfarrer-Handwercher- Platz vor der Pfarrkirche an den am 17. August 1853 verstorbenen Se- genspfarrer. Preis für „Dorferneuerung und Baukultur“ Heute ist es Bürgermeister Ewald Seifert, der – in Abstimmung mit seinem Gemeinderat – die moderne und zukunftsträchtige Bildung vo- rantreibt. 2009 erwarb die Gemein- de das von 1935 bis 1991 als land- wirtschaftliches Lagerhaus genutz- te, ortsbildprägende Anwesen am Ortseingang von Oberschneiding, welches zu dieser Zeit nur noch spo- radisch genutzt wurde. Da das Lagerhausgebäude für die geplante Verwendung aufgrund von Alter und Bauweise nicht geeignet war, wurde ein neues Gebäude er- richtet, welches nun Räumlichkei- ten für Unternehmen im IT-Bereich sowie einen Seminarbereich mit Schulungs- und Konferenzraum be- heimatet. Dieser steht auch der Volkshochschule, den Bürgern so- wie Betrieben und Vereinen der Re- gion für Fortbildungen und Veran- staltungen zur Verfügung. Das zeit- gemäß gestaltete Gebäude mit dem erhaltenen und passend gestalteten kirche „Mariä Himmelfahrt“ um zwei Seitenschiffe erweitern. Kurz darauf konnte er den Orden der „Armen Schulschwestern“ nach Oberschneiding holen. Im Zuge des- sen ließ er dort, wo sich heute das Kriegerdenkmal vor der Kirche be- findet, eine der ersten Mädchen- schulen im Landkreis errichten. 1842 beantragte Franz Sales Handwercher beim bayerischen Kö- M utige Männer mit großen Visionen waren es, die die Gemeinde Oberschneiding zu dem gemacht haben, was sie heu- te ist – dass es aber nicht nur die Männer sind, die mit einer guten Bildung eine Gemeinde oder ein Land voranbringen, wusste im 19. Jahrhundert schon der am 3. Juni 1792 geborene Segenspfarrer Franz Sales Handwercher. Am 18. August 1836 kam der „Se- genspfarrer“, von dem es heißt, er besaß die Fähigkeit, durch seine Ge- bete und seinen Segen Kranke zu heilen, nach Oberschneiding. Durch den regen Zuspruch, den Handwer- cher von Beginn an bei seinen Got- tesdiensten erhielt, ließ er die Pfarr- Die Oberschneidinger Kirche war der Wirkungsort von Pfarrer Handwercher, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts für die Bildung von Mädchen einsetzte. Ein Hort der heutigen Wissensvermittlung: Am Ortsrand steht das IT- und Bildungszentrum Ober- schneiding. Der alte Siloturm eines früheren Lagergebäudes ist stehen geblieben, das moderne Schulungszentrum wurde nach Abriss des alten Gebäudes dazugebaut. Fotos: Claudia Anzinger Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Oberschneiding Einmal Jungsteinzeit und zurück D ie „Münchshöfener Kultur“ steht in Oberschneiding für zweierlei: für die Epoche der Jung- steinzeit, die nach auf Gemeindege- biet gemachten Funden benannt ist, und für einen Verein, der unter die- sem Namen diese Epoche bekannter machen will. Gleichzeitig widmet er sich der heutigen Kultur. Die „Münchshöfener Kultur“ mit ihrem Kerngebiet im Donauraum wird auf etwa 4500 bis 3800 vor Christus datiert. Die ersten Funde der Zeit wurden von 1874 bis 1876 in einer Lehmgrube bei Münchshö- fen entdeckt. Kennzeichnendes Merkmal der „Münchshöfener Kul- tur“ ist die Keramik mit flachem Boden und großer Vielfalt bei For- men und Verzierungen – unter de- nen auch Rautensymbole sind. Frei- lich damals noch nicht weiß-blau... Mit den ersten Funden schrieb der damalige Großgrundbesitzer, Ökonom, Brauerei- und Ziegeleibe- treiber Joseph Rabl Forschungsge- schichte. An selbiger Stelle befindet sich heute das Spezial-Museum des Vereins „Münchshöfener Kultur“. Grabungsfunde, Informationstafeln und Erklär-Videos geben in der ehe- maligen Metzgerei des Wirtshauses einen Eindruck vom Alltag in der Region zur Zeit der Münchshöfener. In dem kleinen Ausstellungsraum werden zahlreiche, über 6000 Jahre alte, originale Fundstücke, die aus- schließlich aus der „Münchshöfener Kultur“ stammen und die alle im Gemeindebereich von Oberschnei- ding gefunden wurden, ausgestellt. Neben zum Teil außergewöhnlich geformten und verzierten Gefäßen sind auch Alltagsgegenstände wie Mahlsteine, Webgewichte und Spinnwirtel zu besichtigen. Filme zur „Münchshöfener Kul- tur“ und zu einem besonderen Fundplatz in Riedling lassen den Besucher die Arbeit von archäologi- schen Ausgrabungen miterleben. In vielen Stunden ehrenamtlicher Ar- beit wurde unter der fachlichen Be- gleitung durch den Kreisarchäolo- gen Dr. Ludwig Husty und mit der Unterstützung zahlreicher Sponso- ren und Behörden dieses Museums- kleinod eingerichtet. Der Verein „Münchshöfener Kul- tur“ unter Vorsitzendem Christian Schambeck hat es sich zur Aufgabe gemacht, die prähistorische Epoche „Münchshöfener Kultur“ bekannter zu machen und zugleich die Pflege von Heimat, Brauchtum, Jugend so- wie die Pflege des Dorfbildes und des gesellschaftlichen und kulturel- len Lebens in der ehemaligen Ge- meinde Niederschneiding voranzu- treiben. Geöffnet hat das Museum zu den Öffnungszeiten des Wirts- hauses, also jeden zweiten Donners- tag ab 18 Uhr. Weitere Informatio- nen gibt es auch unter: www.mu- enchshoefener-kultur.de . (mb) Fundstücke der „Münchshöfener Kul- tur“ sind in dem kleinen Museum zu sehen. Foto: Claudia Anzinger STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 12 Veranstaltungen Seite 12 Bogenberg: Gremien setzen sich für das Bleiben von Pater Marek ein – ohne Erfolg .................... 13 Schwimmbach/Hellkofen: Vor 30 Jahren wurde der Film „Wildfeuer“ mit vielen Komparsen gedreht................ 17 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de kreis & quer I n der Familie einer Kollegin ha- ben die Autos Namen. In der eige- nen nicht. Bei der Tante der Kolle- gin tragen genauso alle Tiere Na- men. Bei der eigenen Tante werden sämtliche Katzen nie anders als nur „Miez“ gerufen. Eine Bekannte (die eher aus der Familie der Kollegin stammen könnte) fährt eine Ente – die ist quasi Auto und Tier gleichzeitig und hat folgerichtig einen Namen. Die Ente ist schwarz-rot, es handelt sich bei ihr also wohl um das Modell „Charleston“. Vermutlich deswegen nennt die Bekannte sie „Charlene“ (das mit den weiblichen Namen gilt zwar vornehmlich für Schiffe, aber Ärger mit „Charlene“ es kann bei Autos in den Augen der Bekannten offenbar nicht schaden). Derzeit ist „Charlene“ an eine Freundin ausgeliehen. Die Freundin findet „Charlene“ hübsch – aber auch ziemlich anstrengend. Neulich wollte sie mit ihr eine Torte abho- len. Zum Glück hatte sie eine Kühl- tasche dabei, denn am betreffenden Tag war es heiß. Und „Charlene“ verweigerte, als es wieder losgehen sollte, den Dienst. „Wart mal zehn Minuten“, riet die Besitzerin. Die Freundin wartete. Nichts. Eine an- dere Freundin musste sie und die Torte abholen kommen. Dann rief sie jene Freundin an, die für später eingeladen war: „Kannst du mit dem Auto statt dem Fahrrad kommen? ,Charlene‘ steht noch vor der Konditorei.“ Als sie zwei Stunden später dort eintrafen, sprang die Ente ohne zu zögern an. Die Besitzerin der Ente sagt, die sei halt prätentiös. Die Freundin nennt das Auto nicht mehr „Charlene“. Sie sagt jetzt „Zicke“. –map– 8A6LniQo

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