Heimatzeit Kirchroth

Montag, 27. Juli 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 15 Der Ortsplatz bestätigt seine Befürworter Ein zähes Ringen, das sich gelohnt hat: In Kirchroths Mitte verweilt man gerne stimmung zum Abschluss einer Ver- einbarung zwischen der Gemeinde und der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung über den Aus- bau des Ortsplatzes mit erwarteten Gesamtkosten von über 360000 Euro. Im Sommer 2007 waren die Bauarbeiten dann in vollem Gange. Im Advent ist hier jetzt sogar Christkindlmarkt Die Befürworter dieser Ausbau- variante für den Ortsplatz dürfen sich heute bestätigt fühlen: Den El- tern, die ihre Kinder zur Kita brin- gen, sowie den zahlreichen Besu- chern von Veranstaltungen im Mehrzweckraum bietet er vorteil- hafte Parkmöglichkeiten – und nicht zuletzt nehmen auf dem freien Platz zahlreiche Festlichkeiten von Vereinen und der Pfarrgemeinde ih- ren Anfang. Auch der Maibaum hat hier sei- nen festen Standort, um die Weih- nachtszeit prangt dort ein großer Christbaum und ein Christ- kindlmarkt hat sich dazu am Orts- platz etabliert. Der ebenfalls im Zuge der Dorferneuerung renovier- te Pfarrstadel in der direkten Nach- barschaft bietet sich zudem als gute Räumlichkeit für Feste an. Johann Groß –, durch fünf seiner Kollegen aus dem Rat, die mit ihren Anträgen an die Gemeinde entscheidend zu einer Richtungsfindung beigetragen ha- ben und schließlich wieder eine Zu- sammenarbeit zwischen dem Amt für Ländliche Entwicklung und der Gemeinde Kirchroth ermöglichten. In einer gut besuchten Teilnehmer- versammlung im Gasthaus „Zur Post“ präsentierte der Vorstands- vorsitzende, Oberamtsrat Karl Köhler, die bis dahin erfolgten Aus- bauleistungen im Umfeld des Orts- platzes – dazu gehörte auch der Neubau der Friedhofsmauer ein- schließlich Aufgang – und die Pla- nung für den Aus- und Umbau des Ortsplatzes der Öffentlichkeit. Die Straßenzufahrt in der Kurve wurde geschlossen Die wichtigste Veränderung be- traf dabei die Schließung der Stra- ßenzufahrt in die Staatsstraße im Kurvenbereich und den Ausbau der dann alleinigen Zufahrtsmöglich- keit am Fischmarkt. In dieser Ver- sammlung zeigte sich eine breite Zustimmung für diese Ausbauvari- ante. In der Sitzung am 20. März 2007 – die wegen Abwesenheit von Bürgermeister Wanninger vom 2. Bürgermeister Wallner geleitet wurde – erfolgte schließlich die Zu- fizielle Einweihungsfeier für diese Gebäude fand am 1. September 2006 statt –, gab es immerhin eine Einigung über das Umfeld dieser Gebäude. Dies ermöglichte den Ausbau des Vorplatzes beim Kin- dergarten und die Errichtung eines Parkplatzes und angrenzender Geh- wege mit der damit möglichen För- derung durch die Dorferneuerung unter Kostenbeteiligung der Ge- meinde bei veranschlagten Baukos- ten von über 140000 Euro. An Ge- samtkosten fielen aber schließlich 226000 Euro an. Die anstehende Entscheidung zum Thema Ortsplatz entwickelte sich indes mehr und mehr zu einem Machtkampf zwischen dem Bürger- meister und den Verantwortlichen der Dorferneuerung, der darin gip- felte, dass Bürgermeister Wannin- ger seine von Amts wegen vorgese- hene Mitarbeit im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft offiziell aufkündigte. Dass über die Ent- scheidung zur Planung des Orts- platzes mit harten Bandagen ge- kämpft wurde, davon gab auch ein Bericht in unserer Zeitung ausführ- lich Zeugnis. Titelzeile: „Schlamm- schlacht Dorferneuerung“. Unterstützung in dieser erfuhr der örtliche Beauftragte der Dorfer- neuerung, Reinhard Fuchs – er war zugleich Mitglied im Gemeinderat und auch eine untergeordnete Zu- fahrt beim Fischmarkt bestehen bleiben. Für die Entscheidung mit harten Bandagen gekämpft Mit diesem Planungsvorschlag fand der Bürgermeister bei der Vor- standschaft der Dorferneuerung al- lerdings keine Unterstützung. Als in diesem Bereich die Gemeinde einen dreigruppigen Kindergarten neu gebaut hatte und in der Nachbar- schaft ein gemeindlicher Mehr- zweckraum entstanden war – die of- W as ist eine schöne Mitte? Ein von Verkehrszufahr- ten zur Staatsstraße ge- prägter Platz eher nicht. Aus dieser unbefriedigenden Situation ist in Kirchroth vor einigen Jahren ein Platz mit echter Aufenthaltsquali- tät entstanden. Der Weg dahin frei- lich war nicht leicht. Die Ortschaft Kirchroth hat sich seit der Gemeindegebietsreform 1978 aus einfachen Anfängen in vie- lerlei Hinsicht sehr gut entwickelt. Dazu gehört seit 2007 auch ein gut gelungener Ortsplatz mit dem Um- feld von Kita, Mehrzweckräumen und der Pfarrkirche, dessen Ver- wirklichung aber schwere Hinder- nisse überwinden musste. Krönender Abschluss der Dorfer- neuerung sollte die Neugestaltung des Ortsplatzes werden. In diesem Umfeld hatten schon immer die Pfarrkirche Sankt Vitus, zunächst das alte und später das neue Schul- gebäude und ein Lehrerwohnhaus seinen Standort. Bürgermeister wollte eine Planung ohne Ortsplatz Das Ungemach um den Ausbau und die Gestaltung des künftigen Ortsplatzes begann im Jahr 2005, als bei der Gemeinde bekannt wur- de, dass man wegen knapper Fi- nanzmittel bei der Dorferneuerung den Ausbau des Ortsplatzes zu- nächst nicht würde angehen kön- nen. Bürgermeister Karl Wanninger nahm das zum Anlass, die Sache ei- genständig anzugreifen. Er setzte sich mit Vertretern der Tiefbauverwaltung des Landkreises sowie des Straßenbauamtes Deg- gendorf zusammen und legte kur- zerhand einen eigenen Planungs- vorschlag vor. Ein wirklicher Orts- platz fand sich – trotz einiger Ver- besserungsvorschläge – darin nicht: Die Zufahrt zur durch die Ortschaft führenden Staatsstraße im Kurven- bereich sollte beibehalten werden Der Ortsplatz aus einem anderen Blickwinkel mit Kindergartengebäude und Mehrzweckraum sowie der Pfarrkirche im Hintergrund. Foto: Johann Groß Heute sieht es hier so aus: Großzügig wirkt die gesamte Gestaltung des Platzes. Fotos: Johann Groß Wie sich der Ortsplatz vor der Neugestaltung zeigte: ein Blick aus westlicher Richtung. Unter anderem Raum für Festlichkeiten ist jetzt auf dem Ortsplatz. Auf diesem Bild lauscht 2017 der SC Kirchroth anläss- lich seines Gründungsfestes dem Standkonzert. Foto: Claudia Sprenger Neu zusammengewürfelt B eim Rathaus an der Regensbur- ger Straße gibt es zwar freien Raum mit Platzcharakter – „aber dort halten sich die Leute nicht auf“, sagt Johann Groß, der selbst ebenfalls den im Zentrum neu ent- standenen Ortsplatz sehr schätzt. Das Rathaus steht abseits: An der Stelle, an der es gebaut wurde, lag sogar schon einmal die Oberpfalz. Die Gebietsgrenze hat sich im Lauf der Geschichte häufiger ver- schoben, abhängig vom Einfluss des Hochstifts Regensburg beziehungs- weise des Herzogtums Bayern: Über viele Querelen weiß zu diesem Punkt das Kirchrother Gemeinde- buch zu berichten. Auch bei der Ge- bietsreform 1972 hat sich die Gren- ze zwischen Niederbayern und der Oberpfalz verändert. Aus dem Landkreis Regensburg kamen die Gemeinden Niederachdorf, Ober- miethnach, Pillnach und Pondorf zum Landkreis Straubing und dort dann zur Einheitsgemeinde Kirch- roth, die am 1. Mai 1978 gebildet wurde. Wie in der Sonderausgabe des Kirchrother Gemeindeblatts, die zum 40-jährigen Bestehen 2018 erschienen ist, nachzulesen ist, kam der Rest nicht nur aus dem Land- kreis Straubing (Kirchroth, Köß- nach, Oberzeitldorn), sondern sogar auch noch aus dem Landkreis Bo- gen (Aufrother Bereich). Kirchroth lag zentral und war mit 635 Ein- wohnern die größte der Gemeinden, so wurde es Sitz der Verwaltung und Namensgeber. –map– Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Kirchroth Haus der Begegnung Bogen – 27. Juli bis 2. August Montag: 8.30 bis 15 Uhr Migra- tionsberatung; 16 bis 18 Uhr Bücherei. Dienstag: 14 bis 16 Uhr Sprech- stunden Freiwilligenzentrum, Voranmeldung unter: 09422/ 505 746. Mittwoch: 16. bis 18 Uhr Bü- cherei; 17 bis 21 Uhr offener Treff im JFH. Donnerstag: 8.30 bis 11.30 Uhr Migrationsberatung; 13 bis 15 Uhr Bogener Tafel; 17 bis 21 Uhr offener Treff im JFH; Fe- rienfreizeit Tischtennis (9 bis 15 Uhr). Freitag: 16 bis 18 Uhr Bücherei; 17 bis 21 Uhr offener Treff im JFH, Ferienfreizeit Tischten- nis (9 bis 15 Uhr). Samstag: HdB geschlossen. Sonntag: HdB geschlossen. Nähere Infos im Haus der Be- gegnung, Bogen, Bahnhofstraße 3, Telefon 09422/505710. Landratsamt öffnet Straubing-Bogen. (ta) Nach den coronabedingten Einschränkungen wird das Landratsamt ab diesem Montag wieder ohne vorherige Ter- minvereinbarung zu den üblichen Öffnungszeiten für den Publikums- verkehr geöffnet. Dies gilt für alle Aufgabenfelder einschließlich der Kfz-Zulassungs- und Führerschein- stelle. Gerade im Bereich der Kfz-Zu- lassung muss mit einem großen An- drang gerechnet werden, teilt das Landratsamt mit. Da in den Warte- bereichen aus Infektionsschutz- gründen nur eine beschränkte Zahl von Besuchern zugelassen werden kann, wird der Zugang zu der Kfz- Zulassungsstelle durch einen Si- cherheitsdienst geregelt. Der Ein- wurf von Zulassungsanträgen ist nicht mehr möglich. Zulassungsvor- gänge können aber von zu Hause aus online über das Bürgerservice- Portal des Landkreises abgewickelt werden. Weitere Informationen sind am Schaukasten beim Eingang der Zulassungsstelle und auf der Home- page des Landkreises einzusehen. Im Landratsamtsgebäude und den Außenstellen gelten weiterhin die Maskenpflicht und das Mindest- abstandsgebot von 1,50 Metern. All- gemein wird den Bürgern angera- ten, die Behördengänge nach Mög- lichkeit auch weiterhin auf ein Mi- nimum zu reduzieren. Die Aufga- benbereiche, Ansprechpartner und Telefonnummern der Sachbearbei- ter und Sachbearbeiterinnen sind auf der Homepage des Landratsam- tes (www.landkreis-straubing-bo- gen.de) unter Bürgerservice/A-Z zu finden. Geführte Wanderung Elisabethszell. (ta/vl) Am Sams- tag, 1. August, findet wieder eine geführte Wanderung auf dem Gold- steigrundwanderweg statt. Die Route verläuft von Elisabethszell über Maibrunn, Pröller, Kasplattn, Riedelswald, Hanslhütte und wie- der zurück nach Elisabethszell. Der Wanderweg hat eine Länge von 21 Kilometern und die Wanderzeit be- trägt etwa sechs Stunden. Dieser Rundwanderweg bietet viele faszi- nierende Panoramablicke in und über den Bayerischen Wald und die Donauebene. Voraussetzung ist eine Mindestteilnehmeranzahl von fünf Personen. Weiterhin sind eine gute Wanderkondition und Rucksack- verpflegung erforderlich. Für jeden Teilnehmer ist ein geringer Beitrag zu entrichten. Treffpunkt ist um 9 Uhr in Elisabethszell am Kirch- platz. Weitere Auskünfte und An- meldung bei der Tourist-Info Hai- bach, Telefon 09963/943039-14. Bei kurzfristiger Absage am Wandertag muss mit dem Wanderführer Kon- takt aufgenommen werden unter Telefon 0162/6117973. 8A6LniQo

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