Heimatzeit Bogen

Montag, 6. Juli 2020 LANDKRE I S STRAUBING-BOGEN 13 STRAUBING-BOGEN www.straubinger-tagblatt.de Eines der schönsten Geotope D ie markante Erhebung des Bo- genbergs über dem ebenen Do- nautal wird auf der Internetseite des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LFU) unter den schönsten Geotopen Bayerns aufgelistet. Dort heißt es, die Donau habe während der Würmeiszeit ihre steilen Hänge an der Süd- und Ostseite geformt. Dort finde man „eigenartig zerbro- chene und aufgeriebene“ Gesteine, die fast den gesamten markanten Berg aufbauen. Beschrieben wird auch die Lage des Bergs an der sogenannten Do- naustörung, einer der bedeutend- sten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas. „Dort, wo sie auch als morphologisch auffällige Grenze in Erscheinung tritt, wird sie als Donaurandbruch bezeichnet. Die- ser begleitet den südwestlichen Rand des Bayerischen Waldes auf einer Länge von über 80 km zwi- schen Regensburg und Vilshofen. An dieser Störungszone ist das Grundgebirge des Bayerischen Wal- des um mehr als 1300 m gegenüber seinem Vorland angehoben wor- den.“ Auf dem Bogenberg könne man besonders auffällige Störungs- gesteine finden. ■ Internet: www.lfu.bayern.de/geologie/bay- erns_schoenste_geotope Bogenberg und Donau bilden eine untrennbare Einheit. Bogen. Wer Herbert Schedlbau- er schon einmal bei seinen Auftrit- ten mit dem AH-Chor erleben durf- te, weiß seine besonderen Erzähl- qualitäten zu schätzen, mit denen er die musikalischen Beiträge ankün- digt und umschreibt. Viele Texte sind auch von ihm selbst verfasst und haben meist einen regionalen und sehr oft einen aktuellen Bezug. Wer wie ich dann noch eine zwei- stündige „Privataudienz“ bezüglich des „Heiligen Berges von Nieder- bayern“ bekommt, lernt seinen gro- ßen historischen Erfahrungsschatz und die Begeisterung zum Bogener Hausberg hautnah kennen. Die Bogener lieben ihren Berg, manche Personen haben eine beson- ders intensive Beziehung zu ihm. Und Herbert Schedlbauer gehört zu diesen Menschen. Der Berg mit sei- nem südlichen Steilhang und der Wallfahrtskirche sind für ihn schon von Weiten ein besonderer einmali- ger Blickfang und ein Naturdenk- mal. Was Altötting für das Ober- land, ist seiner Meinung nach der „Heilige Berg Niederbayerns“ für das Unterland. Eine starke Berei- cherung für die christliche Bedeu- tung des Bogenberges ist aus seiner Sicht die Wiederbelebung des Klos- terlebens. Berg und Donau sind eine Einheit Nicht wegzudenken sei auch das Kreismuseum in der heutigen Form mit den abwechslungsreichen Schwerpunkten, wobei er sich noch sehr gut an die bescheidenen An- fänge in den Büroräumen des frühe- ren Landratsamtes erinnern kann. Relativ jung ist die Bogenberger Vorweihnacht als Attraktion auf dem Wallfahrtsberg. Hier hofft er, „Der Bogenberg macht uns sehr stolz“ Herbert Schedlbauer von Kindheit an mit besonderer Beziehung zum Berg dass diese nicht zu einem unüber- sichtlichen Massenbetrieb ausarte. Für Herbert Schedlbauer gehören Bogen, der Bogenberg und die Do- nau untrennbar zusammen. Ohne Berg und Fluss könne er sich die Stadt nicht vorstellen. Diese Lei- denschaft dazu liegt auch daran, dass Herbert Schedlbauer von Kindheit an mit beiden Besonder- heiten der Stadt intensiv verbunden war. Geboren in der Unteren Berg- straße, nur vier Häuser entfernt von der damaligen Gemeindegrenze Bo- genberg, zog seine Familie 1939 in die Deggendorfer Straße, und die gehörte zum Pfarr- und Schulspren- gel Bogenberg. So erfolgte 1944 sei- ne Einschulung in der „Hochschu- le“ auf dem Berg, die er täglich über den Jannerweg ansteuerte. Kriegs- bedingt ist täglich nicht wörtlich zu nehmen, da der Unterricht oftmals ausfallen musste. Herbert Schedlbauer erinnert sich auch noch daran, wie der Berg unter Be- schuss lag und sogar ein Junge töd- lich getroffen wurde. Interessanter- weise zu dieser Erzählungsphase sitzen wir beide im Pfarrsaal, der damals sein Klassenzimmer war. Fest in Erinnerung sind ihm die Schulspeisungen in der Nachkriegs- zeit geblieben, Erbsensuppe mit ei- nigen Fleischstückchen gab es sehr häufig. Ganz gerne mochte der Schüler Herbert den Haferflocken- brei, in dem waren Zucker und Schokoladenstückchen enthalten. Er wollte unbedingt Ministrant werden und wurde auch sehr schnell zum „heiligen Dienst“ zuge- lassen. In dieser Funktion fühlte er sich besonders wichtig, wenn die vielen Wallfahrer in Empfang ge- nommen wurden. Noch heute ist er der „Eismeister“ der Alten Donau. Wenn er verkündet, dass das Eis tragfähig ist, vertrauen ihm die Wintersportler. Wobei er nicht ver- hehlt, einmal tatsächlich eingebro- chen zu sein. Weil weit und breit keine Hilfe zu sehen und akustisch zu erreichen war, musste er sich Stück für Stück alleine zum Ufer vorarbeiten. Beziehung zum Berg aufrecht gehalten „Ich habe schon immer gerne vor- gesungen und Gedichte vorgetragen und bin auch gerne aufgetreten“, erzählt er. Diese Einstellung zog sich durch sein ganzes berufliches Leben als Pädagoge und hält bis heute an. So leitet Herbert Schedlbauer neben dem AH-Chor und dem Singkreis im Haus der Be- gegnung seit 2002 den Kirchenchor auf dem Bogenberg. Führer in Museum und Kirche auf „seinem“ Berg Wer mit Begeisterung Pädagoge war, kann sich auch im Ruhestand nicht ganz zurückziehen. So stellt er sich als Lesepate in der Grundschu- le Bogen zur Verfügung. Ganz be- sonders engagiert ist er als Muse- ums- und Kirchenführer auf seinem Berg, wo er teilweise jährlich bis zu vierzig Führungen bestreitet. Dabei traf er einmal überraschenderweise Christl Prasch, die er in seiner Ju- gend auf dem Eis der Alten Donau aus seiner Sicht als „Eisprinzessin“ erlebte. Er selbst war immer sportlich ak- tiv. Durch das Eistraining auf der Donau geprägt, war er während sei- ner beruflichen Zeit in der Ober- pfalz als Eishockeyspieler im Ein- satz. Auch dem Fußballsport hatte er sich verschrieben, aktuell spielt er regelmäßig Tennis und ist gerne mit dem Rad unterwegs. Wie viele andere leidet er momentan an den Corona-Beschränkungen, da ge- sangliche Proben und Auftritte nicht möglich sind. Manfred Meindl Herbert Schedlbauer blickt an der Stelle mit seiner Enkelin auf die Donau und den Gäuboden, wo er schon als Schulbub die Aussicht genossen hat. Der prägnante Blick auf die Wallfahrtskirche und den Felsenhang von Südwes- ten her. Fotos: Manfred Meindl Herbert Schedlbauer schwärmt von der Schulspeisung, die hier vor dem Museumseingang nach den Kriegsjah- ren an die Bogenberger Schüler aus- gegeben wurde. Heimatzeit in heimatzeit.idowa.de Bogen Heute im Landkreis Kalenderblatt Seite 14 Veranstaltungen Seite 14 Stallwang: Dorfspaziergang mit dem OGV zu einstigen und bestehenden Wirtshäusern .... 16 Rain: Blühpaten besichtigen auf 20000 Quadratmeter ein Projekt von Franz Lehner...... 17 Bei Fragen zur Zeitungszustellung: Telefon.............. 09421/940-6400 Der direkte Draht zur Redaktion: Telefon.............. 09421/940-4620 Telefax.............. 09421/940-4609 landkreis@straubinger-tagblatt.de kreis & quer U -Bahnen wirken auf die meis- ten „Landeier“ erst einmal ab- schreckend. So viele Linien, Rich- tungen und Haltestellen, von denen man noch nie gehört hat. Das hielt auch zwei Freunde in der 11. Klasse davon ab, mit den öffentlichen Ver- kehrsmitteln zu einer Berufsmesse nach München zu fahren. „Ihr setzt euch einfach in den Zug, steigt an der Endstation in München aus und dann am Bahnhof in die U-Bahn ein, so schwer ist das nicht“, erklär- te man ihnen damals. Dass sie vor Ort auf den Fahrplan schauen würden, davon war man ausgegangen. Doch stattdessen nahmen sie die Anleitung, die man Planlose Passagiere ihnen gegeben hatte, komplett wörtlich: Sie setzten sich einfach in die U-Bahn, die ihnen am Haupt- bahnhof als erstes vor die Füße fuhr, und warteten darauf, an der richti- gen Adresse wieder ausgespuckt zu werden. Vergebens. Zu ihremGlück stieg irgendwann der ehemalige Lateinlehrer ein, der nach München versetzt worden war. Er klärte die beiden Gymnasiasten erst einmal auf, dass die U-Bahnen in München – anders als sie dachten – nicht im Kreis fahren, und schil- derte ihnen dann detailliert den Weg zu besagter Messe. Ob sie ohne dieses zufällige Auf- einandertreffen wohl je am Ziel an- gekommen wären? Vielleicht wäre es ihnen so ergangen wie dem Freund einer Bekannten. Der ist auf dem Heimweg von der Disko in der U-Bahn eingeschlafen und am nächsten Morgen auf einem Abstell- gleis im Nirgendwo wieder aufge- wacht. Er wusste aber immerhin, wie er von dort aus wieder nach Hause kommt – und brachte gleich noch frische Semmeln mit. –frg– 8A6LniQo

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