70 Jahre Viktor-Karell-Realschule Landau a. d. Isar

Konrad Kellermann: „Versuchen, Berufung zu finden“ Die Schülerzeitungsredaktion hat ehemalige Schüler nach ihren Erinnerungen befragt – Teil 6 S eit wann arbeiten Sie als Journalist? Konrad Kellermann: Im April 1984 begann mein Vo- lontariat bei der Passauer Neuen Presse, bei der ich Re- dakteur, Chef vom Dienst, stellvertretender Chefredak- teur und ein Jahr lang auch Leiter der Chefredaktion war. Seit drei Jahren bin ich jetzt als Lokalredakteur beim Straubinger Tagblatt/Lands- huter Zeitung. Wie kamen Sie darauf, Jour- nalist zu werden? Kellermann: Für mich standen zwei Berufe zur Aus- wahl: Mediziner oder Journa- list. Wie haben Sie den Schritt von der Realschule zu Ihrem Beruf geschafft? Kellermann: Erst eine Lehre als Industriekaufmann, dann Berufsoberschule in Landshut mit dem Allgemein- abitur. Leider hatte ich bei der Bewerbung für den Medi- zinstudienplatz kein Glück, aber nach über 60 Bewerbun- gen fand ich eine Volontari- atsstelle. Ihre Deutschnote? Ke llermann: Eine glatte Drei, neben Englisch mein Katastrophenfach. Welchen Rat würden Sie den jetzigen Realschülern ge- ben? Ke llermann: Versuche, einen Beruf zu finden, der dir wirklich Berufung ist und dir so ein Leben lang Freude be- reitet. Das nötige Rüstzeug hast du mit der Realschule al- lemal. Lea Beer (8a) und Helene Neudecker (8b) Konrad Kellermann Dr. Ludwig Kreiner: „Neugierde und Interesse“ Die Schülerzeitungsredaktion hat ehemalige Schüler nach ihren Erinnerungen befragt – Teil 7 W arum sind Sie Ar- chäologe geworden? Ludwig Kreiner: Warum ich Archäologe werden wollte, hat sicher viel mit meiner Neugierde und dem Interesse an früheren Zeiten zu tun. Wie haben Sie den Schritt von der Realschule zu Ihrem Beruf geschafft? Kreiner: Nach der Real- schule lernte ich Fotograf, da- nach absolvierte ich die zwölfte Klasse FOS in Deg- gendorf, dann studierte ich zwei Semester an der FH in Nürnberg, danach Studium an der Pädagogischen Hoch- schule mit erstem Staats- examen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Mit diesem Abschluss konnte ich das Fach „Ur- und Frühge- schichte“ studieren mit dem Abschluss „magister artium“ an der Uni Regensburg und späterer Promotion an der Uni Innsbruck. Was war das schönste Schulerlebnis, was mochten Sie überhaupt nicht? Kreiner: Mein schönstes Schulerlebnis war unser Theaterspiel in der 9. Klasse. Was ich nicht mochte, war Mathe, Physik und Techni- sches Zeichnen. Inwiefern hat die Realschu- le zu Ihrem beruflichen Erfolg beigetragen? Kreiner: Ohne die Real- schule hätte ich meinen Traumberuf nicht ergreifen können. Was waren Ihre Lieblingsfä- cher? Kreiner: Mein Lieblings- fach war Musik, dank des großartigen Lehrers Rudi Liebl. Felicitas Lerchenberger (6a) Ludwig Kreiner Theodor Leeb: „Praxis, um erfolgreich zu sein“ Die Schülerzeitungsredaktion hat ehemalige Schüler nach ihren Erinnerungen befragt – Teil 8 W ie kamen Sie dazu, Unternehmer zu werden? Theodor Leeb: Mein Va- ter war Unternehmer (Land- maschinenhändler). So bin ich mehr oder weniger in ein Unternehmen hineingewach- sen. Nach meinem Studium habe ich die Firma übernom- men und dazu noch ein Inge- nieurbüro eröffnet. Konnten Sie es sich als Schüler vorstellen, einmal be- ruflich erfolgreich zu werden? Leeb: Nein, wobei die Fra- ge ist, was man als Erfolg de- finiert. Was war das schönste Schulerlebnis? Leeb: Eine Kreideschlacht im frisch gestrichenen Klas- senzimmer. Was waren Ihre Lieblingsfä- cher? Warum? Leeb: Physik, die Experi- mente fand ich spannend, Ma- the, ich mag gerne logische Zusammenhänge, und Ge- schichte, mich hat schon im- mer interessiert, wo wir her- kommen. Hat sich die Jugend im Ge- gensatz zu früher Ihrer Mei- nung nach verändert? Leeb: Es hat sich die ganze Gesellschaft verändert, nicht nur die Jugend. Mir fällt das bei meinen Kindern und auch bei den Azubis in der Firma auf. Ich wollte mich mit 16 ganz bewusst von meinen El- tern distanzieren. Heute ist das viel harmonischer. Welchen Rat würden Sie den Realschülern geben? Leeb: Erst mal einen Beruf erlernen. Praktische Erfah- rung ist die beste Vorausset- zung, um im Berufsleben er- folgreich zu sein. Gerald Vilsmeier (10a) Theodor Leeb

RkJQdWJsaXNoZXIy MTYzMjU=