Perspektiven

3 PERSPEKTIVEN „Mein Unternehmen soll weltweit wachsen“ Der 22-jährige Ozan Capan aus Regensburg erfand ein Sportgerät, das sogar Fußball-Profis benutzen Eigentlich wollte Ozan Capan aus Re- gensburg seinen Traum, Profifußball zu spielen, weiter verfolgen. Er war gera- de beim damaligen Zweitligisten VfR Aalen unter Vertrag, als ein Fußball- spiel alles veränderte. Bei einem Kopfballduell stieß ein Ge- genspieler seinen Ellenbogen gegen Ozans Schläfe. Der damals 18-Jährige fiel sofort ins Koma und wachte nach eineinhalb Tagen in einer Klinik wieder auf. Die nächste Zeit durfte Ozan keinen Sport machen. Der Unfall war ein schwe- rer Schlag für ihn. Der heute 22-Jährige erinnert sich: „Ich dachte mir: ,Jetzt muss irgendwas passieren, denn das Ziel, worauf du immer hingearbeitet hast, ist von heute auf morgen einfach weg.’“ Doch für ihn war schon immer klar: Ist es mal mit dem Profifußball vorbei, will er auf keinen Fall als Ange- stellter arbeiten. „Ich war schon immer jemand, der sein eigenes Ding gemacht hat. Ich will nicht geführt werden, son- dern ich will führen.“ Eines Tages besuchte Ozan die Maschi- nenbaufirma seines Vaters. Der kickte ihm einen Fußball zu. Er rollte an Ozan vorbei, prallte gegen einen Stein und flog wieder in Richtung des jungen Man- nes. In diesem Moment kam Ozan die Idee: Wie cool wäre es, wenn es ein Ge- rät gäbe, das, wenn man einen Ball da- gegen spielt, ihn hoch zurückschießt, sodass man den Ball direkt weiter schie- ßen kann? „Erst einmal blieb es bei der Idee. Immer vorm Schlafengehen habe ich dran gedacht und etwas dran getüf- telt.“ Ozan schnappte sich einen Baum- stamm, den er zersägte, um seine Idee in die Tat umzusetzen. Doch die Vorrich- rede ich mit ihm und seinen Eltern, um den Spieler unter Vertrag zu bekom- men“, erzählt der 22-Jährige. Aktuell fördert er 14 Spieler. Das dritte Unter- nehmen ist die Social-Media-Marketing- Agentur „Walkout Media“, für die fünf Leute arbeiten. Selbstbewusst auftreten Was würde Ozan Capan anderen Jungun- ternehmern raten? „Anfangs ist es oft schwer, weil du nicht ernst genommen wirst“, erzählt er. Deswegen sei am wichtigsten, dass man selbstbewusst auftritt – „egal, wer vor einem sitzt“. Denn so, wie man sich gebe, werde man auch wahrgenommen. Außerdem müsse man Rückschläge einstecken können. Denn am Anfang gehe es fast immer zäh voran. Start-upper haben meist kein großes Budget. Deshalb sei es bei der Kosten- planung wichtig, viel ins Marketing zu investieren. „Ich empfehle, 70 Prozent des Budget fürs Marketing einzuplanen und 30 Prozent für die restlichen Ausga- ben“, so der Regensburger Jungunter- nehmer. Hier empfiehlt er Social-Media- Plattformen wie Facebook . Aktuell entwickelt Ozan ein weiteres Produkt, das bald auf den Markt kom- men wird. „Ich fühle mich noch am An- fang. In meinen Augen habe ich noch nichts erreicht“, so der 22-Jährige. „Mein Ziel ist es, in jedem Land einen Firmensitz zu haben. Ich möchte welt- weit wachsen.“ Kerstin Bauer Der Durchbruch Der entgültige Wendepunkt kam jedoch, als Ozan Facebook als Marketing-Platt- form für sich entdeckte. „Damals, 2015, war Marketing auf Facebook noch nicht sehr verbreitet. Viele Unternehmen nutzten es gar nicht“, erinnert er sich. Er erstellte einen Firmenaccount und lud ein Video hoch. „Und dann ist es wirk- lich durch die Decke geschossen!“ Plötz- lich gingen mehr Bestellungen ein, als es Vorrat gab. Bald kamen die ersten hochklassig spielenden Vereine wie der SSV Jahn Regensburg auf den jungen Unternehmer zu. Nach einem Jahr hatte Ozan dann fast alle deutschen Bundesli- ga-Mannschaften als Kunden. 2015 wur- de er vom TV-Sender n-tv zum Jungun- ternehmer des Jahres gewählt. Der „Sa- micap“ wurde 2016 zum Produkt des Jahres. Firmensitz in Abu Dhabi 58 Leute kümmern sich aktuell um den Vertrieb des Sportgeräts. Es gibt mittler- weile sogar einen zweiten Firmensitz in Abu Dhabi. Die Mitarbeiter dort treiben die Internationalisierung des Sportge- räts voran. Die „Samicap Group“ besteht heute aus drei Unternehmen. Das zweite Stand- bein ist eine Spielerberater-Agentur im Profifußball. Ozan besitzt eine Berater- Lizenz vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Ich schaue mir Fußballspiele an. Wenn ich bei jemandem Potenzial sehe, Tante gerade eine Fritteuse auf den Kar- tons mit den verpackten Sportgeräten stehen und frittierte damit Pommes. Ozan lacht: „Die Kartons waren voll mit Fettspritzern und ich dachte mir nur: ,Ach, mach doch damit, was du willst. Die Dinger werden eh nicht verkauft.’“ Allmählich wurde Ozans Erspartes knapp und so beschloss er, mehr Energie in das Marketing des „Samicaps“ zu stecken. Er telefonierte, schrieb Mails und versuch- te, seine Bekanntschaften aus der Zeit im Profifußball zu nutzen. Ozan stellte das Gerät bei der Spielvereinigung Wei- den vor, wo sich allerdings niemand wirklich dafür interessierte. Die Spiel- vereinigung veröffentlichte jedoch auf dem Fußballportal FuPa einen Artikel über die Erfindung und so wurde FuPa auf den „Samicap“ aufmerksam. Erste Anfragen und Verkäufe folgten. tung funktionierte nicht. Da kam ihm sein Vater zur Hilfe. Der Maschinenbau- ingenieur errechnete, wie das Gerät, das heute aus Kunststoff besteht, richtig konstruiert werden muss. Das „Samicap“ war geboren und das Produkt kam auf den Markt. Holpriger Start Doch die Anfänge waren alles andere als leicht. „Die ersten paar Monate wurde ich von keinem ernst genommen. Die Leute haben gesagt: ,Was willst du mit so einem Stück Plastik? Das braucht doch kein Mensch’“, erzählt Ozan. An ein Ereignis erinnert er sich beson- ders gut. Er hatte gerade einmal 100 Exemplare des „Samicaps“ produzieren lassen, die bei seinem Vater in der Firma lagerten. Als er hinkam, hatte seine Ozan Capan wurde 2015 vom TV-Sender n-tv zum Jungunternehmer des Jahres gewählt. Der Regensburger stellte sein Sport- gerät auch in der Allianz Arena vor. Der 22-Jährige demonstriert die Funktionsweise seines „Samicaps“. Das Jugendportal der AOK Bayern. Start in den Beruf? Zeig, was du draufhast! Hol dir die Infos zu Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. www.aok-on.de/bayern AOK-Service für Schüler & Berufsstarter Bewerbungstraining Assessmentcenter-Training Let´s benimm – stilvolles Benehmen Easy learning Bewerbungstipps Check-up für Berufsstarter Tipps zu Studium und Ferienjobs Infos bei Ihrer AOK oder unter: www.aok-on.de/bayern Neue Studiengänge ab April bzw. Oktober 2018 in Regensburg. Auch ohne Abitur möglich. Betriebswirt/in (VWA) Bachelor of Arts - Betriebswirtschaft Bachelor of Arts - Gesundheitsmanagement Master of Business Administration (MBA) Personalmanager/in (VWA) Logistikmanager/in (VWA) Marketing u. Vertriebsmanager/in (VWA) Wirtschaftsinformatiker/in (VWA) Gesundheitsmanager/in (VWA) Anmeldung und nähere Auskünfte: Hauptgeschäftsstelle Regensburg Arnulfsplatz 4 Tel.: 09 41/200 004-0 93047 Regensburg Fax: 09 41/200 004-99 E-Mail: info@vwa-ostbayern.de Internet: www.vwa-ostbayern.de Studium neben dem Beruf Vorsprung durch Wissen

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